
Epistemische Ungerechtigkeit
Macht und die Ethik des Wissens- Autor:innen:
- Verlag:
- 16.03.2023
Zusammenfassung
Dass Wissen und Macht einander beeinflussen und durchdringen, dass sie sich wechselseitig verstärken oder blockieren können, ist keine neue Einsicht. Umso erstaunlicher ist, dass die Philosophie sehr lange gebraucht hat, um die ethischen Konsequenzen für unser Erkenntnisleben genauer unter die Lupe zu nehmen, die sich insbesondere aus mächtigen Vorurteilen und Stereotypen ergeben. In ihrem wegweisenden Buch, das mittlerweile als ein moderner Klassiker gilt, nimmt sich Miranda Fricker dieser Aufgabe an: Sie erschließt eine für Wissensgesellschaften hochaktuelle Form der Ungerechtigkeit, die sowohl die Menschlichkeit der Betroffenen als auch unsere geteilten Praktiken des Erkennens massiv bedroht. Der Begriff, den Miranda Fricker geprägt hat und der auf den Punkt bringt, was in unserem Erkenntnisleben schiefläuft, lautet «epistemische Ungerechtigkeit». Sie findet statt, wenn beispielsweise Frauen, migrantischen Gemeinschaften oder der Bevölkerung ganzer Kontinente die Fähigkeit abgesprochen wird, relevantes Wissen zu erlangen und verlässliche Wahrnehmungen mitzuteilen. Um ein Unrecht, das Personen in ihrer Eigenschaft als Wissenden geschieht, handelt es sich aber auch dann, wenn marginalisierte Gruppen gar nicht im Besitz der nötigen Deutungsmittel sind – wie z.B. der Begriffe der sexuellen Belästigung oder des Stalking –, um ihre besondere Erfahrung überhaupt einordnen zu können. Miranda Fricker enthüllt diese beiden Formen der epistemischen Ungerechtigkeit als mächtige, aber weitgehend stille Dimensionen der Diskriminierung. Dabei untersucht sie nicht nur die besondere Natur des jeweiligenUnrechts, sondern macht auch deutlich, welche Tugenden wir erlernen müssen, um es zu verhindern.
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Bibliographische Angaben
- Erscheinungsjahr
- 2023
- Erscheinungsdatum
- 16.03.2023
- ISBN-Print
- 978-3-406-79892-4
- ISBN-Online
- 978-3-406-79894-8
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 278
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- Eine kurze Einführung von Christine Bratu und Aline Dammel Kein Zugriff
- Vorwort zur deutschen Ausgabe Kein Zugriff Seiten 15 - 19
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 19 - 23
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 23 - 33
- 1.1 Macht Kein Zugriff Seiten 33 - 39
- 1.2 Identitätsmacht Kein Zugriff Seiten 39 - 43
- 1.3 Der zentrale Fall von Zeugnisungerechtigkeit Kein Zugriff Seiten 43 - 59
- 2.1 Stereotype und vorurteilsbehaftete Stereotype Kein Zugriff Seiten 59 - 73
- 2.2 Gibt es vorurteilslose Zeugnisungerechtigkeit? Kein Zugriff Seiten 73 - 75
- 2.3 Welches Unrecht bewirkt Zeugnisungerechtigkeit? Kein Zugriff Seiten 75 - 95
- 3.1 Eine kurze Darstellung der dialektischen Position Kein Zugriff Seiten 95 - 102
- 3.2 Die verantwortliche Hörerin? Kein Zugriff Seiten 102 - 108
- 3.3 Tugendhafte Wahrnehmung in moralischer und epistemischer Hinsicht Kein Zugriff Seiten 108 - 119
- 3.4 Die Übung der Sensibilität Kein Zugriff Seiten 119 - 125
- 4.1 Vorurteile korrigieren Kein Zugriff Seiten 125 - 141
- 4.2 Geschichte, Schuld und moralische Enttäuschung Kein Zugriff Seiten 141 - 153
- 5.1 Eine dritte fundamentale Tugend der Wahrheit Kein Zugriff Seiten 153 - 167
- 5.2 Eine hybride Tugend: Intellektuell-ethisch Kein Zugriff Seiten 167 - 179
- 6.1 Zwei Arten von Schweigen Kein Zugriff Seiten 179 - 195
- 6.2 Über den Begriff des Wissenden Kein Zugriff Seiten 195 - 201
- 7.1 Der zentrale Fall von hermeneutischer Ungerechtigkeit Kein Zugriff Seiten 201 - 208
- 7.2 Hermeneutische Marginalisierung Kein Zugriff Seiten 208 - 220
- 7.3 Das Unrecht der hermeneutischen Ungerechtigkeit Kein Zugriff Seiten 220 - 231
- 7.4 Die Tugend der hermeneutischen Gerechtigkeit Kein Zugriff Seiten 231 - 239
- Schluss Kein Zugriff Seiten 239 - 241
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 241 - 263
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 263 - 271
- Register Kein Zugriff Seiten 271 - 277
- Informationen zur Autorin, Übersetzerin und den Verfasserinnen des einführenden Vorworts Kein Zugriff Seiten 277 - 278




