Staatsverständnis in Japan
Ideen und Wirklichkeiten des japanischen Staates in der Moderne- Herausgeber:innen:
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- Reihe:
- Staatsverständnisse, Band 90
- Verlag:
- 2016
Zusammenfassung
Ungeachtet seiner Randlage als kleine Inselkette in Fernost nimmt Japan in seiner staatlichen Entwicklung einen ungewöhnlichen Platz in der Weltgeschichte ein. Stets beeinflusst von der chinesischen Zivilisation, alternierten bis in die Moderne hinein Phasen großer kultureller Aufnahmebereitschaft mit solchen relativer Abschließung und Zurückgezogenheit, wobei sich allmählich eine eigenständige Staatsauffassung auf Grundlage des speziellen Bewusstseins, ein „Land der Götter“ zu sein, herausbildete. Seit dem ausgehenden 7. Jahrhundert bewegte sich Japans Staatsverständnis somit innerhalb zweier gegensätzlicher Pole: einer rationalen Staatsstruktur und einem irrationalen Nationalmythos. Dieser Doppelcharakter, der die Geschichte des japanischen Staats prägt, kulminierte in den ideengeschichtlichen und staatspolitischen Prozessen seit Eintritt in das westliche Staatensystem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Japans Modernisierungsbestrebung zu einem Staatsverständnis führte, das untermauert war von einem die preußische Verfassung rezipierenden Konstitutionalismus einerseits und dem eigentümlichen, die theokratische Herrschaft des Tenno rechtfertigenden „kokutai“-Gedanken andererseits.
Die Beiträge dieses Bandes skizzieren den solcherart zwiespältigen Werdegang des japanischen Staatsverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert. Aus verschiedenen Blickwinkeln vermitteln sie dem Leser einen eingehenden Hintergrund zu Entstehung, Zusammenbruch und Wiederaufstieg des Staates Japan in der Moderne und bieten hierdurch eine unerlässliche historische Grundlage zum Verständnis auch der politischen Standpunkte und Zielsetzungen des gegenwärtigen Japan im internationalen Kontext.
Der Werdegang des japanischen Staatsverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert bildet die Grundlage zum Verständnis der politischen Standpunkte und Zielsetzungen des gegenwärtigen Japan.
<b>Mit Beiträgen von:</b>
Harald Kleinschmidt, Noriko Kokubun, Ryuichi Nagao, Masanori Shiyake, Kazuhiro Takii, Kazuhide Uemura, Michael Wachutka, Eiko Yamada
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2016
- ISBN-Print
- 978-3-8487-2697-4
- ISBN-Online
- 978-3-8452-7041-8
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Reihe
- Staatsverständnisse
- Band
- 90
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 204
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 12
- Der Staat Japan in historischer Perspektive Kein Zugriff Seiten 13 - 46 Nagao Ryūichi
- Staatsbegriff und Rezeption des internationalen Rechts um die Mitte des 19. Jhds. Kein Zugriff Seiten 47 - 64 Harald Kleinschmidt
- Der kokutai-Diskurs im Staatsverständnis des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Kerngedanken und Entwicklung der Idee von Japans einzigartigem Nationalwesen Kein Zugriff Seiten 65 - 88 Michael Wachutka
- Die Entstehung des modernen Japan: Konstitutionalisierung und die Institution des Tennō im japanischen Kaisertum Kein Zugriff Seiten 89 - 116 Yamada Eiko
- Die drei Bismarcks von Japan Kein Zugriff Seiten 117 - 132 Takii Kazuhiro
- Der Staatsbegriff der Staatsrechtslehre unter der Meiji-Verfassung: Hozumi Yatsuka und Ariga Nagao Kein Zugriff Seiten 133 - 156 Kokubun Noriko
- Politisches Denken um kokutai in der Shōwa-Zeit vor 1945 Kein Zugriff Seiten 157 - 174 Uemura Kazuhide
- Ein kleiner Beitrag zum Begriff des Staates und der Volkssouveränität in der japanischen Verfassung Kein Zugriff Seiten 175 - 184 Shiyake Masanori
- Die zwei Nachkriegsperioden und der Kurs des japanischen Staates Kein Zugriff Seiten 185 - 202 Takii Kazuhiro
- Autorenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 203 - 204





