
Der Genozid an den Herero
Krieg, Emotion und extreme Gewalt in Deutsch-Südwestafrika- Autor:innen:
- Verlag:
- 2018
Zusammenfassung
Seit es eine kritische Geschichtsschreibung zu »Deutsch-Südwestafrika« gibt, ist mit Blick auf die deutschen Pazifizierungskriege‹ gegen Herero und Nama (1904–1908) von ›Genozid‹ die Rede. Während in der akademischen Debatte keine Zweifel bezüglich des ›Ob‹ bestehen, liegt hinsichtlich des ›Wie?‹ allerdings noch Manches im Dunkeln. Auf der Grundlage zum Teil noch unbekannter Quellen, etwa des handschriftlichen »Kriegstagebuchs« des berüchtigten Kommandeurs der südwestafrikanischen Schutztruppe, Generalleutnant Lothar von Trotha, liefert die vorliegende Studie eine Rekonstruktion des Krieges zwischen Herero und Deutschen und legt dabei ihr besonderes Augenmerk auf die Entfesselung genozidaler Gewalt. Dabei schränkt sie die im strengen Sinne genozidale Phase des Krieges gegenüber geläufigen Darstellungen nicht unerheblich ein. Die Studie will zeigen, dass und inwiefern die geläufige, an einem obsoleten Genozidbegriff orientierte Sicht korrekturbedürftig ist und sich die genozidale Intention erst im Zuge des Gewaltprozesses selbst bildete. Sie entwickelte sich im Laufe eines Feldzuges, der entgegen der üblichen Sicht eben nicht planmäßig, geschweige denn erfolgreich verlief, sondern von Fehlschlägen geprägt war. Dieser Umstand war für eine militärische »victory culture« wie das Deutsche Reich nur schwer hinzunehmen – und eben deswegen von entscheidender Bedeutung für die genozidale Eskalation, die im Zeichen einer »Scham-Wut«-Dynamik (Thomas J. Scheff) stand. Orientiert an der »neueren Gewaltforschung « (Trutz von Trotha), liefert die Studie eine »dichte Beschreibung « des Gewaltprozesses. Dabei nimmt sie verschiedene Akteursgruppen, deren spezifische Handlungslogiken und Wechselwirkungen in den Blick und macht somit klar, dass das Gewaltgeschehen sehr viel stärker von Kontingenz geprägt war, als gemeinhin angenommen wird. Darüber hinaus will sie zum Verständnis kolonialer Herrschaft und von Siedlergesellschaften beitragen, aber auch militärhistorische Zusammenhänge beleuchten, indem sie Konzepte wie ›Vernichtungskrieg‹ und ›Vernichtungsschlacht‹ zu schärfen sucht.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2018
- ISBN-Print
- 978-3-95832-164-9
- ISBN-Online
- 978-3-8452-9891-7
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 352
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
- Komplexität Kein Zugriff
- Rassismus Kein Zugriff
- Emotion Kein Zugriff
- Gliederung Kein Zugriff
- Zur Quellenlage Kein Zugriff
- Doppelter Abtagonismus: Die Siedler zwischen Indigenen und Kolonialstaat Kein Zugriff
- »Abhängige Herren« Kein Zugriff
- Weiße Despoten Kein Zugriff
- Entfesselung der Gewalt Kein Zugriff
- Herero greifen zu den Waffen Kein Zugriff
- Die Rache der kolonialen Gesellschaft Kein Zugriff
- Primat der Politik: Leutweins begrenzte Kriegführung Kein Zugriff
- Politischer Vernichtungskrieg: Der Krieg der Metropole Kein Zugriff
- Exkurs: Was ist ein politischer Vernichtungskrieg? Kein Zugriff
- Das unbedingte Prius der Gewalt: Trothas Kommandoübernahme Kein Zugriff
- Resümee Kein Zugriff
- Widerstand und Operationen unter Leutwein Kein Zugriff
- Die Schlacht am Waterberg Kein Zugriff
- Exkurs: Vernichtungssschlacht, »konservativer Militarismus« und Kleiner Krieg Kein Zugriff
- Die Verfolgung Kein Zugriff
- Die Proklamation Kein Zugriff
- Scham und Wut Kein Zugriff
- Verleugnung Kein Zugriff
- »Feldzug der Enttäuschungen« Kein Zugriff
- Zusammenfassung und Folgerungen Kein Zugriff
- Der Kleine Krieg Kein Zugriff
- Deutsches Militär in Südwestafrika Kein Zugriff
- Brutalisierung aus Angst Kein Zugriff
- Brutalisierung aus Verbitterung Kein Zugriff
- Der Kurswechsel Kein Zugriff
- Die Ideologisierung der Lagerherrschaft Kein Zugriff
- Jenseits der Lager Kein Zugriff
- Schluss Kein Zugriff Seiten 303 - 314
- Nicht edierte Quellen Kein Zugriff
- Edierte Quellen Kein Zugriff
- Danksagung Kein Zugriff Seiten 346 - 352



