
Die leidende Gemeinschaft des Volkes
Ethnographische Beobachtungen in der neuen rechten Bewegung- Autor:innen:
- Verlag:
- 2025
Zusammenfassung
Die neue rechte Bewegung in Deutschland ist ein ambivalentes Phänomen: Einerseits strebt sie eine Ordnung an, die um die kollektivistische Idee des ethnisch homogenen Volkes kreist. Andererseits beruft sie sich immer wieder auf Werte der modernen, am Individuum orientierten Gesellschaft. Wie ist diese Gleichzeitigkeit konkurrierender normativer Ordnungen zu verstehen?Johanna K. Fröhlich rekonstruiert auf der Basis einer ethnographischen Feldforschung, wie sich rechte Vergesellschaftungsformen herausbilden. Diese lassen sich als sakralisierte Verfahrensordnungen der Gewalt verstehen, die Teil der Moderne sind, aber auch eine eigene Ordnung bilden. Sie stabilisieren sich sowohl über ihre politische Ideologie als auch über affektive Zugehörigkeit, leiblich vermittelte Wahrheitserfahrungen und temporale Kohärenz. Die Studie eröffnet durch Kombination rekonstruktiver Methoden mit einer reflexiven Sozial- und Gesellschaftstheorie neue Perspektiven auf das Verhältnis von Gewalt, Kollektivität und Moderne.
Schlagworte
Publikation durchsuchen
Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2025
- ISBN-Print
- 978-3-95832-413-8
- ISBN-Online
- 978-3-7489-6579-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 452
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 9 Download Kapitel (PDF)
- EinleitungSeiten 10 - 17 Download Kapitel (PDF)
- 1.1 Autoritärer Charakter und Extremismus der Mitte
- 1.2 Kontroversen um Deprivation, Gewalt und ›Neue Rechte‹
- 1.3 Rekonstruktive Forschung
- 2.1.1 Prinzip der geschlossenen Frage
- 2.1.2 Prinzip der offenen Frage
- 2.1.3 Unterschied: geschlossen vs. offen
- 2.2.1 Offenheit in der Qualitativen Sozialforschung
- 2.2.2 Theorie-Ebenen-Differenzierung nach Lindemann
- 2.2.3 Verhältnis der Theoriesorten als Reflexion der Irritation
- 2.2.4 Doppelte Funktion der Gesellschaftstheorie
- 3.1.1 Sakralisierung
- 3.1.2 Gewalt oder Kraftaufwand
- 3.1.3 Kommunikative Vermittlung von Gewalt
- 3.1.4 Verfahrensordnungen der Gewalt
- 3.2.1 Horizontale Differenzierung
- 3.2.2 Sakralisierung der Person
- 3.2.3 Grenzen des Sozialen
- 3.2.4 Kodifizierung im Ethos der Menschenrechte
- 3.3 Freiheit und offene Zukunft
- 3.4.1 Kritik in der horizontal differenzierten Gesellschaft
- 3.4.2 Kollektive Efferveszenz und soziale Bewegungen
- 3.5 Schlussfolgerungen für die Sozialtheorie
- 4.1.1 Körper und Leib
- 4.1.2 Engung und Weitung
- 4.1.3 Leibliche Kommunikation
- 4.1.4 Kollektive Atmosphären
- 4.2.1 Positionalitätstheorie
- 4.2.2 Erweiterte Weltoffenheit
- 4.3.1 Die Protention des Handelns
- 4.3.2 Sein zum Tode
- 4.3.3 Modalzeit, Lagezeit, Dauer
- 4.3.4 Sorge und Nicht-Sorge
- 4.4.1 Institutionalisierung
- 4.4.2 Dritte
- 4.4.3 Erwartungsgeneralisierung und Gewalt
- 4.4.4 Rekursivität der Gewaltdeutung
- 4.4.5 Reflexive Institutionalisierung
- 4.4.6 Reflexiver Gewaltbegriff
- 5.1.1 Kodierparadigma
- 5.1.2 Ein leibphänomenologisches Kodierparadigma
- 5.1.3 Kodierverfahren
- 5.2.1 Zugang zum Feld
- 5.2.2 Der Material-Korpus
- 5.3.1 Anonymisierung und Sicherheit
- 6.1 Neue Rechte, Nouvelle Droite, neue rechte Bewegung
- 6.2.1 Institut für Staatspolitik (IfS)
- 6.2.2 Identitäre Bewegung (IB)
- 6.2.3 AfD
- 6.2.4 PEGIDA
- 7.1.1 Der große Austausch
- 7.1.2 Wir, das Volk, sind bedroht
- 7.1.3 Individualisierung vs. Kollektivierung
- 7.1.4 Familie als Baustein kollektiver übergreifender Dauer
- 7.1.5 Unmögliche Utopien
- 7.1.6 Dauer in die Zukunft
- 7.2.1 Dauer des Volkes: Jenseits vom Nationalsozialismus
- 7.2.2 Dauer des Konfliktes und der Abgrenzung in Ritual und Ästhetik
- 7.2.3 Vergangenheitsbezüge in der Ästhetik am Beispiel der Identitären
- 7.2.4 Kontinuität des Widerstands und des Volksgedankens: Erinnerungen an die DDR
- 7.2.5 Dauer in der Vergangenheit
- 8.1 Die drei Volksbezüge der neuen rechten Bewegung
- 8.2.1 Rassismus ohne Rassen ?
- 8.2.2 Ethnopluralismus vs. Pluralismus
- 8.2.3 Anwesenheit von Ausländer:innen
- 8.2.4 Körper und Abstammung passé?
- 8.3.1 Das Tabu auf Volks-Definitionen
- 8.3.2 Leiblich-affektives Erleben von Volkszugehörigkeit
- 8.3.3 Wahrheit und die Außenstehenden
- 8.4.1 (Rechts)populismus und Demokratie
- 8.4.2 Volkswille und Souveränität
- 8.4.3 Die schweigende Mehrheit
- 8.5 Staatsbürgerschaft und Mitgliedschaft: ein doppelter Volksbegriff
- 9.1.1 Opfer eines Angriffs sein
- 9.1.2 Opfer von Spionage werden
- 9.1.3 Opfer durch Blicke werden
- 9.2.1 Polizei als legitimierende Dritte
- 9.2.2 Schutzmacht Polizei
- 9.2.3 Versteckte Sympathisanten?
- 9.3.1 Gegnerschaft als Interaktion
- 9.3.2 Provokation
- 9.3.3 Rassistisch sein
- 9.4 Parallelen im Opferstatus: Volk und neue rechte Bewegung
- 10.1 Opfersein als Ordnungssachverhalt
- 10.2 Gesellschaftstheoretische Implikationen
- Rechtes Spezifikum?
- Limitationen des Forschungsdesigns
- Und nun?
- LiteraturSeiten 407 - 452 Download Kapitel (PDF)




