
Luthers Vermächtnis: Der Dreißigjährige Krieg und das moderne Verständnis vom "Staat" im Alten Reich, 1530er bis 1790er Jahre
- Autor:innen:
- Reihe:
- Studien zur europäischen Rechtsgeschichte, Band 320
- Verlag:
- 2020
Zusammenfassung
Der Begriff „Staat“ in seinem modernen Verständnis wurde im deutschsprachigen Reich nicht mit Bezug auf das frühneuzeitliche Alte Reich als Ganzes und erst recht nicht auf die Konsolidierung fürstlicher Macht über Land und Leute gemünzt. Vielmehr stand seine Genese im Zusammenhang mit den erbitterten Konflikten zwischen entstehenden Landständen und Fürsten angesichts der Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges. Die zeitgenössische und auf Luther zurückgehende Polemik gegen verbrecherische Fürsten aufnehmend, sollte Seckendorffs „Teutscher Fürstenstaat“ (1656) als vermeintlich bis weit ins Mittelalter zurückreichende Einheit aus Land, Leuten und Gesetzen seine Bewohner durch eigene Rechtsordnung und rechtmäßige Verwaltung (Policey) vor der Inkompetenz und Bosheit der Fürsten schützen. Seit dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts fanden diese Ideen, deren Herausbildung das Buch auf breiter Quellenbasis nachzeichnet, zunehmend auch bei vielen Fürsten und ihren Beratern in evangelischen wie katholischen deutschen Landen Anklang.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2020
- ISBN-Print
- 978-3-465-04369-0
- ISBN-Online
- 978-3-465-14369-7
- Verlag
- Klostermann, Frankfurt am Main
- Reihe
- Studien zur europäischen Rechtsgeschichte
- Band
- 320
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 560
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - XIV
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 1 - 18
- 1. Monarchie und »Staat« in der Forschung Kein Zugriff
- 2. Der konzeptionelle Bruch in der politischen Theorie während des Dreißigjährigen Krieges und die Forschungslücke zu diesem Zeitraum Kein Zugriff
- 3. Der Begriff des Staates und die »weltliche Ordnung« im Reich Kein Zugriff
- 1. Fürstliche Herrschaft bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts Kein Zugriff
- 2. Wandlungsprozesse seit dem 15. Jahrhundert Kein Zugriff
- 3. Der Einfluss der Reformation Kein Zugriff
- 4. Die Beziehungen der Fürsten zu ihren Lehensleuten: Gegenseitige Abhängigkeit und Grundkonsens Kein Zugriff
- 5. Zusammenfassung Kein Zugriff
- 1. Einleitung Kein Zugriff
- 2. Rechtsordnung und politischer »Realismus« im Reich um die Mitte des 15. Jahrhunderts Kein Zugriff
- a) Troeltschs Erbe: Der Einfluss der Reformation auf die Autorität der Fürsten Kein Zugriff
- b) Luther Kein Zugriff
- c) Melanchthon: Das weltliche Gemeinwesen als Herrschaftsordnung und das Naturrecht als Katalog von Rechtsregeln Kein Zugriff
- a) Die Herrschaft des Rechts und das Recht zu herrschen: Gerichtsbarkeit, Lehen und die Gesetze und Verfassung des Reiches Kein Zugriff
- b) Erweiterung rechtlicher Herrschaftsansprüche durch die Neubestimmung von Rechtsbeziehungen von Gerichtsbarkeit und Lehen: Das Lehen als räumlicher Distrikt Kein Zugriff
- c) Zusammenfassung Kein Zugriff
- 5. Die Frage des Widerstandsrechts Kein Zugriff
- 6. Der ciceronianisch-juristische Humanismus und die Policey: Johannes Ferrarius’ "De republica emendanda" Kein Zugriff
- 7. Schluss: Fünf »Bausteine« der Reflexion über das Gemeinwesen Kein Zugriff
- 1. Einleitung Kein Zugriff
- 2. Die Veränderung der Landschaft der Reflexionen zur Politik und zur weltlichen Ordnung: Neue Genres und Schulbildungen Kein Zugriff
- a) Die neuaristotelische "Politica" Kein Zugriff
- b) Der ciceronianisch-juristische Humanismus: Lather, Schönborner, Besold Kein Zugriff
- c) Die konfessionelle "Politica": Gehorsam gegenüber dem frommen Fürsten und die Verteidigung von Glauben und Recht Kein Zugriff
- d) Fürsten und Untertanen in den Lehen: Bornitz und Knichen Kein Zugriff
- 4. Schluss Kein Zugriff
- 1. »ratio status« im deutschsprachigen Reich Kein Zugriff
- 2. Conrings Disputationen, 1635 bis 1660 Kein Zugriff
- 3. Neudeutung der Reichweite der Gesetze: Heinrich Hahn Kein Zugriff
- 4. Schluss Kein Zugriff
- 1. Einleitung Kein Zugriff
- 2. Juristische und politische Reflexionen zu Steuern und Abgaben im Reich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Die politische Funktion des »Territoriums« und das Rechtsargument vom »Vaterland« Kein Zugriff
- 3. Zunehmende Konflikte zwischen Lehensleuten und Fürsten unter dem Druck von Krieg und dynastischer Instabilität, 1620er bis 1630er Jahre Kein Zugriff
- 4. Die radikale anti-fürstliche Kritik der 1630er und 1640er Jahre Kein Zugriff
- 5. Vom Zusammenbruch der Beziehung zwischen Fürst und Lehensleuten zur Suche nach einer neuen Grundlage der Zusammenarbeit, 1640er bis 1650er Jahre Kein Zugriff
- 1. Seckendorff’s Fürstenstaat: Das Vaterland der Gesetze Kein Zugriff
- 2. Die Verbreitung des neuen Konzeptes vom »Staat« in protestantischen und katholischen Schriften seit den 1670er Jahren: Pufendorf und Ertel Kein Zugriff
- 3. Das moderne Verständnis vom »Staat« und der Angriff auf den fürstlichen Despotismus: Sauter, Treuer, Fischer, Svarez Kein Zugriff
- Kapitel VIII: Die Herausforderung der »Despotie«: Der Angriff auf den »Kriegs-Despotismus« zwischen Bodin und Montesquieu Kein Zugriff Seiten 457 - 494
- Schluss: Luthers Vermächtnis: Das »Deutsche« am modernen Verständnis des »Staates« Kein Zugriff Seiten 495 - 504
- Quellen Kein Zugriff Seiten 505 - 513
- Literatur Kein Zugriff Seiten 514 - 550
- Personen- und Sachverzeichnis Kein Zugriff Seiten 551 - 560




