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Abweichungsfeste Verfassungsgrundsätze des Unionsrechts als ordre public-Vorbehalt gegenüber dem Völkerrecht

Autor:innen:
Verlag:
 2021

Zusammenfassung

Der EuGH betont seit dem Urteil Kadi wiederholt, dass völkerrechtliche Verpflichtungen nicht die Verfassungsgrundsätze des Unionsrechts beeinträchtigen können. Ausgehend von der Analyse der Rechtsprechung untersucht die Arbeit diese bisher konturarmen Verfassungsgrundsätze des Unionsrechts. Der Fokus liegt dabei auf der abweichungsfesten Wirkung gegenüber völkerrechtlich determinierten Unionsrechtsakten und völkerrechtlichen Verträgen der Union. Basierend auf den Ergebnissen werden einzelne Verfassungsgrundsätze herausgearbeitet. Ein Vergleich zeigt zudem deutliche Gemeinsamkeiten des Konzepts mit ordre public Vorbehalten. Die Skizzierung der Rolle der Verfassungsgrundsätze bei der Lösung aktueller Fragestellungen rundet die Arbeit ab.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2021
ISBN-Print
978-3-8487-8093-8
ISBN-Online
978-3-7489-2511-8
Verlag
Nomos, Baden-Baden
Reihe
Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht
Band
304
Sprache
Deutsch
Seiten
368
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 22 Download Kapitel (PDF)
  2. Download Kapitel (PDF)
        1. a) Anhaltspunkte in den Verträgen
        2. b) Anhaltspunkte in der Rechtsprechung
        3. c) Verfassungsgrundsätze als Anhaltspunkt
      1. 2. Begriff „Verfassungsgrundsätze“
        1. a) Relevanz für das Verhältnis des Unionsrechts zum Völkerrecht
        2. b) Relevanz für einzelne Fallkonstellationen
      1. 1. Thematisches Vorgehen
      2. 2. Methodisches Vorgehen
      3. 3. Perspektivenwahl
      4. 4. Vorverständnis
      5. 5. Ziele der Arbeit
  3. Download Kapitel (PDF)
        1. a) Verhältnis zwischen dem Gemeinschaftsrecht und dem Völkerrecht
        2. b) Gerichtliche Kontrolle anhand des ius cogens, verstanden als ordre public
      1. 2. Die Schlussanträge des Generalanwalts
        1. a) Verhältnis zwischen dem Gemeinschafts- und Völkerrecht
        2. b) Verfassungsgrundsätze als Überprüfungskriterien des autonomen Rechtssystems
          1. aa) Beachtung und Berücksichtigung des Völkerrechts in der Gemeinschaftsrechtsordnung
          2. bb) Prüfungsmaßstab: die Verfassungsgrundsätze des EG-Vertrags
          3. cc) Bezugnahme der Verfassungsgrundsätze auf den EG-Vertrag
          4. dd) Abgrenzung des angewandten Prüfungsmaßstabs vom gesamten Primärrecht
          5. ee) Achtung der Menschenrechte als Verfassungsgrundsatz
          6. ff) Erfasste Fallkonstellationen
          7. gg) Verwendung des Begriffs der „Verfassungsgrundsätze“ in der Rechtsprechung des EuGH
      2. 4. Zusammenfassung
      1. 1. Rolle der Verfassungsgrundsätze bei der Prüfung von EU-Sanktionen
      2. 2. Übertragen von Kadi I auf die Rechtslage nach Lissabon
      3. 3. Präzisierung der Anwendung der Grundrechte als Verfassungsgrundsätze durch Kadi II
    1. III. Kadi I und II als feste Bestandteile der Rechtsprechung – spätestens seit dem Gutachten 1/15
      1. 1. Stellungnahme der Generalanwältin: kein antizipierter ordre public Vorbehalt
      2. 2. Normierte Grundlagen für den Beitritt und „besondere Merkmale der Union und des Unionsrechts“
      3. 3. Angewandter Prüfungsmaßstab: verfassungsrechtlicher Rahmen
      4. 4. Vergleich zwischen den besonderen Merkmalen des Unionsrechts und den Verfassungsgrundsätzen
      5. 5. Zusammenfassung
      1. 1. Die Verfassungsterminologie des Gerichtshofs
      2. 2. Die Autonomie der Gemeinschaftsrechtsordnung gegenüber dem Völkerrecht als Grundlage der Gemeinschaftsrechtsordnung selbst
      3. 3. Der Umgang mit den völkerrechtlichen Zielen des Umsetzungsrechtsaktes
      4. 4. Die Verfassungsgrundsätze als Grenze der Ausnahme von der Primärrechtsbindung nach Art. 351 AEUV
        1. a) Strukturelemente der Gemeinschaft (Gutachten 1/76)
        2. c) Gleichheitssatz (Rahmenabkommen über Bananen)
          1. aa) Ähnlichkeit von Verfassungsgrundsätzen und grundlegenden Bestimmungen
          2. bb) Rolle von grundlegenden Bestimmungen in der Rechtsprechung des EuGH
          3. cc) Begriff des ordre public
      1. 1. Der Begriff und die Häufigkeit seiner Verwendung
      2. 2. Das zugrundliegende Verständnis vom Verhältnis des Unionsrechts zum Völkerrecht
      3. 3. Zur Rolle herausgehobener Formulierungen
      4. 4. Zusammenfassung: Die Verfassungsgrundsätze nach Kadi I in der Rechtsprechung
  4. Download Kapitel (PDF)
      1. 1. Verfassungsrechtliches Vorverständnis
      2. 2. Bedeutung des Grundsatzes
      3. 3. Relevanz der Analyse der Verfassungsgrundsätze
        1. a) „Verfassung“
        2. b) Prüfungstauglicher „Grundsatz“
        3. c) Abweichungsfeste Wirkung im Ergebnis
        4. d) Zuständigkeit des Gerichtshofs und Autonomie der Rechtsordnung als Voraussetzungen
        1. a) Art. 351 und Art. 347 AEUV
        2. b) Schlussfolgerungen für die Konzeption der Verfassungsgrundsätze
        3. c) Schlussfolgerungen für die Auslegung von Art. 347 und Art. 351 AEUV
        1. a) Innerunionale Berücksichtigung der Völkerrechtsfreundlichkeit und der Wertesicherung
        2. b) Rolle der Verfassungsgrundsätze im Mehrebenensystem
        1. a) Verknüpfung von Verfassungsterminologie und dem geschriebenen Primärrecht
        2. b) Von Art. 6 EUV (Nizza) zu Art. 2 EUV (Lissabon)
        3. c) Art. 2 S. 1 EUV als begriffliche Verankerung der abweichungsfesten Verfassungsgrundsätze
        4. d) Vereinbarkeit mit dem Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung
        1. a) Vorschriften, die auf die Werte des Art. 2 EUV verweisen
        2. b) Gesamtes geschriebenes Primärrecht und eigene Hierarchiestufe
        3. c) Allgemeine Rechtsgrundsätze
        4. d) Allgemeine Grundsätze des Unionsrechts
        1. a) Begründung der Begriffswahl
        2. b) Bedeutungsunterschied zwischen Prinzip und Grundsatz im konkreten Fall
        1. a) Einseitige Anwendung im Kollisionsfall zwischen Unionsrecht und Völkerrecht
        2. b) Abwägung bei der Prüfung anhand der Verfassungsgrundsätze und die Völkerrechtsfreundlichkeit der Unionsrechtsordnung
      1. 8. Zwischenfazit
      1. 1. Abweichungsfeste Wirkung gegenüber Umsetzungsrechtsakten bezüglich früherem Völkervertragsrecht der Mitgliedstaaten (Kadi-Konstellation)
        1. a) Völkervertragsrecht der Union
        2. b) „Späteres“ Völkervertragsrecht der Mitgliedstaaten
        3. c) Völkergewohnheitsrecht, das die Union bindet
        4. d) Völkergewohnheitsrecht, das die Mitgliedstaaten bindet
        5. e) Zusammenfassung
        1. a) Sekundärrechtsakte, insbesondere Fälle der Art. 351 und Art. 347 AEUV
        2. b) Sekundärrechtsakte außerhalb der Fälle der Art. 351 und Art. 347 AEUV
        3. c) Relevanz bei der Prüfung nach Art. 218 Abs. 11 AEUV
        4. d) Rechtsakte der Mitgliedstaaten
      2. 4. Zwischenfazit
    1. IV. Rechtsfolgen des Verstoßes gegen abweichungsfeste Verfassungsgrundsätze
        1. a) Völkerrechtsfreundlichkeit
        2. b) Koordination und Kooperation im Mehrebenensystem
        3. c) Rolle des EuGH
        1. a) Anpassungseffekte durch einen „Luxemburg effect“?
        2. b) Begrenzung des „Luxemburg effect“
        1. a) Nachahmung auf mitgliedstaatlicher Ebene?
        2. b) Bezugnahme auf Kadi I durch das BVerfG in der Lissabon-Entscheidung
      1. 4. Folge: restriktive Auslegung der abweichungsfesten Verfassungsgrundsätze
      1. 1. Dogmatische Beschreibung
      2. 2. Anwendungsfälle und Rechtsfolge
      3. 3. Rechtspolitische Folgen
  5. Download Kapitel (PDF)
        1. a) Rechtsprechung
        2. b) Primärrecht
        3. c) Literatur
        1. a) Die herausgearbeiteten Merkmale
        2. b) Der abweichungsfeste Gehalt und die Berücksichtigung der Völkerrechtsfreundlichkeit
        3. c) Die restriktive Auslegung und der Einfluss anderer Rechtsebenen oder Teilverfassungen
    1. II. Autonomie und Zuständigkeit des EuGH
      1. 1. Inhalt und Verankerung im Primärrecht
        1. a) Primärrecht und konkreter Prüfungsgehalt
        2. b) Abweichungsfester Gehalt
        3. c) Autonomie und Zuständigkeit des Gerichtshofs
    2. IV. Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung
      1. 1. Primärrecht
      2. 2. Konkreter Prüfungsgehalt
      3. 3. Abweichungsfester Gehalt
      4. 4. Autonomie und Zuständigkeit des Gerichtshofs
      5. 5. Prüfung und Beachtung des Völkerrechts
    3. VI. Grundsatz der Freiheit
    4. VII. Grundsatz der Gleichheit
    5. VIII. Grundsatz der Demokratie
      1. 1. Inhalt und Verankerung im Primärrecht
        1. a) Primärrecht und konkreter Prüfungsgehalt
        2. b) Abweichungsfester Gehalt und Autonomie
        1. a) Primärrecht und konkreter Prüfungsgehalt
        2. b) Abweichungsfester Gehalt und Autonomie
        1. a) Primärrecht und konkreter Prüfungsgehalt
        2. b) Abweichungsfester Gehalt und Autonomie
      1. 1. Identifizierte abweichungsfeste Verfassungsgrundsätze
      2. 2. Inhaltliche Überschneidung der Verfassungsgrundsätze und Rolle des Art. 2 EUV
      3. 3. Weitere potentielle Verfassungsgrundsätze mit abweichungsfester Wirkung
  6. Download Kapitel (PDF)
    1. I. Problemaufriss: Die Kollisionslage und die Kollisionsregel
        1. a) Kollisionsrechtlicher ordre public
        2. b) Anerkennungsrechtlicher und vollstreckungsrechtlicher ordre public
        3. c) Nationales Verfassungsrecht gegenüber dem Unionsrecht
        4. d) Zusammenfassung
        1. a) Völkervertragsrecht
        2. b) Vergleich des BVerfG mit dem ordre public des Völkervertragsrechts
        3. c) Völkergewohnheitsrecht
        4. d) Völkerrechtliche Aufladung der innerstaatlichen ordre public Vorbehalte
        5. e) Zusammenfassung
        1. a) Unionsrechtliche Aufladung der mitgliedstaatlichen ordre public Vorbehalte
        2. b) Die öffentliche Ordnung als Vorbehalt in den EU-Verträgen
        3. c) Ordre public und Europarecht im weiteren Sinne
        4. d) Zusammenfassung
        1. a) Vorbehaltswirkung zugunsten einer Rechtsordnung im Einzelfall
        2. b) Vorbehaltswirkung zugunsten staatlicher und nichtstaatlicher Rechtsordnungen
        3. c) Unterscheidung zwischen der Rechtsordnung, die den Vorbehalt gewährt und der Rechtsordnung, zugunsten deren ordre publics der Vorbehalt wirkt
        4. d) Grund für das Bestehen der ordre public Vorbehalte in geschriebener und ungeschriebener Form
        5. e) Grenzen der Vorbehalte: restriktive Auslegung
        1. a) Bezeichnung des geschützten Inhalts des Vorbehalts in geschriebenen Vorbehalten
        2. b) Bezeichnung des geschützten Inhalts des Vorbehalts in ungeschriebenen Vorbehalten
        3. c) Rechtsquelle des geschützten Inhalts des Vorbehalts
        4. d) Grundrechtsschutz
        5. e) Kernmetapher
      1. 1. Einordnung der Aussagen des EuG in Kadi I
        1. a) Kollisionslage als Ausgangspunkt für die Kollisionsregel
        2. b) Vorbehaltswirkung
        3. c) Ergebniskontrolle im Einzelfall
        4. d) Bestimmung des durch die abweichungsfesten Verfassungsgrundsätze geschützten Gehalts
        5. e) Zusammenfassung
        1. a) Konkretisierung des durch die Verfassungsgrundsätze geschützten kollisionsrechtlichen Teils des unionsrechtlichen ordre public
        2. b) Unterschiede zwischen den Verfassungsgrundsätzen und der Identitätskontrolle
        3. c) Mögliche Aufladung der Verfassungsgrundsätze
      2. 4. Fazit: Die abweichungsfesten Verfassungsgrundsätze bilden einen unionsrechtlichen ordre public Vorbehalt
  7. Download Kapitel (PDF)
      1. 1. Kriterien
      2. 2. Geschützte Gehalte
        1. a) Positionierung der Unionsrechtsordnung zum Völkerrecht
        2. b) Bessere Einordnung der verfassungsrechtlichen Terminologie der Rechtsprechung und größere Rechtssicherheit
        3. c) Bestimmung des primärrechtlichen Prüfungskatalogs des EuGH mit Blick auf das Völkerrecht
    1. II. Die abweichungsfesten Verfassungsgrundsätze als ordre public Vorbehalt
      1. 1. Sanktionen
      2. 2. EMRK-Beitritt und weitere völkerrechtliche Abkommen
      3. 3. Schiedsklauseln in bilateralen Investitionsschutzverträgen
    2. IV. Thesenartige Zusammenfassung
  8. SchrifttumSeiten 359 - 368 Download Kapitel (PDF)

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