Konfrontation - Kooperation - Solidarität
Betriebsräte in der sozialen und emotionalen Zwickmühle- Autor:innen:
- Reihe:
- Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung (HBS), Band 79
- Verlag:
- 2006
Zusammenfassung
Betriebsräte stehen heute mehr denn je in einem paradoxen Spannungsfeld: Sie sollen Beschäftigteninteressen vertreten, sich gegen das Management durchsetzen und dessen neuen Strategien nicht naiv auf den Leim gehen, aber doch auch den Unternehmenserfolg auf schwieriger werdenden globalen Märkten im Auge behalten, Arbeitsplätze sichern, sich zuweilen sogar als »Co-Manager« verstehen. Sie sollen die homogene Stimme der Belegschaft sein, aber doch auch unterschiedliche Mitarbeitergruppen repräsentieren, vielfältigen Erwartungen genügen, Konflikte schlichten. Sie wollen sich vielfach auf die Hilfe ihrer Gewerkschaft stützen und solidarisch mit ihr sein, aber nicht ihr verlängerter Arm im Betrieb. Strukturell ist die zunehmend problematische Zwickmühle von Betriebsräten schon relativ gut untersucht – aber wie steht es eigentlich mit der subjektiven Seite? Wie verarbeiten Betriebsräte und -rätinnen ihr Dilemma emotional, wie richten sie sich in ihrer Grenzgänger-Rolle mental ein, welche Strategien entwickeln sie, um widersprüchliche Anforderungen zu bewältigen? In einer breit angelegten, qualitativ-empirischen Untersuchung geht Tietel diesen Fragen nach; er zeigt, dass »triadische Kompetenz« benötigt wird und wie Betriebsräte sie sich aneignen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2006
- ISBN-Print
- 978-3-8360-8679-0
- ISBN-Online
- 978-3-8452-6849-1
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Reihe
- Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung (HBS)
- Band
- 79
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 352
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 7
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 8
- Einleitung und Fragestellung Kein Zugriff Seiten 9 - 20
- Der Betriebsrat als Grenzinstitution: die triadische Perspektive Kein Zugriff Seiten 21 - 40
- 1. Die Gleichzeitigkeit der zunehmenden institutionellen Bedeutung des Betriebsrats und des subjektiven Erlebens eines beträchtlichen Anerkennungsdefizits von Betriebsräten Kein Zugriff Seiten 45 - 70
- 2. „Im Moment sind wir die Getriebenen.“ Von der unaufhaltsamen Integration eines Betriebs(rats) in einen IT-Multi Kein Zugriff Seiten 67 - 92
- 3. „Da war viel Euphorie im Betriebsrat, weil da kommt einer, der möchte mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten.“ Die Beziehung des Betriebsrats von TECHNO zur Geschäftsleitung Kein Zugriff Seiten 93 - 106
- 4. „Man fängt eigentlich immer wieder von vorne an.“ Der Betriebsrat von FINANZ in seiner Beziehung zur Geschäftsleitung Kein Zugriff Seiten 107 - 128
- 5. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit als verzwickte Herausforderung für (gewerkschaftlich orientierte) Betriebsräte Kein Zugriff Seiten 135 - 166
- 6. Einige subjektiv relevante Aspekte der Beziehung von Betriebsräten zu den Beschäftigten in einzelnen Untersuchungsbetrieben Kein Zugriff Seiten 161 - 186
- 7. „Personalabbau ist für jeden Betriebsrat immer eine Riesenkatastrophe!“ Der ‚worst case’: Betriebsrat in Zeiten von Entlassungen Kein Zugriff Seiten 187 - 202
- . „Es ist ein Kreuz mit den Angestellten.“ Die Schwierigkeiten der ‚Metaller’ im Betriebsrat von SOLUTIONS mit dem Wegfall der gewerblichen Beschäftigten und der sich wandelnden Arbeitskultur in ihrem... Kein Zugriff Seiten 203 - 234
- 9. Der Kampf um den „Dritten“. Geschäftsleitung und Betriebsrat rivalisieren um die Belegschaft Kein Zugriff Seiten 235 - 246
- 10. Firmen-Charisma und Betriebsrats-Stigma: Eine prekäre Spaltungsdynamik in der Dreieckskonstellation von Geschäftsleitung, Betriebsrat und Beschäftigten Kein Zugriff Seiten 247 - 264
- 11. Ein Betriebsrat, der sich von den High-Performern angenommen fühlt – das Beispiel des Betriebsrats von DACHS Kein Zugriff Seiten 265 - 272
- 12. „Über den Tellerrand des Betriebs hinausschauen“ – Gewerkschaften als Garant einer übergreifenden gesellschaftspolitischen Perspektive Kein Zugriff Seiten 281 - 292
- 13. „Vom gewerkschaftsorientierten zum betriebsbezogenen Betriebsrat“ – Das Beispiel der TECHNO GmbH Kein Zugriff Seiten 285 - 298
- 14. Das allmähliche Schwinden einer Lebensform. Die Veränderungen der Beziehung zur Gewerkschaft im Spiegel einer Gruppendiskussion bei der SOLUTIONS GmbH Kein Zugriff Seiten 299 - 305
- 15. „Ich hab’ die Erfahrung gemacht, dass das im Grunde genommen fast zwei Schienen sind.“ Die Beziehung zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft bei der FINANZ AG Kein Zugriff Seiten 306 - 309
- 16. „Also ich denke, Gewerkschaftsarbeit ist ein großer Schwachpunkt dieses Betriebsrats.“ Einige Bemerkungen zum Gewerkschaftsbezug der Betriebsräte bei TEMP Kein Zugriff Seiten 310 - 312
- 17. Das scheinbar unaufhaltsame Schwinden des Vertrauenskörpers als drittem gewerkschaftlichen Akteur in den Betrieben Kein Zugriff Seiten 313 - 318
- Ausblick: Betriebsrätinnen und Betriebsräte als Grenzgänger – Plädoyer für die Stärkung der triadischen Kompetenz von Arbeitnehmervertretern Kein Zugriff Seiten 319 - 330
- Forschungsfeld und Forschungsmethoden Kein Zugriff Seiten 331 - 338
- Literatur Kein Zugriff Seiten 339 - 352





