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Soziologie der Privatheit

Informationelle Teilhabebeschränkung vom Reputation Management bis zum Recht auf Unberechenbarkeit
Autor:innen:
Verlag:
 2022

Zusammenfassung

Trotz aller genealogischen Unschärfe und normativen Uneinigkeit hinsichtlich ihrer politischen Bewertung gilt die Praxis des Unterscheidens zwischen Privatem und Öffentlichem nicht nur als zentrales Strukturprinzip der Moderne, sondern ebenso als gegenwärtig soziodigital gefährdeter Strukturierungsmodus. Informationelle Privatheit, so scheint es, löst sich auf unter dem Ansturm von digital-vernetzter Selbst-Konstitution, allgegenwärtiger Datafizierung und den probabilistischen Vorhersageverfahren des maschinellen Lernens.

Aber worum geht es überhaupt bei der informationellen Privatheit? Wie lässt sie sich theoretisch fassen, wie sich ihre europäisch-amerikanische Gesellschaftsgeschichte rekonstruieren – und was geschieht mit ihr unter den datafizierten Vergesellschaftungsbedingungen der Gegenwart? Die Soziologie hat auf diese Fragen bislang nur Teilantworten gefunden, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie die Strukturierung von Gesellschaften mithilfe der Unterscheidung privat/öffentlich seit Habermas’ Strukturwandel vordringlich ›von der öffentlichen Seite her‹ untersucht, die Privatheit hingegen allzu oft der normativ orientierten Sozialphilosophie und den Rechtswissenschaften überlassen hat.

Die vorliegende Monographie schließt die verbliebene Lücke der soziologischen Theoriebildung und Forschung, indem sie zunächst eine Sozial- und Gesellschaftstheorie der Privatheit ausarbeitet, diese daraufhin in eine genealogische Rekonstruktion der Gesellschaftsgeschichte informationeller Privatheit ab dem 18. Jahrhundert überführt und schließlich in eine empirisch gesättigte Zeitdiagnose der Privatheit in der digitalen Gegenwartsgesellschaft einmündet.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2022
ISBN-Print
978-3-95832-309-4
ISBN-Online
978-3-7489-1487-7
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
560
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
  2. Einleitung Seiten 9 - 16 Download Kapitel (PDF)
  3. Download Kapitel (PDF)
      1. Privatheit als Praxis der Teil-habe- Beschränkung zur Eröffnung von Erfahrungs-spiel-räumen
      2. Spielräume der Erfahrung und Teil-habe-Beschränkung – eine Präzisierung
      3. Die Spielregeln der Spielräume: Zur soziokulturellen Strukturierung von Privatheitspraktiken
      4. Privatheitspraktiken im Vergesellschaftungszusammenhang: Soziale Welten als Sozialitätsaggregate der Praxis
      1. Die Makro-Unterscheidung: Das Gemeinwesen als Öffentlichkeit und Privatsphäre
      2. Privat-Ökonomie
      3. Familiale Privatsphäre und die Abtrennung der Arbeitswelt
      4. ›Private Lebenswelt‹ und ›Individuum‹: Die Pluralisierung der Teilhabebeschränkung
      5. Privatheit im 20. Jahrhundert: Zur individualistischen Normierung einer gesellschaftlichen Praxis
  4. Download Kapitel (PDF)
      1. Die historische Rekonstruktion informationeller Privatheit als method(olog)isches Problem
      2. Von der stratifizierten zur plural differenzierten Vergesellschaftung: Eine Vergleichsheuristik zur Bestimmung des Einsatzpunktes einer Genealogie der informationellen Privatheit
      3. Zur Begründung der Statusverschiebung informationeller Teilhabebeschränkung: Charakteristische Differenzen zwischen stratifizierter und plural differenzierter Vergesellschaftungslogik
      4. Vom informationellen Geheimnis zur informationellen Privatheit
      5. Zum historischen Einstiegspunkt einer genealogischen Rekonstruktion informationeller Privatheit
      6. Abschließende methodologische Vorbemerkungen: Genealogie und Subjektivierung
      1. Das Transformationsschema, oder: Den Wandel modellieren – normative Schwellenkonflikte, soziotechnische Medien-Öffentlichkeiten, gesellschaftsstrukturelle Widersprüche und informationelle Privatheits...
      2. Das 18. Jahrhundert – Reputation Management, oder: Die repräsentative Privatheit des ständischen Selbst
      3. Das 19. Jahrhundert: Rückzug vom Sozialen, oder: Die bürgerliche Privatheit des sozial differenzierten Selbst
      4. Das 20. Jahrhundert: Informationskontrolle, oder: Die hochmoderne Privatheit des Projekt-Selbst
  5. Download Kapitel (PDF)
    1. Vernetzung: Die Optionalität des Digitalen
    2. Datafizierung: Die Prediktivität des Digitalen
    3. Die vernetzte Privatheit des blurry self
  6. Schluss: Right to Unpredictability. Soziologische & interdisziplinäre Lernchancen einer Soziologie der informationellen Privatheit Seiten 514 - 523 Download Kapitel (PDF)
  7. Literatur Seiten 524 - 554 Download Kapitel (PDF)
  8. Abbildungsverzeichnis Seiten 555 - 555 Download Kapitel (PDF)
  9. Danksagung Seiten 556 - 560 Download Kapitel (PDF)

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