Souveränität - Feindschaft - Masse
Theatralik und Rhetorik des Politischen in den Dramen Christian Dietrich Grabbes- Autor:innen:
- Reihe:
- Moderne-Studien, Band 15
- Verlag:
- 2020
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Komplex Souveränität, Feindschaft und Masse im kulturhistorischen und literarischen Kontext des Vormärz und geht ihm in eingehenden Textanalysen des Früh- und Spätwerks von Christian Dietrich Grabbe nach. Angeregt durch Walter Benjamins Lektüre des deutschen Trauerspiels, das als Theater der Krise in seiner dramatischen Konstellation sowie in seiner exzessiven Theatralität eine erstaunliche Vergleichbarkeit mit Grabbes maßloser Dramaturgie aufweist, wird dieser Dramatiker als melancholischer Moderner erkennbar.
Ausgehend von der unauflösbaren Spannung zwischen dramaturgischer Innovation und ideologischer Melancholie, die Grabbe – um die Kontingenz der Geschichte wissend – in seinen Dramen auslotet, wertet diese Arbeit den ambivalenten, heterogenen und sogar ostentativ irritierenden Charakter von Grabbes Dramentexten nicht als dramaturgisch mangelhaft und unspielbar, sondern als Symptom seiner ›zaudernden Modernität‹, und diskutiert deren Möglichkeiten für eine postdramatische Ästhetik.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2020
- ISBN-Print
- 978-3-8498-1001-6
- ISBN-Online
- 978-3-8498-1497-7
- Verlag
- Aisthesis, Bielefeld
- Reihe
- Moderne-Studien
- Band
- 15
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 242
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- 1. Die Welt als ›ausgelesenes‹ Buch: Grabbes ›melancholischer Blick‹ als Klassik-Kritik Kein Zugriff
- 2. Zwischen Transzendenz und Kontingenz: Der Souverän als ›gespaltene‹ Kreatur Kein Zugriff
- 3. Grabbes Dramen als ›Spiele vor Traurigen‹? Kein Zugriff
- 4. Politik als (Massen)Spektakel: Die prekäre Inszeniertheit der Macht Kein Zugriff
- 5. Pöbelfurcht und Kleinbürgerverachtung Kein Zugriff
- 6. Ästhetisierung und Mediatisierung der Geschichte Kein Zugriff
- 7. Grabbe und der deutsche Mythos Kein Zugriff
- 8. Souveränität − Feindschaft − Masse: ein ambivalenter Themenkomplex Kein Zugriff
- 9.1. Grabbes Position in der Theaterlandschaft des Vormärz Kein Zugriff
- 9.2. Theoretische und methodologische Perspektiven Kein Zugriff
- 1.1. Grabbes selbst-inszenierte Poetik der Irritation Kein Zugriff
- 1.2. Die Frage der Unspielbarkeit als Herausforderung für das postdramatische Theater Kein Zugriff
- 2.1. Ein Schau-Spiel der end-losen Trauer Kein Zugriff
- 2.2. Der Abgrund als ›Un-Tiefe‹: selbst-destruktiver Zynismus statt der romantischen »Wahrheit unseres Seins« Kein Zugriff
- 3.1. »Und ein geschminkter Tiger ist der Mensch!«: das Politische als entmoralisiertes Maskenspiel Kein Zugriff
- 3.2. Die Kriminalisierung der Kontingenz und Dämonisierung der ›göttlichen‹ Schöpfung Kein Zugriff
- 3.3. »Gleich dem Medusenhaupte ein Komet«: die (Meta-)Allegorisierung des unanschaulich Realen Kein Zugriff
- 1.1. Die Sehnsucht nach erinnerter Größe Kein Zugriff
- 1.2. (R)Evolution des Geschichtskonzepts: der Jahrmarkt als neues Schlachtfeld Kein Zugriff
- 2.1. Die Ambivalenz des Liberalismus: zwischen Demokratie und Despotismus Kein Zugriff
- 2.2. Der römische Bürgerkrieg als Projektionsfläche zeitgenössischer ›Pöbelfurcht‹ Kein Zugriff
- 3.1. Vom Lustspiel zum Schock-Theater Kein Zugriff
- 3.2. Von äußerer zu innerer Revolution Kein Zugriff
- 4.1. Die Mode als Spiegel politischer Instabilität Kein Zugriff
- 4.2. Das Ancien Régime als leere Präsenzkultur Kein Zugriff
- 5.1. Polyperspektivische Konfliktdramaturgie als Spiegel der modernen Großstadt Kein Zugriff
- 5.2. Das Panorama als »Schulungsstätte der modernen Apperzeptionsfähigkeit« Kein Zugriff
- 5.3. Grabbes Napoleon-Figur als karikaturistische Inkarnation der neuen Medien Kein Zugriff
- 6.1. Grabbes Napoleon als selbst-inszeniertes Vormärz-Genie Kein Zugriff
- 6.2. Die theatralische Zur-Schau-Stellung der Macht Kein Zugriff
- 7.1. Der Kampf als »märchenhaftes Forum von Gemeinsinn und Loyalität« Kein Zugriff
- 7.2. Sieg ohne Perspektive Kein Zugriff
- 7.3. Das endlose Trauern um ein nicht-tragisches Ende Kein Zugriff
- 1. Das Theater als letzter Spielraum für das Ausnahmesubjekt Kein Zugriff
- 2. »Hannibal« als ›Demonstrationsmodell‹ einer restaurativen Zeit Kein Zugriff
- 3.1. Der isolierte Einzelgänger im kollektiven Machtkampf Kein Zugriff
- 3.2. »Was tragisch ist, ist auch lustig, und umgekehrt«: Hannibals tragikomische Lage Kein Zugriff
- 4.1. Der Markt als Spiegel des sozio-politischen Lebens Kein Zugriff
- 4.2. Die noble Maske der Römer Kein Zugriff
- 5. Die Gesellschaft in Krise: zwischen Rationalisierung und Sakralisierung des Politischen Kein Zugriff
- 6. Die gesellschaftliche Wirkungslosigkeit des Aufstands Kein Zugriff
- 7. »Was Tapferkeit des Einzelnen, wenn das Ganze verrottet ist?« Kein Zugriff
- 1. »Der Cid« als groteske Präfiguration von Grabbes »Hermannsschlacht« Kein Zugriff
- 2.1. »Die Hermannsschlacht« als irritierendes Nationaldrama Kein Zugriff
- 2.2. Die (Ohn)Macht der Sprache Kein Zugriff
- 2.3. Theatralität statt Brutalität Kein Zugriff
- 3.1. Kleists und Grabbes Dramen als Neubelebung der ›entleerten‹ Welt Kein Zugriff
- 3.2. Kleists Hermann als Meister der Verstellung und Manipulation Kein Zugriff
- 3.3. Grabbes zum Theater gewordenes Nationaldrama Kein Zugriff
- Zum Schluss: Grabbes zaudernde Modernität Kein Zugriff Seiten 225 - 229
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 230 - 239
- Danksagung Kein Zugriff Seiten 240 - 242





