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Eros und Thanatos

Eine Kritik des abtötenden Denkens
Autor:innen:
Verlag:
 2019

Zusammenfassung

Hans-Peter Waldhoff untersucht in Eros und Thanatos die vielfältigen Verflechtungen zwischen Lebens- und Todestrieben. In einem langen Zivilisationsprozess hat die Einsicht in deren Wechselspiel Mühe, sich durchzusetzen, und die vom vorherrschenden wissenschaftlichen Geist Getriebenen verlieren diesen Zusammenhang aus den Augen. Dieses Denken ist ein gefährliches Probehandeln in Politik, Wirtschaft und Alltag. Es führt auf direktem Weg zur Zerlegung von Menschen in Datensätze und genetische Informationen sowie zur Akkumulation von Massentötungsmitteln, die uns auch physisch zerlegen sollen.

Sigmund Freud hat, angesichts des Ersten Weltkrieges und hartnäckig selbstzerstörerischer Tendenzen mancher Patienten, dem Eros den Thanatos zur Seite gestellt. Die Spaltung des Zusammenhangs von Leben und Tod im Alltagsleben, in unseren Beziehungen zu anderen und zu uns selbst sowie die Verdrängung des Sterbenmüssens und Tötenkönnens befeuert jedoch die an sich natürlichen Todeskräfte über Gebühr und lässt sie ins bösartig Pathologische umschlagen. Wenn wir die menschliche Vergänglichkeit und das Menschliche unserer Vergänglichkeit nicht in unser Leben und Denken einbeziehen, droht die Selbstabtötung der Denker und Gedanken, oder, in der Projektion auf andere, das von Kant postulierte »radikal Böse« im Denken und Handeln.

Diese komplexe soziale und seelische Dynamik wird in der vorliegenden Studie an Beispielen aus verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen sowie an literarischen Beispielen erkundet. Zugleich werden stärker von der Liebe zur Welt getragene Gegenströmungen zu den vorherrschenden Formen wissenschaftlichen Denkens und deren Pluralität in den Vordergrund gestellt. Die Kritik des abtötenden Denkens, so das Fazit des Buches, kann eine Belebung nicht nur des Gedachten, sondern auch eine der denkenden Menschen und ihrer Gesellschaften bewirken. Durch die Lektüre entsteht ein feines Gespür für die kleinen Tode, die uns angetan werden oder die wir anderen und uns antun, aber auch dafür, dass wir, um es mit einem Chanson zu sagen, nicht unbedingt die wilden Blumen zertrampeln müssen, während wir von Poesie sprechen.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2019
ISBN-Print
978-3-95832-195-3
ISBN-Online
978-3-7489-0657-5
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
216
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 12 Download Kapitel (PDF)
  2. Ein Stimmkonzert über Leben, Tod und Denken Seiten 13 - 18 Download Kapitel (PDF)
  3. Denkende Lebensfreude und ihre Gefährdungen Seiten 19 - 26 Download Kapitel (PDF)
  4. Wie kommt das Nichtdenken in die Welt? Seiten 27 - 27 Download Kapitel (PDF)
  5. Im symbolischen Universum leben Seiten 28 - 32 Download Kapitel (PDF)
  6. Erfahrungen, Begegnungen, Verdichtungen Seiten 33 - 39 Download Kapitel (PDF)
  7. »Scheintod im Denken« Seiten 40 - 43 Download Kapitel (PDF)
  8. Pluralistisches Denken gegen abtötendes Denken Seiten 44 - 47 Download Kapitel (PDF)
  9. Abtötendes Denken in den modernen Wissenschaften Seiten 48 - 60 Download Kapitel (PDF)
  10. Psychologie als »seelenlose Wissenschaft« Seiten 61 - 64 Download Kapitel (PDF)
  11. »Geburt und Grab ein ewiges Meer« Seiten 65 - 68 Download Kapitel (PDF)
  12. Kosmische Universalwissenschaft und Todestrieb Seiten 69 - 76 Download Kapitel (PDF)
  13. Die Liebe zur Welt als ganz andere Erkenntnishaltung Seiten 77 - 82 Download Kapitel (PDF)
  14. Pathologische Faszination am wissenschaftlich-technischen Töten Seiten 83 - 87 Download Kapitel (PDF)
  15. Das plurale Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten und seine Zerreißung im Denken und Handeln Seiten 88 - 90 Download Kapitel (PDF)
  16. Eine tödliche Krankheit der Erkenntnistheorie Seiten 91 - 94 Download Kapitel (PDF)
  17. Verringerung der Kontraste bei Vergrößerung der Spielarten und umgekehrt Seiten 95 - 105 Download Kapitel (PDF)
  18. Vernichter und Vernichtete Seiten 106 - 108 Download Kapitel (PDF)
  19. »Du sollst dem Tod keine Herrschaft einräumen über Deine Gedanken« Seiten 109 - 110 Download Kapitel (PDF)
  20. Primat des Lebens durch Einbeziehung des Todes Seiten 111 - 116 Download Kapitel (PDF)
  21. Ein Modell der Pluralität innerer und äußerer Stimmen Seiten 117 - 118 Download Kapitel (PDF)
  22. Tarnungen des Todes und »Terror-Management« Seiten 119 - 128 Download Kapitel (PDF)
  23. Wir Lebenden und Toten Seiten 129 - 136 Download Kapitel (PDF)
  24. Todes- und Lebenstrieb in der Entstehung menschlicher Sprache und bewussten Seins Seiten 137 - 140 Download Kapitel (PDF)
  25. Zur Verhäuslichung von Leben und Tod Seiten 141 - 145 Download Kapitel (PDF)
  26. Ist lebenssteigernder Nahtod denkbar? Seiten 146 - 146 Download Kapitel (PDF)
  27. Denkräume gestalten: Überlegungen zur Soziogenese und Psychogenese des Denkens in praktischer Absicht Seiten 147 - 162 Download Kapitel (PDF)
  28. Im Herzen von Licht und Finsternis Seiten 163 - 168 Download Kapitel (PDF)
  29. Der faustische Pakt und sein Echo Seiten 169 - 185 Download Kapitel (PDF)
  30. Womit man leben kann Seiten 186 - 193 Download Kapitel (PDF)
  31. Literaturverzeichnis Seiten 194 - 208 Download Kapitel (PDF)
  32. Personenregister Seiten 209 - 216 Download Kapitel (PDF)

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