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Die Genese des „Dritten Humanismus"

Wegmarken der Kultur- und Bildungskritik in Deutschland 1871–1921
Autor:innen:
Verlag:
 2025

Zusammenfassung

Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich der Humanismus in der Krise. Durch den Siegeszug der positiven Wissenschaften mit ihren Errungenschaften für die moderne Zivilisation verliert das klassische, aus der Goethe-Zeit stammende Bildungsideal mit Eintritt in die Gründerzeit kontinuierlich an Bedeutung. Infolgedessen lässt sich in Literatur und Philosophie ein gesteigertes Interesse an Fragen nach der Angemessenheit der überkommenen humanistischen Bildungstradition und ihrem sozio-kulturellen Stellenwert in einer radikal gewandelten Lebenswelt beobachten. Besonders häufig bedienen sich Dichter und Philosophen bei der Behandlung dieser Fragen kulturkritischer Dartstellungsverfahren, die ausgehend von einer Diagnose des Gesamtzustandes der Gegenwartskultur wahlweise prekäre Erscheinungsformen des akzelerativen Modernismus suspendieren oder durch neue Weltanschauungsangebote überwinden wollen. Mit der Proklamation des ‚Dritten Humanismus‘ durch Eduard Spranger kommen diese Prozesse 1921 zu einem Höhepunkt, wobei durch die begriffliche Etikettierung eine Epochenzäsur markiert wird, die das Ende des goethezeitlichen Humanismus zum Ausdruck bringt. Die Studie von Björn Thesing rekonstruiert ideengeschichtlich den Weg vom Neuhumanismus zum ‚Dritten Humanismus‘ exemplarisch anhand einzelner ‚Wegmarken‘, etwa bei Friedrich Nietzsche, Theodor Fontane, Rudolf Eucken, Ernst von Wildenbruch und Eduard Spranger.

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Bibliographische Angaben

Auflage
1/2025
Copyrightjahr
2025
ISBN-Print
978-3-465-04694-3
ISBN-Online
978-3-465-14694-0
Verlag
Klostermann, Frankfurt am Main
Reihe
Das Abendland N.F.
Sprache
Deutsch
Seiten
673
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
    1. Inhalt Kein Zugriff
    1. I. Vom ‚Neuhumanismus‘ zum ‚Dritten Humanismus‘. Begriffliche und historische Präliminarien Kein Zugriff
    2. II. Habent sua fata termini. Zur historischen Semantik des ‚Dritten Humanismus‘ Kein Zugriff
    3. III. Zur Methodologie der Humanismusforschung: ‚Humanistik‘ zwischen Ideengeschichte, Kulturgeschichte und Problemgeschichte Kein Zugriff
    4. IV. Humanismus und Kulturkritik: Zur Bedeutung eines reflexiven Denkmusters für den Humanismus-Diskurs in der Moderne Kein Zugriff
    1. I. Nietzsches „Artisten-Metaphysik“ und die „Helden“ der deutschen Klassik. Zur ästhetischen Programmatik in "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" Kein Zugriff
    2. II. Nietzsches Wendung zur Bildungskritik: Zu den Vorträgen "Ueber die Zukunft unserer Bildungsanstalten" Kein Zugriff
    3. III. Die „lächerliche Improportionalität“ im Bildungsstreben als Ausdruck einer „prästabilirten Harmonie“. Zur metaphysischen Fundierung von Nietzsches Bildungselitismus Kein Zugriff
    4. IV. Wie die Philologen das Altertum zugrunde richten: Zu Nietzsches Philologenschelte in den Basler Bildungsvorträgen Kein Zugriff
    5. V. „Oh Voltaire! Oh Humanismus! Oh Blödsinn!“ Friedrich Nietzsche zwischen (neu-)humanistischer Tradition, Humanismuskritik und Anti-Humanismus Kein Zugriff
    1. I. Humanistische Gelehrsamkeit und gründerzeitlicher Materialismus: Zum Verhältnis von ‚Bildung‘ und ‚Besitz‘ in "Frau Jenny Treibel" Kein Zugriff
    2. II. Hermetischer Humanismus? Das Gelehrtenkränzchen um Wilibald Schmidt und die Probleme des Humanismus im ausgehenden 19. Jahrhundert Kein Zugriff
    3. III. Laudatio cancri oder: Wilibald Schmidt und die Rede vom ‚Menschlichen‘ im ‚Nebensächlichen‘ Kein Zugriff
    4. IV. Zur Bewältigung des ewig Gleichen. Das ‚Schmidt’sche‘ zwischen pessimistischer Geschichtsphilosophie und christlicher Humanität Kein Zugriff
    1. I. Zwischen Philologie, Philosophie und Kulturkritik: Zu den Grundlagen von Rudolf Euckens neuidealistischem Humanismus Kein Zugriff
    2. II. „nichts geringeres als die Idee eines neuen Menschen“. Rudolf Euckens Metaphysik des Geisteslebens im Spiegel ihrer Tradition Kein Zugriff
    3. III. „Das mag geduldig ertragen, wen die Natur zu so niederer Art gebildet hat“: Neuidealistische Persönlichkeitsgenese zwischen Neuhumanismus, Aktivismus und Aristokratismus Kein Zugriff
    4. IV. „Was kann das klassische Altertum dafür, wenn einzelne Lehrer ungeschickte Menschen sind?“ Rudolf Euckens Kampf um das humanistische Gymnasium und das Erbe der Antike Kein Zugriff
    5. V. Gefeierte Objektivität und Ethos der Tat: Rudolf Euckens neuidealistische Klassiker-Rezeption nach 1900 Kein Zugriff
    6. VI. Ein „Metaphysiker der freischwebenden Stimmung“ und „Prediger in der Wüste“: Rudolf Euckens Stellung zu Friedrich Nietzsche und dem Nietzscheanismus Kein Zugriff
    1. I. Ein umstrittener Nationaldichter? Ernst von Wildenbruch und der repräsentative Stil im Kaiserreich Kein Zugriff
    2. II. Zwischen (Neu-)Humanismus und (Neu-)Idealismus. Zu den weltanschaulichen Grundlagen der Poetik Ernst von Wildenbruchs Kein Zugriff
    3. III. „Ein Lump bleibt freilich ein Lump“: Philologenkritik und Traditionsbewusstsein in Wildenbruchs Gelegenheitsdichtung "Die Philologen am Parnaß oder: Die Vivisektoren" Kein Zugriff
    4. IV. Scheitern an der Innerlichkeit. Wildenbruchs "Lukrezia" als neuidealistischer Weltanschauungsroman der Frühmoderne Kein Zugriff
    1. I. Zwischen (Neu-)Humanismus und Kulturkritik. Eduard Sprangers eklektisches Traditionsverhalten Kein Zugriff
    2. II. „Dieses Kolleg würde ich schwänzen.“ Über die metaphysischen, lebensphilosophischen, und anti-intellektualistischen Fundamente im Frühwerk Eduard Sprangers Kein Zugriff
    3. III. Zur Philosophie des Geisteslebens als ‚Erlebnis‘ für Eduard Spranger und zur neuidealistischen Gesinnungsallianz gegen den subjektivistischen Ästhetizismus Kein Zugriff
    4. IV. „Deshalb untersuche ich die Humanitätsideen“. Rudolf Eucken als Katalysator für die Humanitätsphilosophie Eduard Sprangers Kein Zugriff
    5. V. Eine kleine Literaturgeschichte des Mangels oder: das Hoffen auf einen Goethe Redivivus. Eduard Sprangers poetologische Anforderungen an eine Dichtung der Humanität Kein Zugriff
    6. VI. „Denn die Welt der Werte ist ein Stufenreich“.Die Proklamation des ‚Dritten Humanismus‘ zwischen Tradition, Innovation und Philologenkritik Kein Zugriff
  1. Schluß Kein Zugriff Seiten 597 - 612
  2. Siglenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 613 - 616
  3. Literatur- und Quellenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 617 - 654
  4. Personenregister Kein Zugriff Seiten 655 - 662
  5. Dank Kein Zugriff Seiten 663 - 664

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