
Philosophie des Leidens
Zur Seinsstruktur des pathischen Lebens- Autor:innen:
- Reihe:
- Phänomenologie
- Verlag:
- 03.11.2009
Zusammenfassung
Die „Philosophie des Leidens“ stellt den Versuch dar, das Phänomen „Leiden“ in seiner ontologischen und existenzialen Grundstruktur aufzudecken. Dabei geht der Autor von konkreten, auch eigenen Leiderfahrungen aus und unterzieht sie einer phänomenologischen Analyse. Als universale Struktur enthüllt er eine dynamische Diskrepanzstruktur, in der sich pathische Betroffenheit und subjektive Stellungnahme eng verflechten. Dieser innere Widerspruch wird als Schmerz und Last erlebt: Der leidende Mensch erfährt und erleidet etwas, was er nicht erleiden will, aber erleiden muss. In jedem Leiden walten darum Befangenheit und Aufbegehren. Diesen Kern des Leidens legt der Autor aus, indem er zum einen das Leiden bis in seine letzten, fundamentalsten Strukturmomente verfolgt, zum anderen den Zusammenhang des Leidens mit allen Lebenskräften und Lebensbereichen aufzudecken sucht, so z.B. die Zusammenhänge zwischen Leiden und Erkenntnis, Gefühl oder Leib. Im Leiden erfährt sich der Mensch als begrenzt, bedrängt und gebunden, aber wäre er total unfrei, könnte er nur passiv erleiden (wie ein Stein einen Stoß erleidet), er könnte nicht leiden, d.h. sich innerlich in der Weise des Schmerzes erfahren. Leiden ist immer auch Selbstbewegung, ja - wenn auch meist unbewusste - Stellungnahme, in der ein Selbst-Welt-Konzept zum Austrag kommt. Damit ist klar, dass alles Leiden ein „Anderes“ impliziert, mit dem im Leiden kommuniziert wird. Am Ende seiner Arbeit verortet der Autor die „Philosophie des Leidens“ im Kanon der Wissenschaften und gibt einen Ausblick auf transphänomenale, „metaphysische“ Hintergründe des Leidens.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2009
- Erscheinungsdatum
- 03.11.2009
- ISBN-Print
- 978-3-495-48373-2
- ISBN-Online
- 978-3-495-99840-3
- Verlag
- Karl Alber, Baden-Baden
- Reihe
- Phänomenologie
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 456
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 13 Download Kapitel (PDF)
- Einleitung Seiten 14 - 19 Download Kapitel (PDF)
- Fragestellung und Zielsetzung
- Das Leiden als »Urphänomen des Lebens«
- Die konstitutionelle Konfliktträchtigkeit des Menschen: eine anthropologische Skizze
- Der Sinn des Begriffs »Ontologie«
- Die phänomenologisch-reduktive Analyse als Grundmethode des Projekts
- Struktur, Dynamik, Genese und Funktion des Leidens als zielführende Leitbegriffe
- Der Ausgang, die drei Quellen der Erfahrung und das Problem des Apriori
- Weitere Methoden der Leidensphilosophie
- Notwendigkeit und Allgemeinheit der Erkenntnis
- Ontisch – existenzialontologisch – transzendental – fundamentalontologisch
- Jaspers’ Erkenntniskritik und das Leiden
- Einleibung, Empathie und Kernintuition (Möglichkeit und Grenzen der Kommunikation im Leiden)
- Sprache und Leiden
- Das Realitätsproblem des Leidens und das Leiden im Traum
- Leiden undWahrheit
- Die drei Grundfragen zum Leiden und seine drei Grundwissenschaften
- Ein Exemplum
- Sein und Mangel an Sein im Leiden
- Die fünf Seinsurmomente des Leidens und ihr innerer Zusammenhang
- Allgemeine Vorbemerkung
- Betroffenheit und Getroffenheit (Erleiden,Widerfahrnis, affectio): die Doppelseitigkeit des Pathos
- Die zwei komplementär-polaren Urqualitäten der leidvollen Betroffenheit und ihre Einheit: Schmerz und Last (»Brennen« und »Bedrücken«)
- Der leibliche Schmerz
- Der seinslogische Ring des Leidens: Leidender – Leidensakt – Leidübel
- Die dynamisch-dialektische Diskrepanz als die gestaltlichquantitative Seite des Leidens
- Die reale Vorbedingung des Leidens: das Erleiden (affectio) als Grenzerfahrung und seine zwei Grundformen »Widerstand« und »Widerfahrnis«
- Die Intentionalität des Leidens
- Leidwahrnehmung und implizite Reflexivität (unmittelbares Selbstgewahrsein) im Leiden
- Leiden, Bewertung und Selektion
- Wert und Unwert im Leiden
- Ohnmacht undWiderstand im Leiden; die Formen des Krankheitsgewinns
- Doppelte Aktstruktur, Grundgenese und das Wünschen im Leiden
- Leidensdruck und Bedürfnissystem
- Der negativ-pathische Gestaltkreis im Leiden
- Die Dynamik des Leidens: Selbsttranszendierungstendenz und Retroflexio passionis
- Implizite und explizite Reflexivität im Leiden
- Die einfache Zeitstruktur des Leidens (Teil 1)
- Schlussformen des Leidens
- Allgemeine Vorbemerkung
- Die drei Grundstellungen des Daseins
- Der Zusammenhang der drei Grundstellungen des Daseins mit den Zeitekstasen
- Das Leiden und die präsentische Grundstellung
- Das Leiden und die reaktive Grundstellung
- Das Leiden und die prospektive Grundstellung
- Folgegestaltungen der drei Grundstellungen
- Der Leidenskalkül der reaktiven Grundstellung und der Gesamtkalkül
- Begriff und Definition des Leidens
- Abgrenzung des Leidens von leidensnahen Phänomenen
- Die ontologischen Stufen der Wirklichkeit
- Die eigenartig praktische Grundstruktur des Leidens: der Wille im Leiden
- Die eigenartig theoretische Grundstruktur des Leidens: der Verstand im Leiden
- Die eigenartig emotional-poietische Grundstruktur des Leidens: das Gefühl im Leiden
- DasWesen des Gefühls
- Das Problem der Nomenklatur
- Gefühl und Verstand, Gefühl undWille
- Gefühl und Leib
- Die überwiegend bejahenden pragmatischen Leidensgestalten
- Die überwiegend verneinenden pragmatischen Leidensgestalten
- Die unentschiedenen pragmatischen Leidensgestalten
- Die pragmatischen Leidensextreme
- Die überwiegend bejahenden theoretischen Leidensgestalten
- Die überwiegend verneinenden theoretischen Leidensgestalten
- Die theoretisch widersprüchlichen Leidensgestalten
- Die Leidensgestalten desWunschlebens
- Die Leidensgestalten des Stimmungslebens
- Die Leidensgestalten des Affektlebens
- Die Zeitlichkeit der vollwirklichen Leidensgestalten (Teil 2)
- Pragmatische, theoretische und poietische Grundleiden
- Die Verflechtung der drei Hauptlebenszweige und das Leiden – Einheit und Grenzen dieser Verflechtung
- Allgemeine Vorbemerkung
- Leiden und Tun, Leiden als Tun, Leiden als Selbst- und Weltentwurf
- Raumstruktur, Leiblichkeit und Intersubjektivität des Leidens
- Leiden und Lust
- Notleiden und Krankheit
- Die komplexe Zeitstruktur des Leidens (Teil 3): die Leidensgradation in der Zeit
- Allgemeine Vorbemerkung
- Der Leib als Quelle des Leidens
- Der Zugang zum Leib: seine immanent-transzendente Wirklichkeit
- Die Grundstruktur des Leibes: sinnliche Fülle, dynamische Ordnung, substantielle Medialität
- Leib und Körper
- Leib, Bedürfnis und Leiden (das Rubikonmodell nach Heckhausen)
- Grundformen leiblichen Leidens: Schmerz, Erschöpfung, Verletzung, Krankheit, Verstümmelung, Behinderung, Entstellung
- Der Leib als erkenntnistheoretisches Problem
- Der transempirische Status des Unbewussten und seine Spuren in der Erfahrung
- Formen des Unbewussten
- Das Unbewusste und das Leiden
- Psychodynamik des Leidens
- Grundsätzliches und Allgemeines
- Mitgefühl und Mitleid
- Devianz und soziale Krankheit
- Allgemeine Vorbemerkung
- Die direkten Triebfaktoren der Entwicklung
- Die indirekten Triebfaktoren der Entwicklung: Mangel, Grenze, Problem, Konflikt, Gefahr, Konkurrenz
- Der Funktionskreis von Organismus und Umwelt
- Selbstsein und Anderssein
- Organismische Grundverhaltungen gegenüber der Umwelt
- Stufen der Genese des Leidens
- Das Problem von Genese und Dialektik
- Das Problem der Kausalität als Realitätszusammenhang
- Der Ausgang und die Methode zur Klärung der Kausalfrage
- Das Problem der Kausalität als Verstandesform
- Kants Apriorität der Anschauungs- und Denkformen und der Traum
- Die drei denkbaren Grundformen der Kausalität
- Die einzig mögliche Kausalität (causa efficiens) und ihre drei Dimensionen (causa qualitatis, causa conditionalis, causa regularis)
- Kausalität, Erleiden und Leiden
- Konstellationen der Betroffenheit und Getroffenheit
- Die Grundkonstellationen zwischen dem Akt des Leidens und seinem Übel
- Die einfache Affektion: Belastung und Belästigung (Irritation)
- Nichttraumatische Überforderung und Versagen
- Die traumatische Überforderung und das Trauma als Übergriff (»Invasion«)
- Versagung und Enttäuschung (Frustration)
- Unterforderung und Entbehrung (Deprivation) als passive Minus-Stimulierung
- Die Privation
- Die Hemmung als Form der verhindernden oder statischen Gegenstimulierung
- Die Störung als ungeordnete oder Fehlstimulierung
- Der Konflikt als konträre oder gegenläufigdynamische Stimulierung
- Allgemeine Vorbemerkung
- Die Stellung der phänomenologischen Ontologie des Leidens im Leben und im Reich der Wissenschaften
- Das Leiden innerhalb der Lebenszweige
- Die Phänomenologie des Leidens als Wissenschaft
- Die Stellung der Phänomenologie des Leidens innerhalb der wissenschaftlichenWelt
- Medizin, Pädagogik und Therapeutik im Lichte des Leidens
- Allgemeine Vorbemerkung
- Freiheit und Notwendigkeit im Leiden
- Ichsein und Leiden
- Die Zeit als Quelle des Leidens
- Eros und Mühsal als Quelle des Leidens
- Die Individuation als Quelle des Leidens
- Pluralität und Kampf als Quelle des Leidens
- Die exilische Existenz des Menschen
- Das Leiden und das Absolute
- Zusammenfassung Seiten 437 - 439 Download Kapitel (PDF)
- Literaturverzeichnis Seiten 440 - 452 Download Kapitel (PDF)
- Personenregister Seiten 453 - 456 Download Kapitel (PDF)




