Cover des Buchs: Staatliche Ordnung und Gewaltforschung
, um zu prüfen, ob Sie einen Vollzugriff auf diese Publikation haben.
Monographie Kein Zugriff

Staatliche Ordnung und Gewaltforschung

Zur Rolle von Gewalt in der stationären Pflege von Menschen mit Demenz
Autor:innen:
Verlag:
 31.01.2023

Zusammenfassung

Pflegewissenschaftliche und ein Großteil der soziologischen Gewaltforschung setzen sich unter Bezugnahme auf den Begriff der Gewalt zum Ziel, gewichtige Missstände zu identifizieren. Eine solche Gewaltforschung läuft auf eine moralische Beurteilung sozialer Phänomene hinaus. Das erste Ziel der von Jonas Barth vorgelegten Studie besteht darin, die gesellschaftliche Notwendigkeit der moralisierenden Gewaltforschung aufzuzeigen. Denn die Gewaltforschung reproduziert Formvorgaben über die gesellschaftliche Bedeutung von Gewalt und wird damit zu einem Teil eines staatlich verfassten ordnungsbezogenen Handlungszusammenhangs. Evaluative Stellungsnahmen in solchen Forschungen werden dann erkennbar als symbolische Markierungen von Ordnungskonflikten.

Diese Rekonstruktion ermöglicht die Explikation eines Maßstabs, mit Hilfe dessen sozialtheoretische Mittel entwickelt werden können, die neben der geleisteten Rekonstruktion grundsätzlich auch anders gelagerte, d.h. nicht nur staatliche Ordnungsbezüge von Gewalt erfassen können. In den oben rekonstruierten Ordnungskonflikten wird markiert, dass es in der Pflege zu Gewaltbestimmungen und -legitimationen kommt, die für illegitim gehalten werden. Vor diesem Hintergrund analysiert die Studie auf der Grundlage einer qualitativ-ethnographischen Studie das Verständnis von und den Umgang mit Gewalt, die die normative Ordnung in der stationären Pflege von Menschen mit Demenz kennzeichnen. Die entlang der ethnografisch erzielten und theoretisch verdichteten empirischen Befunde werden abschließend noch einmal auf die eingangs geleistete Rekonstruktion der staatsbezogenen Gewaltforschung rückbezogen, sodass die Befunde sowohl einen Beitrag zur pflegebezogenen als auch zur gesellschaftstheoretischen Gewaltforschung darstellen.

Schlagworte


Publikation durchsuchen


Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2023
Erscheinungsdatum
31.01.2023
ISBN-Print
978-3-95832-319-3
ISBN-Online
978-3-7489-3960-3
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
444
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 10
  2. Einleitung Kein Zugriff Seiten 11 - 18
      1. Gewalt als explizites Thema der Forschung – der Blick auf Gewalthandlungen Kein Zugriff
      2. Gewalt als implizites Thema – der Blick auf organisatorisch-strukturelle Zusammenhänge Kein Zugriff
      1. Gewalt = physische Gewalt? Kein Zugriff
      2. Gewalt = strukturelle Gewalt? Kein Zugriff
      3. Gewalt = symbolische Gewalt? Kein Zugriff
      4. Wiederholungsrituale der Gewaltforschung Kein Zugriff
    1. Lösung: Gewalt als institutioneller Sachverhalt Kein Zugriff
    2. Die Tücken des linearen Aufbaus von Texten: Zum weiteren Aufbau des Buches Kein Zugriff
    1. Zum Status von Gesellschaftstheorie Kein Zugriff
      1. Gesellschaftstheorie als Sozialtheorie? Kein Zugriff
      2. Zur genetischen Relativierung der Sozialtheorie Kein Zugriff
      1. Husserls Begriff des Historischen Apriori und das Verhältnis von Transzendentalität und Geschichte Kein Zugriff
      2. Das Historische Apriori bei Foucault Kein Zugriff
      3. Der methodische Nutzen des Historischen Aprioris für die empirische Forschung Kein Zugriff
      1. Der systemtheoretische Blick auf die Person Kein Zugriff
      2. Die Sakralität der Person Kein Zugriff
      3. Die Sakralität der Person als Legitimationstheorie der Moderne Kein Zugriff
      1. Soziologische Ressourcen zur gesellschaftstheoretischen Thematisierung von Gewalt Kein Zugriff
      2. Das Konzept der Verfahrensordnung der Gewalt Kein Zugriff
        1. Die Rolle des Opfers in der Moderne Kein Zugriff
        2. Kulturelle Differenzen in und zwischen Verfahrensordnungen der Gewalt Kein Zugriff
        1. Gewalt als Inklusionsmechanismus Kein Zugriff
        2. Inklusion und Exklusion im Kontext der modernen Verfahrensordnung der Gewalt Kein Zugriff
    1. Zusammenfassung und Anforderungen an Sozialtheorie Kein Zugriff
      1. Erfahrung als leibliches Erleben Kein Zugriff
      2. Exzentrische Positionalität Kein Zugriff
    1. Gewalt, Ordnung, Dritte Kein Zugriff
    2. Gewalt als Darstellung enttäuschter Erwartungen Kein Zugriff
    3. Gewalt als Interaktionsgeschehen zwischen Akteuren Kein Zugriff
    4. Gewalt findet immer im Rahmen von Verfahrensordnungen der Gewalt statt Kein Zugriff
    5. Der Weg zur Gesellschaftstheorie: Reflexive Institutionalisierung Kein Zugriff
    6. Ein sozialtheoretisches Verständnis von Gewalt Kein Zugriff
    1. Sozialtheoretische Prämissen Kein Zugriff
      1. Grounded Theory: emergence vs. theoretical sensitivity Kein Zugriff
      2. Ein gewaltsoziologisches Kodierparadigma Kein Zugriff
      3. Das Kodierverfahren Kein Zugriff
        1. Deduktion, Induktion, Abduktion Kein Zugriff
        2. Unterschiedliche Erklärungsprogramme in den Sozialwissenschaften Kein Zugriff
        3. Reflexive Gewaltforschung: Zwischen semantischer und syntaktischer Erklärung Kein Zugriff
        1. Warum die Berücksichtigung von Gesellschaftstheorie für die qualitative Sozialforschung alternativlos ist Kein Zugriff
        2. Auf welche Weise Gesellschaftstheorie methodisch und methodologisch mit der qualitativen Sozialforschung verzahnt wird Kein Zugriff
      1. Ethnografie: Naturalismus vs. Konstruktivismus Kein Zugriff
        1. Zum Feldzugang und erste Hypothesen Kein Zugriff
        2. Datenkorpus Kein Zugriff
      1. Überblick über die Befunde dieses Kapitels Kein Zugriff
        1. Pflege als soziales System Kein Zugriff
        2. Pflege als soziales Feld Kein Zugriff
          1. Der medizinische Verzicht auf medizinische Krankenbehandlung Kein Zugriff
          2. Die Entbindung von Pflegebedürftigen aus Familien als Überlastung Kein Zugriff
          3. Zusammenfassung und Überleitung Kein Zugriff
        1. Die andere Seite der Demenz: der »Mensch« Kein Zugriff
        1. Illegitime Gewalt: Pflegewissenschaftliche Gewaltforschung Kein Zugriff
            1. Pflegebedürftigkeit Kein Zugriff
            2. Qualitätsanforderungen Kein Zugriff
      2. Die Messung und Veröffentlichung nicht hinnehmbarer Erwartungsenttäuschungen Kein Zugriff
        1. Formcharakter der Gewalt: Legitime Darstellung der Geltung enttäuschter Erwartungen außerhalb des Rechts Kein Zugriff
          1. Zusammenfassung Kein Zugriff
      3. Allgemeine Folgerungen aus diesem Kapitel Kein Zugriff
      1. Die Substitution erfasster Intentionen als Muster institutionalisierter Gewaltverteilungen Kein Zugriff
      2. Datenbasis und Form der Datenerhebung Kein Zugriff
      3. Gewalt so schwer: Der prekäre Akteursstatus von Frau W Kein Zugriff
      4. Gewalt so leicht: Der sichere Akteursstatus der PFK Kein Zugriff
      5. Fazit und Implikationen für die weiteren Abschnitte Kein Zugriff
        1. Das Zusammenspiel von Ärzt:innen und rechtlicher Betreuung Kein Zugriff
        2. Das Zusammenspiel von Ärztin und Pflegekräften: Die doppelte Funktion von Psychopharmaka: Absicherung, dass Menschen mit Demenz keine Gewalt anwenden und Unterbindung zukünftiger illegitimer Gewalt d... Kein Zugriff
        1. Dem Dilemma entgehen I: Situationsdefinitionen Kein Zugriff
        2. Dem Dilemma entgehen II: Wohl über Freiheit Kein Zugriff
        3. Freiheit erzeugt illegitime Gewalt Kein Zugriff
      1. Medikamente und Gewalt Kein Zugriff
      1. Versorgungsroutinen Kein Zugriff
        1. Wenn die Versorgung zur Bewährungsprobe wird: Anforderungen an die Aufrechterhaltung des Deutungsmusters, dass Menschen mit Demenz keine Gewalt ausüben Kein Zugriff
        2. Üben für die Bewährungsprobe Kein Zugriff
          1. Bezugsproblem: die Aufrechterhaltung der Versorgung Kein Zugriff
          2. Gewaltbezug in der routinierten Versorgung Kein Zugriff
      2. Fazit Kein Zugriff
    1. Die Bedingungen der Möglichkeit von Gewalt: Zum Akteursstatus von Menschen mit Demenz Kein Zugriff
    2. Methodische Anmerkungen: Wie Akteursstatus erfassen? Kein Zugriff
      1. Akteur, soweit es geht: Interaktion ohne Geschichte Kein Zugriff
        1. Die Bedeutungslosigkeit doppelter Kontingenz für die Gestaltung der Pflegebeziehung Kein Zugriff
        2. Interaktion unmöglich Kein Zugriff
        3. Handlungsmodus ohne Interaktion: Instrumentalität Kein Zugriff
    3. Zusammenfassung: Bewohner:innen als Akteure zwischen zentrischer und exzentrischer Positionalität Kein Zugriff
    4. Akteursstatus und Gewalt Kein Zugriff
      1. Die Feldtheorien der Pflege Kein Zugriff
      2. Ethnografische Befunde Kein Zugriff
      3. Gesellschaftstheoretische Analyse: Pflege: Eine Verfahrensordnung ohne Gewalt? Kein Zugriff
    1. Empirische Fortsetzungsmöglichkeiten Kein Zugriff
    2. Vorzüge und Limitierungen des methodischen Vorgehens Kein Zugriff
  3. Literatur Kein Zugriff Seiten 418 - 441
  4. Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 442 - 444

Ähnliche Veröffentlichungen

aus dem Schwerpunkt "Soziologie allgemein"
Cover des Buchs: Systemtheorie und Erzählen
Monographie Kein Zugriff
Ralf Kellermann
Systemtheorie und Erzählen
Cover des Buchs: Secular Humanism in Sweden
Monographie Kein Zugriff
Susanne Kind
Secular Humanism in Sweden
Cover des Buchs: Intersektionalität in Therapie und Beratung
Sammelband Vollzugriff
Sabrina Saase, Audrey Namdiero-Walsh, Sophia Schlör, Kira Dücker
Intersektionalität in Therapie und Beratung
Cover des Buchs: Sichtbarkeit von weiblicher wissenschaftlicher Leistung im Fokus
Sammelband Vollzugriff
Julia Rathke, Katja Knuth-Herzig, Lena Milker
Sichtbarkeit von weiblicher wissenschaftlicher Leistung im Fokus
Cover des Buchs: Sportmanagement
Sammelband Kein Zugriff
Albert Galli, Markus Breuer, Rainer Tarek Cherkeh, Christian Keller
Sportmanagement