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Der digitale Angeklagte

Überlegungen zur audiovisuellen Zuschaltung des Angeklagten in die erstinstanzliche Hauptverhandlung
Authors:
Series:
Studien zum Strafrecht, Volume 141
Publisher:
 2026

Summary

Can the defendant be connected to the first-instance criminal proceedings via audiovisual means while respecting constitutional and human rights guarantees and in accordance with fundamental procedural principles? In light of current challenges in criminal procedure and justice, and taking into account provisions in foreign and international criminal procedures, this thesis provides a comprehensive examination of the legal possibilities and limits of connecting defendants to first-instance criminal proceedings via audiovisual transmission, and proposes a concrete regulatory framework that is balanced in terms of the rule of law and suitable for practical application.

Keywords



Bibliographic data

Edition
1/2026
Copyright Year
2026
ISBN-Print
978-3-7560-2182-6
ISBN-Online
978-3-7489-5730-0
Publisher
Nomos, Baden-Baden
Series
Studien zum Strafrecht
Volume
141
Language
German
Pages
437
Product Type
Monograph

Table of contents

ChapterPages
    1. Vorwort No access
    2. Abkürzungsverzeichnis No access
  1. Einführende Gedanken No access Pages 29 - 32
      1. I. Flucht aus Strafgerichten No access
      2. II. Vielzahl an Angeklagten in den sogenannten Reichsbürgerprozessen No access
      3. III. Hauptverhandlung gegen einen beschränkt verhandlungsfähigen Angeklagten in einem sogenannten Cum-Ex-Verfahren No access
      1. I. Erlass eines Strafbefehls No access
      2. II. Verfahrenseinstellung No access
      3. III. Entbindung von der Erscheinenspflicht No access
      4. IV. Hauptverhandlung in der Haftanstalt No access
      5. V. Hauptverhandlung in einem (Hochsicherheits-) Gerichtssaal außerhalb der Haftanstalt No access
      6. VI. Aufteilung des Verfahrens auf verschiedene Gerichte No access
      1. I. Bild- und Tonübertragung zur Vermeidung von Nachteilen der aktuell zur Verfügung stehenden Möglichkeiten No access
        1. 1. Schutz des Angeklagten, anderer Beteiligter sowie der Öffentlichkeit No access
        2. 2. Verfahrenseffizienz No access
        3. 3. Gleichberechtige Teilhabe von Personen ohne beziehungsweise mit eingeschränkter Mobilität No access
        4. 4. Infektionsschutz No access
        5. 5. Digitalisierung und Modernisierung der Justiz sowie Sicherung und Stärkung des Vertrauens in die Justiz und den Rechtsstaat insgesamt No access
      2. III. Zwischenergebnis: Spannungsverhältnis zwischen prozessualen Potenzialen und überkommenen Grundsätzen No access
      1. I. Vision einer volldigitalen erstinstanzlichen Hauptverhandlung No access
      2. II. Paralleluntersuchungen No access
      3. III. Begrenzung der hiesigen Untersuchung No access
    1. E. Ergebnis: Die audiovisuelle Zuschaltung des Angeklagten als Chance No access
        1. 1. Die Videokonferenz als audiovisuelle Fernverbindung No access
        2. 2. Historisch-technische Entwicklung der Videokonferenztechnik und erforderliche Hardware No access
          1. a. Funktionsweise No access
          2. b. Darstellung der Teilnehmer einer Videokonferenz No access
          3. c. Weitere Funktionen der Videokonferenzanwendungen No access
      1. II. Kommunikation im Wege der Videokonferenz No access
      2. III. Zwischenergebnis: Die audiovisuelle Zuschaltung im Lichte des technischen Fortschritts No access
        1. 1. Zeugenschutzgesetz (ZSchG) vom 30. April 1998 No access
        2. 2. Gesetz zur Intensivierung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in gerichtlichen und staatsanwaltschaftlichen Verfahren vom 25. April 2013 No access
        3. 3. Gesetz zur Fortentwicklung der Strafprozessordnung und zur Änderung weiterer Vorschriften vom 25. Juni 2021 und Gesetz zur weiteren Digitalisierung vom 12. Juli 2024 No access
          1. a. Vernehmung von Zeugen getrennt von Anwesenheitsberechtigten: § 168e StPO No access
          2. b. Vernehmung im Wege der Bild- und Tonübertragung: § 58b StPO No access
          3. c. Verfahren bei Ausschließung des Verteidigers: § 138d Abs. 4 S. 2 StPO No access
          1. a. Mündliche Verhandlung bei der Haftprüfung: § 118a Abs. 2 S. 2 StPO No access
          2. b. Vernehmung des Beschuldigten: § 136 Abs. 5 in Verbindung mit § 58b StPO No access
          3. c. Entbindung des Angeklagten von der Pflicht zum Erscheinen: § 233 Abs. 2 S. 3 StPO No access
          4. d. Mündliche Anhörung im Wege der Bild- und Tonübertragung: § 463e StPO No access
          5. e. Anhörung des Gefangenen: § 115 Abs. 1a StVollzG No access
        1. 3. Zwischenergebnis: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten außerhalb der Hauptverhandlung No access
        1. 1. Anordnung einer audiovisuellen Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen: § 247a StPO No access
        2. 2. Teilnahme des Angeklagten und weiterer Personen an der Revisionshauptverhandlung im Wege der Bild- und Tonübertragung: § 350 Abs. 3 StPO n. F. No access
        3. 3. Teilnahme des Dolmetschers per Bild- und Tonübertragung: § 185 Abs. 1a S. 1 GVG No access
        4. 4. Tonübertragung in Arbeitsraum für Medienvertreter: § 169 Abs. 1 S. 3 GVG No access
        5. 5. Zwischenergebnis: Sparsame Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Hauptverhandlung No access
      1. IV. Zusammenfassende Würdigung: Fehlende gesetzliche Regelung zur audiovisuellen Zuschaltung des Angeklagten in die erstinstanzliche Hauptverhandlung No access
        1. 1. Inhalt der Regelung und flankierende Bestimmungen No access
        2. 2. Überlegungen zur praktischen Durchführung der Videoverhandlungen No access
        3. 3. Ziele der aktuellen Erweiterung der audiovisuellen Möglichkeiten No access
      1. II. Die Verweisungen auf § 128a ZPO bzw. die eigenständigen Regelungen in den Fachgerichtsbarkeiten No access
      2. III. Bezüge zum Strafprozess No access
          1. a. Grundsatz der Fernteilnahme bei bestimmten Angeklagten No access
          2. b. Ausnahme vom Grundsatz der Fernteilnahme bestimmter Angeklagter durch richterliche Anordnung No access
          3. c. Richterliche Anordnung der Fernteilnahme No access
          4. d. Rechtlicher Kontext No access
        1. 2. Sonderregelungen zur Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 No access
        2. 3. Durchführung der Fernteilnahme der Beteiligten No access
        3. 4. Zusammenfassende Würdigung: Vor- und Nachteile der italienischen Regelung No access
        1. 1. Unzulässigkeit der Zuschaltung des Angeklagten in die Hauptverhandlung vor der COVID-19-Pandemie No access
        2. 2. Zulässigkeit der Zuschaltung seit der COVID-19-Pandemie in eng umgrenzten Fällen No access
        3. 3. Zusammenfassende Würdigung: Enger Anwendungsbereich der österreichischen Regelung No access
        1. 1. Hintergrund der Einführung des Einsatzes der Videokonferenztechnik in der strafprozessualen Hauptverhandlung No access
          1. a. Regelung des Art. 706-71 C.p.p. No access
          2. b. Gesetzliche Regelungen über technische Anforderungen No access
          3. c. Geäußerte Kritik No access
        2. 3. COVID-19-Gesetzgebung und Entscheidungen der obersten Gerichte No access
        3. 4. Zusammenfassende Würdigung: Weiter Präsenzbegriff der französischen Regelung No access
        1. 1. Rechtsgrundlagen der Zuschaltung des Angeklagten No access
        2. 2. Durchführung der Zuschaltung des Angeklagten No access
        3. 3. Zusammenfassende Würdigung: Anwesenheit des zugeschalteten Angeklagten? No access
      1. V. Zwischenergebnis: Audiovisuelle Zuschaltung als Mittel zur Lösung tatsächlich-prozessualer Herausforderungen im Ausland und am IStGH No access
    1. E. Ergebnis: Ausbleibende Fortentwicklung des deutschen Strafprozessrechts im innerstaatlichen, prozessordnungsübergreifenden sowie internationalen, strafprozessualen Vergleich No access
      1. I. An- und Abwesenheitsbegriffe in der StPO No access
        1. 1. Anwesenheitsrecht des Angeklagten No access
        2. 2. Anwesenheitspflicht des Angeklagten No access
        1. 1. Verhandlungsunfähigkeit oder mangelnde Erkennbarkeit des Angeklagten No access
        2. 2. Denkbares weites, auch digitales Begriffsverständnis No access
          1. a. Rechtsprechung zur Videosimultanübertragung bei § 247 StPO No access
          2. b. Einzelfallrechtsprechung? No access
          3. c. Zwischenergebnis: Bestehende Zweifel an engem Begriffsverständnis No access
          1. a. Grammatikalische Auslegungskriterien No access
          2. b. Historische Auslegungskriterien No access
            1. aa. Vergleich mit § 233 Abs. 2 S. 3 StPO No access
            2. bb. Vergleich mit § 350 Abs. 3 StPO n. F. No access
            3. cc. Vergleich mit § 247a StPO No access
            4. dd. Vergleich mit § 128a ZPO und den Fachgerichtsbarkeiten No access
            5. ee. Zwischenergebnis: Systematische Gründe gegen ein weites Begriffsverständnis No access
          3. d. Teleologische Auslegungskriterien No access
        3. 5. Zwischenergebnis: Enges, körperliches Begriffsverständnis überzeugend No access
      2. IV. Ein neuer Anwesenheitsbegriff? No access
              1. (1) Anwendbarkeit der Gewährleistungen des Art. 6 Abs. 1, 3 EMRK No access
                1. (a) Organisationsgarantie und Zugang zum Gericht No access
                2. (b) Grundsatz des fairen Verfahrens No access
              1. (1) Zugrundeliegender Sachverhalt No access
              2. (2) Entscheidung des EGMR No access
            1. cc. Bestätigung dieser Rechtsprechung durch nachfolgende Entscheidungen des EGMR No access
            2. dd. Übertragbarkeit der Rechtsprechung auf erstinstanzliche Hauptverhandlungen No access
              1. (1) Prüfung der Zulässigkeit im Einzelfall No access
              2. (2) Erfordernis eines legitimen Ziels und Recht auf effektive Teilnahme No access
              3. (3) Möglichkeit der Zustimmung zur audiovisuellen Zuschaltung No access
              4. (4) Keine konkreten Vorgaben zur technisch-organisatorischen Ausgestaltung No access
                1. (a) Verhinderung von Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung No access
                2. (b) Beschleunigungsgebot No access
                3. (c) Gleichberechtigte Teilhabe von Personen ohne beziehungsweise mit eingeschränkter Mobilität No access
                4. (d) Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung No access
                5. (e) Alternativ: Zustimmung No access
                1. (a) Verhinderung von Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung No access
                2. (b) Beschleunigungsgebot No access
                1. (a) Digitalisierung und Modernisierung der Justiz sowie Sicherung und Stärkung des Vertrauens in die Justiz und den Rechtsstaat insgesamt No access
                2. (b) Reine Effizienz- und Praktikabilitätserwägungen No access
              1. (4) Zwischenergebnis: Vielzahl an möglichen legitimen Zielen No access
              1. (1) Berücksichtigung der prozessualen Situation No access
                  1. (aa) Übersichtsaufnahmen No access
                  2. (bb) Vertrauliche Kommunikation zwischen Angeklagtem und Verteidiger No access
                1. (b) Darüber hinausgehende mögliche Vorgaben auf Grundlage der Rechtsprechung des EGMR No access
            1. cc. Zwischenergebnis: Unmittelbare und mittelbare Vorgaben des EGMR in einer nationalen Regelung No access
          1. c. Weitere Gewährleistungen der EMRK über Art. 6 EMRK hinaus No access
          2. d. Zwischenergebnis: EMRK-konforme Ausgestaltung de lege ferenda möglich No access
          1. a. Vorgaben der GRCh No access
          2. b. Vorgaben des sonstigen Unionsrechts No access
        1. 3. Vorgaben des IPbpR No access
        2. 4. Zwischenergebnis: Nationale Regelung anhand europa- und völkerrechtlicher Vorgaben No access
          1. a. Recht auf informationelle Selbstbestimmung No access
            1. aa. Schutzbereich No access
            2. bb. Eingriff No access
            3. cc. Rechtfertigung No access
            4. dd. Zwischenergebnis: Sichere Übertragung und umfassende Übersicht erforderlich No access
        1. 2. Unverletzlichkeit der Wohnung No access
        2. 3. Recht auf den gesetzlichen Richter No access
          1. a. Dreiteilung des Rechts auf rechtliches Gehör No access
          2. b. Rechtliches Gehör bei physischer Anwesenheit des Angeklagten No access
            1. aa. Recht auf Information No access
            2. bb. Recht auf Äußerung No access
            3. cc. Recht auf Berücksichtigung des Geäußerten No access
          3. d. Zwischenergebnis: Gehörsrecht und Wahrnehmung No access
        3. 5. Zwischenergebnis: Nationale Regelung anhand verfassungsrechtlicher Vorgaben No access
          1. a. Prozessgrundsätze als legislative Leitplanken No access
              1. (1) Bedeutung und Umfang No access
                  1. (aa) Verändertes Verhalten aufgrund der Zuschaltung? No access
                  2. (bb) Einschränkung der Sinneseindrücke? No access
                  3. (cc) Verzerrung der Wahrnehmung? No access
                  4. (dd) Weitere Gefahren für die Sachaufklärung No access
                  5. (ee) Zwischenergebnis: Defizite für die Sachaufklärung im Allgemeinen nur in eng umgrenzten Einzelfällen No access
                  1. (aa) Beurteilung der Schuldunfähigkeit bzw. der verminderten Schuldfähigkeit No access
                  2. (bb) Strafzumessungsentscheidung No access
                  3. (cc) Entscheidung über die Aussetzung einer Strafe zur Bewährung No access
                  4. (dd) Entscheidung über Maßnahmen der Besserung und Sicherung No access
                  5. (ee) Allgemeine Kontrollüberlegungen No access
                  6. (ff) Zwischenergebnis: Umfassende Tatsachenfeststellung möglich No access
              2. (3) Interferenzen mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung No access
              3. (4) Zwischenergebnis: Vorgaben des Untersuchungsgrundsatzes No access
              1. (1) Bedeutung und Umfang No access
                  1. (aa) Beeinträchtigung des formellen Unmittelbarkeitsgrundsatzes? No access
                  2. (bb) Beeinträchtigung des materiellen Unmittelbarkeitsgrundsatzes? No access
                  3. (cc) Weitere mögliche Beeinträchtigungen des Unmittelbarkeitsgrundsatzes? No access
                1. (b) Übertragbarkeit dieser Überlegungen auf die audiovisuelle Zuschaltung des Angeklagten in die erstinstanzliche Hauptverhandlung No access
              2. (3) Zwischenergebnis: Unmittelbarkeitsgrundsatz und audiovisuelle Zuschaltung No access
              1. (1) Bedeutung und Umfang No access
                1. (a) Akustisch übertragene Einlassungen als mündliche Äußerungen No access
                2. (b) Erkenntnispsychologische Seite des Mündlichkeitsgrundsatzes No access
              2. (3) Zwischenergebnis: Sicherung der Ziele des Mündlichkeitsgrundsatzes No access
              1. (1) Öffentlichkeitsgrundsatz No access
              2. (2) Beschleunigungsgrundsatz und Konzentrationsmaxime No access
              3. (3) Spezial- und generalpräventive Zwecke? No access
              4. (4) Verhandlungsleitung und Sitzungspolizei No access
            1. ee. Zwischenergebnis und weiterführende Überlegungen No access
        1. 2. Vorgaben des Datenschutzes No access
    1. C. Ergebnis: Rechtsstaatliche Einführung der Möglichkeit der audiovisuellen Zuschaltung des Angeklagten in die erstinstanzliche Hauptverhandlung de lege ferenda No access
        1. 1. Ermessensentscheidung des Gerichts No access
        2. 2. Keine Einschränkung der Anwendungsfälle der Fernteilnahme No access
      1. II. Vorliegen eines legitimen Ziels No access
        1. 1. Vorgaben für die Übertragung von und Wiedergabe an beiden Orten No access
        2. 2. Vorgaben für die Übertragung vom und Wiedergabe am Aufenthaltsort des Angeklagten No access
        3. 3. Vorgaben für die Übertragung vom und Wiedergabe am Verhandlungsort No access
        4. 4. Grenzen des Maximalen No access
        5. 5. Weitere Schlussfolgerungen No access
        1. 1. Textvorschlag No access
        2. 2. Begründung No access
      1. II. Technisch-organisatorische Vorgaben No access
        1. 1. Textvorschläge No access
        2. 2. Begründung No access
      1. I. Anpassungen weiterer Regelungen No access
      2. II. Revisibilität von Verstößen No access
      3. III. Zuschaltung des Angeklagten aus dem Ausland No access
    1. D. Schlussfolgerungen für die Erreichung der eingangs dargelegten Ziele und Hebung der Potenziale No access
    2. E. Fazit und Ausblick No access
  2. Schlussbetrachtung No access Pages 415 - 416
  3. Literaturverzeichnis No access Pages 417 - 436