Das böse Erbe der Erlösung
Destruktive Gruppenbildung und christlicher Antisemitismus- Autor:innen:
- Reihe:
- Psyche und Gesellschaft
- Verlag:
- 01.04.2024
Zusammenfassung
Im psychoanalytischen Nachdenken über destruktive Züge der Masse spielt die Abwehr von Ambiguität eine wesentliche Rolle. Dazu greift das Kollektiv auf Mythen zurück, die im Besonderen mit Gewalt verbunden sind. Auch die christliche Erzählung vom Erlösungstod Jesu enthält eine solche destruktive Schattenseite: das mit der Lüge vom Gottesmord verbundene antijüdische Ressentiment, das liturgisch und kulturell tradiert wird und sich in Prozessen destruktiver Gruppenbildungen jederzeit – und insbesondere in Krisenzeiten – reaktivieren lässt. Stefan Etgeton zeigt anhand konkreter Überlieferungsstücke aus dem Umfeld der Karfreitagsliturgie und der protestantischen Liedtradition, wie Passion und Pogrom rituell unterschwellig verknüpft und das Narrativ des Gottesmords präsent bleiben. Mit Dietrich Bonhoeffers späten Überlegungen zu einem religionslosen Christentum wird am Ende dennoch deutlich, dass gute Theologie nicht selten ein wirksames Gegengift gegen schlechte Religion darstellt.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- Erscheinungsdatum
- 01.04.2024
- ISBN-Print
- 978-3-8379-3339-0
- ISBN-Online
- 978-3-8379-6235-2
- Verlag
- Psychosozial-Verlag, Gießen
- Reihe
- Psyche und Gesellschaft
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 164
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 9 - 16
- Der destruktive Charakter Kein Zugriff
- Ich-Schwäche und Massenwahn Kein Zugriff
- Kollektive Gewalt als »Maschinerie zur Mythenherstellung« Kein Zugriff
- Die »archaische Erbschaft« zwischen Mythos und Genetik Kein Zugriff
- Das kulturelle »Langzeitgedächtnis« und seine Dynamik Kein Zugriff
- Dem Opfer »ein für alle Mal« ein Ende Kein Zugriff
- Die Projektion des Gottesmordes Kein Zugriff
- Die »unselige Nabelschnur« zerschneiden Kein Zugriff
- Hoc est corpus meum – die Verschiebung der Schuld Kein Zugriff
- Die Bahnung als »Dauerspur der Erregung« Kein Zugriff
- Das unglückliche Bewusstsein vom Tode Gottes Kein Zugriff
- Die zähe Korrelation zwischen Vorurteil und Frömmigkeit Kein Zugriff
- Mündig glauben, etsi deus non daretur Kein Zugriff
- »Man muß eine Rede finden, die das Schweigen wahrt« Kein Zugriff
- Literatur Kein Zugriff Seiten 159 - 164





