
Wissenschaftliche Politikberatung im Praxistest
- Autor:innen:
- |
- Verlag:
- 2015
Zusammenfassung
Die wissenschaftliche Politikberatung ist im Gespräch. Vielerorts wird darüber diskutiert, wozu wissenschaftliche Politikberatung gut und ob sie wirklich hilfreich ist. Und wer dafür am kompetentesten sei –– Universitätsprofessoren, Think Tanks oder Akademien? Ob sich die Beratung nur auf die Politik beschränken sollte oder nicht besser an die Gesellschaft insgesamt zu richten sei? Und vor allem wird intensiv diskutiert: in welcher Weise die Beratung erfolgen sollte - direktiv empfehlend oder in Gestalt der Präsentation von Optionen, die sich aus dem Stand der Wissenschaft ergeben und nicht eindeutig sein können. In den in diesem Buch präsentierten vielfältigen und unterschiedlichen Vorstellungen über den Nutzen und die Ausgestaltung der wissenschaftlichen Politikberatung spiegeln sich zum einen die seit langem geführte akademische Diskussion zu diesem Thema, zum anderen die konkreten Erfahrungen von Wissenschaftlern, die in der Politikberatung tätig sind. Wissenschaftliche Politikberatung ist eine Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft, an der die unterschiedlichen Logiken beider Bereiche aufeinandertreffen. Das zentrale Problem, das sich aus der Kopplung von Wissenschaft und Politik ergibt, in der der Wissenschaft die Rolle der Beratung zufällt, ist das der Legitimation. Der Wissenschaftler als Berater der Politik ist nur durch sein besonderes Wissen legitimiert. Das heißt, er sollte politische Entscheidungen nicht durch die Darstellung seines Wissens im Beratungsprozess präjudizieren und schon gar nicht usurpieren, dazu fehlt ihm jede demokratische Legitimation durch Wahl. Selbst die Legitimation durch Wissen ist begrenzt. Vielfach sind die Fragen, zu denen der Berater Lösungen anbieten soll, so komplex, dass das dafür relevante Wissen äußerst begrenzt ist und keine eindeutigen Antworten erlaubt. Hinzu kommt noch das Problem von Werturteilen, auf denen politische Ziele und Entscheidungen unvermeidbar beruhen. Beratende Wissenschaftler sind nicht legitimiert, ihre Ziele und Werturteile über die der gewählten Volksvertreter zu stellen.
Der vorliegende Sammelband gibt einen breiten Überblick über unterschiedliche Funktionen und Organisationsformen der Politikberatung. Im ersten Teil werden markante Positionen der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zur wissenschaftlichen Politikberatung wiedergegeben. Im zweiten Teil kommen die Berater in unterschiedlichen Politik- bzw. Wissensbereichen sowie die Empfänger der Beratung in der Politik und die kritischen Beobachter der Beratung zu Wort, die die akademischen Positionen gleichsam einem ‚Praxistest‘ unterwerfen. Dementsprechend richtet sich der Band sowohl an die mit dem Thema befassten Wissenschaftler als auch an die ‚Praktiker‘, nämlich Berater und Beratene gleichermaßen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2015
- ISBN-Print
- 978-3-958-32046-8
- ISBN-Online
- 978-3-8452-7742-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 252
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 8
- Einleitung: Wissenschaftliche Politikberatung zwischen Legitimierungsfunktion und der Rolle des ›ehrlichen Maklers‹ Kein Zugriff Seiten 9 - 14
- Ethikkommission: Wie legitim ist die Legitimation der Politik durch Wissenschaft? Kein Zugriff Seiten 15 - 34 Ortwin Renn
- From Nuclear Winter to Climate Change: the Political Uses of Scientific Dissent Kein Zugriff Seiten 35 - 50 Naomi Oreskes
- Lessons from 50 Years of Science Advice to the US President Kein Zugriff Seiten 51 - 66 Roger A. Pielke
- When All Scientists are Activists Kein Zugriff Seiten 67 - 82 Daniel Sarewitz
- Ausbruch aus dem stahlharten Gehäuse der Hörigkeit: ein neues Modell wissenschaftlicher Politikberatung Kein Zugriff Seiten 83 - 106 Ottmar Edenhofer, Martin Kowarsch
- Wissenschaftliche Politikberatung zu ethischen Fragen – die Rolle der Akademien Kein Zugriff Seiten 107 - 114
- Governance des Wissens Kein Zugriff Seiten 115 - 136 Hans-Heinrich Trute
- Wissenschaftliche Politikberatung für die Außenpolitik in unterschiedlichen Kontexten Kein Zugriff Seiten 137 - 156 Harald Müller
- Politikberatung und Evaluationskultur in Deutschland Kein Zugriff Seiten 157 - 188 Christoph Schmidt
- Welche Rolle kann wissenschaftliche Evidenz in der (wissenschaftlichen) Politikberatung sinnvollerweise spielen? Kein Zugriff Seiten 189 - 216
- Braucht das Parlament den Rat der Wissenschaft? – Wie kann Wissenschaft nutzen? Innenansichten einer spannungsreichen Beziehung Kein Zugriff Seiten 217 - 228 Ulla Burchardt
- Mythos Politikberatung: Das Schattenmanagement der Lobbyisten Kein Zugriff Seiten 229 - 248 Thomas Leif
- Autorenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 249 - 252




