
Mythos und Identität
Zur Bedeutung des Vardan-Mythos für das Selbstverständnis armenischer Gemeinschaften- Autor:innen:
- Verlag:
- 2021
Zusammenfassung
Die Erzählung über den armenischen Heerführer Vardan, der im Kampf für die Glaubensfreiheit der christlichen Armenier gegen die persische Herrschaft im 5. Jahrhundert n. Chr. gefallen ist, ist als Narrativ des Widerstandes und eines moralischen Sieges in die armenische Geschichte eingegangen. Im Zentrum der vorliegenden Studie steht die Frage nach der Kontinuität der Deutungsmacht dieses Mythos und nach seiner heutigen Verankerung im ›kollektiven Gedächtnis‹ der Armenier. Die Autorin nimmt die unterschiedlichen Bedingungen für die Interpretation des Mythos in der Armenischen Republik und in der Diaspora in den Blick. Ausgangspunkt der Forschung ist das von der armenischen Kirche in den Gemeinden der Diaspora und in der Republik Armenien alljährlich gefeierte Vardan-Fest. Die unterschiedlichen Formen der Gestaltung dieses Festes werden mit Erhebungs- und Auswertungsmethoden der qualitativen Sozialforschung untersucht. Anhand der unterschiedlichen Funktionen, die die Figur Vardan in den verschiedenen Epochen der armenischen Geschichte erfüllt, wird der Schwellencharakter dieser Figur herausgearbeitet: Vardan wird in manchen Zusammenhängen als religiös, in anderen als weltlich betrachtet, und kann dabei keinem der Bereiche endgültig zugeordnet werden. Diskutiert werden die Dynamiken der Rituale und der kollektiven Symbolik. Dabei bietet die Studie kenntnisreiche Einblicke in geschichtliche und kulturelle Zusammenhänge und Beziehungen sowie in die verschiedenen regionalen, sprachlichen Kontexte.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2021
- ISBN-Print
- 978-3-95832-273-8
- ISBN-Online
- 978-3-7489-1347-4
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 328
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- Einführung Seiten 9 - 24 Download Kapitel (PDF)
- Theoretischer Rahmen: Mythos, Symbol, Ritual
- Theoretisches Sampling: Feldzuschnitt und Datenauswahl
- Erhebungsverfahren
- Auswertungsverfahren
- Armenien in der Antike: Ursprünge, vorchristliche Zeiten
- Armeniens frühe Staatsform: Königliche Dynastien
- Yeghische Vardapet und Ghazar Parpezi: Zwei Berichte über den Vardan-Krieg aus der frühchristlichen Zeit
- Die Berichte im Vergleich: Ein Spannungsraum wird eröffnet
- Die Unabhängigkeit der armenischen Kirche
- Entwicklung des Vardan-Festes und die Auseinandersetzung mit der Vardan-Erzählung im späten Mittelalter
- Konflikte, Teilungen und Zerstreuung, Zellen der Unabhängigkeit und Diaspora
- 18. Jahrhundert: Multilokale Entwicklung und kultureller Aufschwung, neue Formen und Dynamiken
- 19. Jahrhundert: Eine neue Epoche nationalistisch-patriotischer Stimmung
- Vardan zwischen dem Religiösen und dem Säkularen: Flexibilität und Ambivalenz eines Schwellencharakters
- Das Vardan-Fest und seine Feierformen
- Zusammenfassung
- Forschungsstand
- Geschichte und Struktur der Gemeinde
- Empirische Falldarstellung
- Das Vardan-Fest in der Wiener Gemeinde
- Fazit: Das Vardan-Fest in Wien. Ein Kampf um das armenische Selbstverständnis
- Geschichte und Struktur der Gemeinde
- Empirische Falldarstellung
- Das Vardan-Fest in Isfahan (Neu Dschulfa)
- ›Siege‹ und ›Niederlagen‹ der Gemeinde
- Fazit: Der moralische Sieg
- Historische Skizze
- Der Vardan-Mythos in der ersten armenischen Republik
- Der Vardan-Mythos in Sowjet-Armenien
- Reflexionen zum Vardan-Mythos in Literatur, bildender Kunst und Zeitgeschichte
- Empirische Falldarstellung
- Die Prozession am Vardan-Fest in Armenien (2008)
- Fazit: Das Vardan-Fest in Armenien
- Schlussdiskussion Seiten 294 - 314 Download Kapitel (PDF)
- Transkriptionsliste armenisch – deutsch




