
Familie erzählen
Vererbung in Literatur und Wissenschaft, 1850–1900- Autor:innen:
- Reihe:
- Das Unsichere Wissen in der Literatur, Band 6
- Verlag:
- 2019
Zusammenfassung
Nur wenige Wissensgegenstände haben im 19. Jahrhundert eine ähnliche Auseinandersetzung erfahren wie die biologische Vererbung. Dabei ist Vererbung nicht nur ein zentrales Konzept innerhalb der Evolutionsbiologie, der Psychiatrie, der sozialen Hygiene und der historischen Hilfswissenschaft der Genealogie, sondern sie steht auch am Anfang eines modernen Begriffs der Familie und einer modernen Form des familialen Erzählens. Anhand der Analyse von Primärquellen aus den genannten Disziplinen und zahlreicher literarischer Texte – von Theodor Storm bis Thomas Mann – will diese Arbeit zeigen, dass die Geschichte der bürgerlichen Familie auf intrikate Weise mit dem naturwissenschaftlichen Wissen über Vererbung verschränkt ist und dass dieses Wissen Geburtshelfer für eine genuin bürgerliche Familiengeschichtsschreibung gewesen ist.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-96821-624-9
- ISBN-Online
- 978-3-96821-671-3
- Verlag
- Rombach Wissenschaft, Baden-Baden
- Reihe
- Das Unsichere Wissen in der Literatur
- Band
- 6
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 292
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- Prolog
- Genealogische Typologie
- Die bürgerliche Familiengeschichte in der Literatur (Anthropologie und Genre)
- Literatur und (Vererbungs-)Wissen
- Methode, Texte, Positionen, Felder
- Eine sehr kurze Geschichte der Vererbung
- Aufbau der Arbeit
- Physiologisierung: Vererbung in der Genealogie um 1900
- Familiarisierung: Vererbung in der Psychiatrie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- Medizinierung: Die Ehe im hygienisch-medizinischen Diskurs des 19. Jahrhunderts
- Die Zeitlichkeit der bürgerlichen Familiengeschichte (Antigenealogie)
- Das Geschlecht der bürgerlichen Familiengeschichte (Das Erbe der Mütter)
- Exkurs: Von der Klasse zur ›Rasse‹
- Partnerwahl
- Zeugung
- Familie als Erinnerung / Familie als Körper
- Renaissance: Die (genetische) Rückkehr des Vaters
- Vererbung als poetologisches Problem des Poetischen Realismus
- Gefährliche Mütter
- Bekenntnisse (zum Realismus)
- Die böse Natur und die Natur des Bösen
- Erziehung und Normalität
- Vorgeschichte und Anfang
- Serialität als Erzählprinzip des geborenen Verbrechers
- Die Tragödie, die Schuld und die Krankheit
- Deutungshorizonte: das Tragische und das medizinische Wissen
- Das Familiendrama als medizinische Fallgeschichte
- Schuld und Zeit
- Geld oder Liebe?
- Geschlechter/Familien fortsetzen/gründen
- Das soziale Drama, ein bürgerliches Trauerspiel?
- Vom Milieu zur Vererbung
- Alkohol und Schuld
- Der Familienroman als Anti-Bildungsroman
- Die Zeitlichkeit der Familie
- Die Poetik der Degeneration
- Die doppelte Körperlichkeit der Familie
- Familienchronik und Familienroman
- Schluss Seiten 257 - 268 Download Kapitel (PDF)
- Bibliographie Seiten 269 - 292 Download Kapitel (PDF)




