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Monographie Kein Zugriff

Verfremdungsspiele

Zur Unterscheidung von vier Formen des systemtheoretischen Denkens
Autor:innen:
Verlag:
 2018

Zusammenfassung

Wie nur wenige Theorieprojekte vor und nach ihr hat Niklas Luhmanns Systemtheorie Gräben durch die Forschungslandschaft gezogen. Während viele ihre sozial- und gesellschaftstheoretischen Errungenschaften betonen, lehnen andere ihre Erneuerungen der Soziologie reflexartig ab. Einige halten sie für ein experimentierfreudiges, innovatives Denkabenteuer, andere für eine modernistische, konservative und eurozentrische Gesellschaftstheorie. Manche verstehen ihre abstrakte Ironie als ihr eigentliches Herzstück, andere sehen darin nur die Begriffsspielerei einer geniebesessenen, realitätsfernen Soziologie. Moritz von Stetten interpretiert Luhmanns Systemtheorie als ein theoretisches Verfremdungsspiel, das spätestens seit der sogenannten »autopoietischen Wende« in den 1980er Jahren bewusst für unterschiedliche Lesarten geöffnet wurde. Er arbeitet dazu das Motiv der Verfremdung als versteckten Kern des systemtheoretischen Denkens heraus. Luhmanns Systemtheorie wird so nicht als begrifflicher Monolith, sondern als theoretisches Chamäleon mit sich stellenweise wechselseitig ausschließenden Deutungsmöglichkeiten verstanden. Außerdem wird der These widersprochen, dass es sich nur um eine Systemtheorie handelt, die im interdisziplinären Diskurs verhandelt wird. Daran anschließend unterscheidet von Stetten innerhalb der Rezeption von Luhmanns Spätwerk vier Formen des systemtheoretischen Denkens, die auf jeweils andere, aber stets nachvollziehbare Art und Weise an eine Technik der Verfremdung anknüpfen. Die Unterscheidung dieser vier Formen des systemtheoretischen Denkens dient der systematischen Rekonstruktion und Erschließung der unübersichtlichen Rezeptionsgeschichte der Systemtheorie in den Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften. Es ergibt sich ein theoretisches Panorama, von dem aus die Fragen und Ziele von Luhmanns Systemtheorie im interdisziplinären Forschungskontext neu betrachtet und bewertet werden können.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2018
ISBN-Print
978-3-95832-157-1
ISBN-Online
978-3-8452-9889-4
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
488
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
    1. Spielerische Theoriearbeit Kein Zugriff
    2. Erste These: Die Theorietechnik der Verfremdung Kein Zugriff
    3. Zweite These: Vier Formen des systemtheoretischen Denkens Kein Zugriff
    4. Zur Struktur des Buches Kein Zugriff
    1. Historische und begriffliche Hintergründe Kein Zugriff
    2. Merkmale systemtheoretischen Verfremdens Kein Zugriff
      1. Entfremdung und Exotisierung Kein Zugriff
      2. Ironische Distanz und Theorieparodie Kein Zugriff
    3. Die »alteuropäische Tradition« Kein Zugriff
    1. Das Problem der doppelten Kontingenz Kein Zugriff
    2. Die Unbestimmtheit des Gesellschaftsbegriffs Kein Zugriff
    3. Theorieproduktion und Flucht vor dem Alltäglichen Kein Zugriff
    4. Kulturskepsis und Theoriehygiene Kein Zugriff
    1. Systemtheorie als Sozialtheorie: Zehn Merkmale Kein Zugriff
      1. Zur Unterscheidung von Luhmanns Früh- und Spätwerk Kein Zugriff
      2. Die Einführung des autopoietischen Denkens in die Soziologie Kein Zugriff
      3. Das Beobachtertheorem und seine Kritik Kein Zugriff
        1. Das Konzept der Kopplung in Luhmanns Spätwerk Kein Zugriff
        2. Das Konzept der Kopplung in der Luhmann-Rezeption Kein Zugriff
      1. Kommunikation als Operation des Sozialen Kein Zugriff
      2. Das Verhältnis von Kommunikation und Wahrnehmung Kein Zugriff
      3. Sinn als Medium der Potentialität Kein Zugriff
      4. Auf der Suche: Neue Systeme und alte Kulturen Kein Zugriff
    1. Absolute Vorrangigkeit der Theorie Kein Zugriff
    2. Flucht vor der Ontologie Kein Zugriff
    3. Heuristik ohne Forschungsprogramm Kein Zugriff
    4. Konservatismus und Systemtheorie Kein Zugriff
        1. Differenzkonzepte bei Spencer Brown und Derrida Kein Zugriff
        2. Sinnprozession als Überschussgeschehen Kein Zugriff
        1. Systemtheorie und Sprache Kein Zugriff
        2. System und Text Kein Zugriff
        1. Form und Medium Kein Zugriff
        2. Wahrnehmungsmedien und Kommunikationsmedien Kein Zugriff
        1. Spielen und Schummeln Kein Zugriff
        2. »The grandest paradox«: Das Materialitätskontinuum Kein Zugriff
        3. System als poststrukturalistisches Konzept Kein Zugriff
        4. Jenseits der Sprache: Die Immanenz autopoietischer Systeme Kein Zugriff
      1. Ästhetik des Theorielabyrinths Kein Zugriff
      2. Politisierung und Heimatlosigkeit Kein Zugriff
      3. Die katalysatorische Kraft der Verbreitungsmedien Kein Zugriff
      4. Endlose Verausgabung: Diabolisch-autopoietische Gedankenspiele Kein Zugriff
    1. Systemtheorie als Gesellschaftstheorie: Zehn Merkmale Kein Zugriff
      1. Moderne Gesellschaft und funktionale Differenzierung Kein Zugriff
      2. Auf dem Weg zur Weltgesellschaft Kein Zugriff
      3. Systeme als soziale Ordnungen Kein Zugriff
      4. Interaktionen und Interaktionssysteme Kein Zugriff
      1. Soziale Systeme als Entlastung des Menschen Kein Zugriff
      2. Der Körper als soziales Symbol Kein Zugriff
      3. Anthropologische Offenheit als analytische Verfremdung Kein Zugriff
      4. Realhistorisches Denken und systemtheoretische Verfremdung Kein Zugriff
  2. Schlussbemerkung: Horizont und Schicksal systemtheoretischen Verfremdens Kein Zugriff Seiten 426 - 434
  3. Danksagung Kein Zugriff Seiten 435 - 436
  4. Literatur Kein Zugriff Seiten 437 - 488

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