
Das Rechtssubjekt und sein Bildungsroman
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Privatrechts im 19. Jahrhundert- Autor:innen:
- Verlag:
- 2024
Zusammenfassung
Das deutsche Privatrecht des 19. Jahrhunderts nahm, gerichtet gegen eine vermeintlich instabile und deshalb gefährliche Gesellschaft, die vom Wunsch nach Einheit geprägte Perspektive des Staates ein. In fataler Weise blockierte es so die Selbstorganisation des Rechts und unterminierte die sozialen Voraussetzungen freier Rechtssubjektivität sowie der Demokratie. Karl-Heinz Ladeur entfaltet diesen Gedanken im Vergleich mit den anglo-amerikanischen und französischen Privatrechtstraditionen. Deren Sinn für die Gesellschaft als Ort der Wissensgenerierung und als praktischer Handlungskontext konnte dem Prozesscharakter des Rechts besser gerecht werden. In Deutschland hingegen, so die überraschende These, wurde der Bildungsroman zur Reflexionsform des »Rechts als Kultur« und zum Medium der Selbstentwicklung des Rechtssubjekts. Dies auch, weil die Option eines an Hegels Begriff orientierten Möglichkeitsdenkens ignoriert wurde, dessen nachhaltige Relevanz das Buch aufzeigt.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- ISBN-Print
- 978-3-95832-362-9
- ISBN-Online
- 978-3-7489-1671-0
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 384
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 12
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 13 - 14
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 15 - 18
- 1. Savignys »Volksgeist« Kein Zugriff
- 2. Der Volksgeist als Produkt des »epigenetischen« Zeitgeists Kein Zugriff
- 3. Die Ästhetik der Denkformen des 18. Jahrhunderts und das Denken des »Volksgeists« Kein Zugriff
- 4. Der »Volksgeist« als Platzhalter des Staates Kein Zugriff
- 5. Savigny und der Historismus Kein Zugriff
- 6. Die Ausblendung des Wandels der Beziehungen zwischen den Dingen und das Problem der Anerkennung der Privatautonomie Kein Zugriff
- 7. Staat und Geschichte Kein Zugriff
- 8. Die historische Rechtsschule und die Anlehnung an die Autorität des Rechts Kein Zugriff
- 9. Savigny – Geschichte und Sprache Kein Zugriff
- 10. Volksgeist und Sprache Kein Zugriff
- 11. Die historische Rechtsschule und die »Sprachgesetze« Kein Zugriff
- 12. »Volksgeist« in Deutschland – »öffentliche Meinung« in Frankreich Kein Zugriff
- 13. Savigny und der Bürger in der Gesellschaft Kein Zugriff
- 14. Die historische Rechtsschule verdrängt die Gewohnheiten in die Vergangenheit Kein Zugriff
- 15. Deutsche Rechtsgeschichte des 19. Jahrhunderts als »Sonderfall«? Kein Zugriff
- 16. Grenzen der Selbstreflexion der Rechtsgeschichte als »Fach« Kein Zugriff
- 17. Die Bedeutung der Geschichte und Savigny santiinstitutionelles Denken Kein Zugriff
- 18. Savigny und der verkümmerte Geist des römischen Rechts Kein Zugriff
- 19. Zwischenresümee: Savigny, die Metaphysik der Kontinuität und ihr Feind, das »Paradigma der Diskontinuität« Kein Zugriff
- 1. Römisches Recht und römische Bürger Kein Zugriff
- 2. Der Pragmatismus des römischen Rechts Kein Zugriff
- 3. Poesie und Poiesis im römischen Recht – und das »wissenschaftliche« Recht im 19. Jahrhundert Kein Zugriff
- 4. Das »wissenschaftliche« Recht und die zirkuläre Selbstreferentialität der Rechtsbildung Kein Zugriff
- 1. Historismus und Nationalgeschichte Kein Zugriff
- 2. Von der Universalgeschichte zur Nationalgeschichte Kein Zugriff
- 3. Das Exempel des Polizeirechts: Das staatliche Wissen als Gegenstand seiner Aktenführung Kein Zugriff
- 4. Der Historismus und das Recht Kein Zugriff
- 1. Sprache als Medium der Welterzeugung Kein Zugriff
- 2. Das Rechtssubjekt der Privatrechtsgesellschaft Kein Zugriff
- 3. Vertragsfreiheit und Subjektivierung des Tauschwerts Kein Zugriff
- 4. Der Mangel einer »sozialen Epistemologie« des Staates im 19. Jahrhundert Kein Zugriff
- 5. Das »Vergessen« der Vertragsfreiheit in der rechtswissenschaftlichen Literatur Kein Zugriff
- 6. Das Verfehlen der epistemischen Seite des Vertragsrechts und seines Wandels in der Gesellschaft der Organisationen Kein Zugriff
- 7. Subjekt, Eigentum, Vertrag Kein Zugriff
- 1. Ideologische Kritik der Begriffsjurisprudenz Kein Zugriff
- 2. »Wie es hätte sein können…« – eine epistemologische Alternative zur Begriffsjurisprudenz? Kein Zugriff
- 3. Kritik der Starrheit der Begriffe Kein Zugriff
- 4. Grenzen der Begriffsjurisprudenz – Grenzen des begrifflichen Denkens im Recht? Kein Zugriff
- 5. Die Kritik der Begriffsjurisprudenz als Erscheinungsform eines Mangels an »Ordnungsdenken« (Walter Eucken) Kein Zugriff
- 6. Kritik der Begriffsjurisprudenz gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kein Zugriff
- 7. Die Begriffe der Begriffsjurisprudenz Kein Zugriff
- 1. Vorbemerkungen zur Methodendiskussion am Ende des 19. Jahrhunderts Kein Zugriff
- 2. Warum entsteht die »Zweckjurisprudenz«? Kein Zugriff
- 3. Die Zweckjurisprudenz als Methode des Rechts der »Gesellschaft der Organisationen« Kein Zugriff
- 4. Von der Begriffsjurisprudenz zur Zweckjurisprudenz Kein Zugriff
- 5. Zweckjurisprudenz – ohne Begriff und ohne Wissen Kein Zugriff
- 6. Die Verdrängung des kulturellen Kontexts der Zweckjurisprudenz Kein Zugriff
- 1.Verschleierung der »Übergänge« Kein Zugriff
- 2. Zwei Versionen der Zweckjurisprudenz Kein Zugriff
- 4. Die Intertextualität der Methodenbegriffe Kein Zugriff
- 5. Wandel durch »order from noise« und der Mangel einer Kultur der Technik Kein Zugriff
- 6. Reflektierte und unreflektierte Rekurse auf neue Formen des »Lebens« Kein Zugriff
- 7. Die paradigmatische Bedeutung des Methodenwandels Kein Zugriff
- 8. Der Staat als Aufhalter einer Selbstorganisation des gesellschaftlichen Rechts Kein Zugriff
- 9. Die spätere Ablösung des Staates als Aufhalter durch die Paradoxie der einen antistaatlichen »Bewegung« des Nationalsozialismus Kein Zugriff
- 1. Zweckjurisprudenz und amerikanischer Pragmatismus Kein Zugriff
- 2. »Freirecht« als Alternative zur Zweckjurisprudenz Kein Zugriff
- 3. Die praktische Rezeption der Zweckjurisprudenz durch die Gerichte in der Weimarer Republik Kein Zugriff
- 1. Kartelle als Exempel des neuen Zweckdenkens Kein Zugriff
- 2. Der »Zweck im Recht« und das Technikrecht Kein Zugriff
- 3. Technikrecht als »Recht im Schatten« Kein Zugriff
- 1. Der Code Civil – Zivilrecht und Verwaltungsrecht Kein Zugriff
- 2. Der französische Staat und die Organisation des technischen Wissens Kein Zugriff
- 3. Der französische Diskurs der Technik Kein Zugriff
- 4. Recht und institutionelles Denken in Frankreich Kein Zugriff
- 5. Die Heterogenität der Entwicklung des Rechts in Frankreich Kein Zugriff
- 6. Die wechselseitige deutsch-französische Beobachtung Kein Zugriff
- 1. Die Entwicklung der Vertragsfreiheit im angloamerikanischen Recht Kein Zugriff
- 2. Die Dynamisierung der Vertragspraktiken und die Entwicklung von »Law-mindedness« als deren Voraussetzung Kein Zugriff
- 3. Die amerikanische Rechtsprechung und die Mobilisierung des Common Law als Lernprozess Kein Zugriff
- Exkurs zur Bedeutung der Unterscheidung von Mehrheits- und Minderheitsvoten im Recht Kein Zugriff
- 4. Der amerikanische Pragmatismus unddie Auseinandersetzung der Rechtsprechung mitden schädlichen Folgen der technischen Entwicklung Kein Zugriff
- 5. Die Beobachtung der »öffentlichen Meinung« durch das Recht Kein Zugriff
- 6. Die Wende gegen das analytische Potential des politischen Denkens Kein Zugriff
- 1. Die Einheit des Privatrechts im Schatten des Verwaltungsstaates (»service public«) Kein Zugriff
- 2. Der angloamerikanische Rechtsraum im 19. Jahrhundert – Einheit ohne Referenz auf den Staat Kein Zugriff
- 1. Das »Gewebe« der Anschlussmöglichkeiten als Bedingung rechtlichen Handelns Kein Zugriff
- 2. Die verpasste Chance der Entwicklung des Polizeirechts Kein Zugriff
- 1. Was leistet die Analyse der Literatur für das Verständnis des Rechtsentwicklung im 19. Jahrhundert? Kein Zugriff
- 2. Recht und Literatur – Literatur als Beitrag zur Bildung des Rechtssubjekts Kein Zugriff
- 3. »Law and literature« nach Rom Kein Zugriff
- 4. Die Irritationen des Rechts in Zeiten der revolutionären Grenzüberschreitungen Kein Zugriff
- 5. Normativität als Form der Überhöhung der Selbstbestimmung der staatlichen Rechtsakteure Kein Zugriff
- 6. »Recht als Kultur« – die unterbliebene Antwort auf die neue gesellschaftliche Dynamik? Kein Zugriff
- 7. Die Dynamik der Welterzeugung in der Sprache – und die juristischen Versuche ihrer Eindämmung Kein Zugriff
- 8. Die Grenzen der Dynamisierung des Rechts durch Auslegung – und die »Aushilfe« durch die Literatur Kein Zugriff
- 1. Der Roman als Medium der »Impersonalität« (Bender/Wellbery) Kein Zugriff
- 2. Die Leistung des Bildungsromans für das Recht Kein Zugriff
- 3. Die Entfaltung des pragmatischen Weltverhältnisses in der Literatur – Hilary Mantel als Exempel Kein Zugriff
- 4. Der Bildungsroman als gesellschaftliche Institution Kein Zugriff
- 5. Die Welt als Möglichkeitsraum und der Roman als sein Medium Kein Zugriff
- 6. Erkennen im Spiegel der anderen Kein Zugriff
- 7. Der Mangel an gesellschaftlichen Institutionen, die das Recht abstützen Kein Zugriff
- 8. »Rigide Symbolisierung« als Hindernis der praktischen Bildung des Rechtssubjekts Kein Zugriff
- 9. Das jüdische »Studium« des Gesetzes als Form von »law as culture« Kein Zugriff
- 1. Die vielfältige Suche nach der »Ganzheit« in der Vitalität der Zwecke und im ästhetischen Erlebnis der Sekte Kein Zugriff
- 2. Recht als Kultur – nach dem Ende des Bildungsromans? Kein Zugriff
- 3. Kunst als wahre Freiheit – jenseits des Bildungsromans Kein Zugriff
- 4. Keine interkulturelle »Kollisionsordnung« für die wechselseitige Beobachtung der fragmentierten Kulturen Kein Zugriff
- 5. Das Spannungsverhältnis von Technik, Kultur, Recht in Deutschland Kein Zugriff
- 1. Literatur und Recht in England Kein Zugriff
- 2. Recht und Literatur in Frankreich Kein Zugriff
- 1. Die idealistische Philosophie als Teil der Kultur der Gesellschaft Kein Zugriff
- 2. Hegel, die gesellschaftliche Erfahrung und die rechtliche Beschwörung der Einheit des Rechts in der rechtswissenschaftlichen Literatur Kein Zugriff
- 3. Hegel und das »gouvernement des esprits« Kein Zugriff
- 4. Die kollektive epistemische Dimension des Privatrechts, ihre Blockierung durch die historische Rechtsschule und ihre potentielle Öffnung durch das Hegel’sche Begriffsdenken Kein Zugriff
- 5. Wie kommt das neue Subjekt in die Welt? Kein Zugriff
- 6. Die Selbstveränderung der Gesellschaft durch Institutionen der »Verallgemeinerung« Kein Zugriff
- 7. Goethes Morphologie und das Denken des »Übergangs« zwischen Begriffen Kein Zugriff
- 8. Hegel: Begriff und Wissenserzeugung Kein Zugriff
- 9. Zur Möglichkeit einer Verknüpfung des Hegel’schen Begriffsdenkens mit Deleuze’ und Guattaris Denkform des »agencement« Kein Zugriff
- 1. Romantik und die Singularisierung des Subjekts Kein Zugriff
- 2. Musik als Erlebnis des Subjekts Kein Zugriff
- 3. Romantik – enzyklopädisches Wissen – technische Kultur Kein Zugriff
- 4. Technisches Wissen und Enzyklopädie Kein Zugriff
- 5. Romantik und die Enzyklopädie als nicht-hierarchisch gestuftes Wissen Kein Zugriff
- 6. Politische Theorie der Romantik… als »zweite« Form der historischen Reflexion Kein Zugriff
- 7. Kunst als wahre Freiheit? Ambivalenzen des bürgerlichen Kunsterlebens Kein Zugriff
- 1. Recht als Kultur und die begriffliche Durcharbeitung des Wandels Kein Zugriff
- 2. Zur Leistung des Begriffs Kein Zugriff
- 3. Logik und Kultur der Regel Kein Zugriff
- 4. Technik und Kultur – Technik als Kultur Kein Zugriff
- 5. Zur Notwendigkeit einer »Kollisionsphilosophie« des Rechts Kein Zugriff
- Nachwort Kein Zugriff Seiten 338 - 342
- Literatur Kein Zugriff Seiten 343 - 378
- Sachverzeichnis Kein Zugriff Seiten 379 - 384




