
Ethik im Zeichen vulnerabler Personen
Leiblichkeit – Endlichkeit – Nichtexklusivität- Autor:innen:
- Verlag:
- 2017
Zusammenfassung
Die vorliegende Sozialphilosophie verfolgt das Projekt, die Elemente des Ethischen in gesellschaftlichen Ordnungen und Systemen als nichtexklusive Schutzbereiche zu denken, die niemanden von Achtung und Würde ausschließen. Sie reagiert damit auf »die Hilflosigkeit der Philosophen« hinsichtlich der Erklärung, wem gegenüber wir moralische Verpflichtungen haben. Sofern es Menschen sind, ergeben sich für die meisten Philosophien Probleme, weil sie Kriterien für den Begriff des Menschen verwenden, die immer irgendjemanden zu Unrecht unbeachtet lassen: Frauen, Behinderte, Tiere, Fremde und so weiter! Die Hilflosigkeit kann durch Nichtexklusivität zumindest gemildert werden, weil der Anspruch der Nichtexklusivität eine unverrückbare Perspektive in die Analyse gesellschaftlicher Ordnungen und Systeme bringt. Ein Testfall für ethische Nichtexklusivität ist der Umgang mit Vulnerabilität. Grundsätzlich ist jede Person aufgrund ihrer Leiblichkeit und Endlichkeit vulnerabel, in spezieller Hinsicht kann sie es durch Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Behinderung werden. Im Gegensatz zu traditionellen Sozialphilosophien stehen damit nicht mehr allein die kognitiven und zweckrationalen Eigenschaften von Personen im Mittelpunkt des Ethischen, sondern deren leibliche Verankerung in Lebenswelt, Gesellschaft und Geschichte. Zur Gruppe der Personen zählen alle Menschen und viele Tiere. Diese Perspektive kann außerdem verdeutlichen, dass sich der Diskurs, der die »große Erzählung« einst als unglaubwürdig betrachtete und gegen ein großes Patchwork aus lauter minoritären Singularitäten eintauschte, definitiv am Ende seiner Epoche befindet. Die Ausführungen zu einer »Ethik im Zeichen vulnerabler Personen« sind in einer Schnittstelle situiert, die zwischen der philosophischen Ethik und der Ethik der Wissenschaften der Heilberufe besteht.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2017
- ISBN-Print
- 978-3-8452-9255-7
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9255-7
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 196
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- Vorwort Seiten 9 - 12 Download Kapitel (PDF)
- Das Ziel einer Ethik im Zeichen vulnerabler Personen
- Erweiterung der philosophischen Ethik um eine Ethik im Gesundheitswesen – Drei Aspekte
- Ethik als Anspruch auf Nichtexklusivität
- Krankheit als Distanz
- Alter als Abschiedlichkeit
- Sterben als Diversität
- Vulnerabilität
- Aristoteles: Ethik der Freundschaft
- Kant: Ethik der moralischen Person
- Mill: Ethik der Nutzenmaximierung
- Levinas: Ethik des Anderen
- Jonas: Ökologische Verantwortungsethik
- Resümee
- Darüber hinaus: Nietzsche
- Erweiterung
- Der Weg
- Philosophie, Medizin, Ethik
- Edmund Husserl, Maurice Merleau-Ponty, Helmuth Plessner
- Zwischenleiblichkeit, Fremdheit
- Wissenschaften der Heilberufe
- Cura sui
- Ausgangspunkt einer Ethik im Zeichen vulnerabler Personen
- aktiv/passiv
- Kant
- Lebensweise
- Freundschaft
- Selbstsorge/Fürsorge
- Tradition
- Postbiologie
- Autonomie in der Kritik
- Fürsorge in der Kritik
- Familie in der Kritik
- Eine Antwort auf die Kritik an der Autonomie
- Erneut: der Ausgangspunkt
- Eine Antwort auf die Kritik an der Freundschaft
- Die Würde der Person
- Eine Antwort auf die Kritik an der Familie
- Politik und Gesellschaft
- Person in der Kritik
- Menschenwürde in der Kritik
- Gerechtigkeit in der Kritik
- Eine Antwort auf die Kritik an der Person: Andersheit der Person
- Eine Antwort auf die Kritik an der Menschenwürde: Würde, Begegnung, Anerkennung
- Eine Antwort auf die Kritik an der Gerechtigkeit: Aushandlung und Sinnzuwachs
- Gesundheit und Krankheit
- E-Health und Digitalisierung als symbolische Form
- Der Gang zum Hausarzt
- Das Krankenhaus zwischen staatlicher Anstalt und privatem Betrieb
- Der Übergang ins Heim
- Hochaltrigkeit und Gebrechlichkeit
- Die Angst vor den Folgen der Gebrechlichkeit
- Das Lebensende und der Tod
- Dimensionen der Exklusivität
- Was ist eine ethisch relevante Exklusion und was nicht?
- Das Ethische und das Politische
- Perdu! Seul! Regardé! Exclu!
- Zur Phänomenologie von Tieren und Menschen
- Bestien
- Die Philosophie
- Die Phänomenologie
- Der klassische Logos: Aristoteles, Kant
- Die moderne Bioethik
- Perspektivwechsel nach Montaigne
- Das Miteinander von Mensch und Tier
- Elemente einer Ethik der Begegnung mit dem Tier
- Das Biest
- Zusammenfassung
- Tierschutz und Tiertötung
- Ethik als Tierschutzbereich?
- Der Mensch als Tier
- Human-Animal-Studies – Anmerkungen im Zeitalter des Sozialkonstruktivismus
- Literatur Seiten 183 - 196 Download Kapitel (PDF)



