Göttlicher Wille und menschliche Macht
Strategien zur Befriedung der Gesellschaft bei Locke und Spinoza- Autor:innen:
- Reihe:
- Symposion, Band 133
- Verlag:
- 2014
Zusammenfassung
Verliert eine Gesellschaft den Konsens über die Ideologie, die ihre Verhältnisse rechtfertigt, so benötigt das soziale Leben eine neue, regelungswirksame Grundlage. Als eine Neuzeit wird in dieser Untersuchung jede Epoche aufgefasst, der diese Aufgabe gestellt ist. Locke und Spinoza begegnen der intellektuellen Herausforderung auf gegensätzliche Weise: Der eine reformiert behutsam die Begriffe der überkommenen christlichen Weltanschauung, um ihre soziale Regelungsmacht wiederherzustellen. der andere verzichtet im praktischen Denken auf jeden Transzendenzbezug und vertritt einen strikten Positivismus menschlicher Macht. Die Klärung und Kritik der begrifflichen (und begriffspolitischen) Alternative von ›göttlichem Willen oder menschlicher Macht‹ als normativer Grundlage neuzeitlicher Gesellschaften steht im Mittelpunkt des Buches. Sie gibt Anlass zu einer grundlegenden Reflexion des Begriffs der Politik und zur Ausformulierung der Sachlogik normativer Argumentation bei weltanschaulicher Pluralität. Dabei wird klar: Politik ist unter neuzeitlichen Bedingungen die praktische Bewältigung der Uneinigkeit in der Wahrheitsfrage, und sie muss diese nicht beantworten, um zu gelingen. Das Ziel neuzeitlicher Politik muss ein hermeneutisch sensibler Konstitutionalismus sein, dessen Beziehung zu einer denkbaren sittlichen Wahrheit im politischen Raum nicht in Frage steht. Zur Überlebensfrage einer solchen Ordnung wird, sowohl auf der Ebene der Rechtsordnung als auch im individuellen Leben einem sittlichen Relativismus mit guten Gründen entgegentreten zu können.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2014
- ISBN-Print
- 978-3-495-48442-5
- ISBN-Online
- 978-3-495-86012-0
- Verlag
- Karl Alber, Baden-Baden
- Reihe
- Symposion
- Band
- 133
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 544
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Inhalt Kein Zugriff Seiten 9 - 10
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 11 - 26
- 1.1.1 Die statische Konzeption des Sittlichen und ihre Logik der Rechtfertigung Kein Zugriff
- 1.1.2 Lockes Zeitdiagnose: Tolerierung als Anarchie Kein Zugriff
- 1.2.1 Staat und Religion: Sphärentrennung und Spaltung der sittlichen Person Kein Zugriff
- 1.2.2 Mittel der Etablierung einer neuen Mentalität im Essay concerning toleration Kein Zugriff
- 1.3.1 Nominalismus und politische Erkenntnistheorie Kein Zugriff
- 1.3.2 Das Profil des »rational and voluntary agent« der Epistola de tolerantia Kein Zugriff
- 1.4.1 Das neue ›Geschäft‹ der Heilssuche: Lockes Anmerkungen zu Stillingfleet Kein Zugriff
- 1.4.2 Staat und Kirche in Diensten des christlichen Individualismus Kein Zugriff
- 1.4.3 Gemeinwohl und Gottesgehorsam in der Epistola de tolerantia Kein Zugriff
- 2.1 Der Fall Locke Kein Zugriff
- 2.2 Der Fall der Kurzen Abhandlung Spinozas Kein Zugriff
- 3.1 Die Reflexion der Pluralität und das Politische Kein Zugriff
- 3.2 Die Auflösung des Neuzeitproblems im Frühwerk Spinozas Kein Zugriff
- 4.1.1 Der Mensch als Naturgegenstand Kein Zugriff
- 4.1.2 Vom begrenzten Modus der Substanz zum Handelnden Kein Zugriff
- 4.2.1 Normativer Konstruktivismus: Die Metaethik der Ethik Kein Zugriff
- 4.2.2 Totalitäre Politik: Statik der Affekte ›aus der Leitung der Vernunft‹ Kein Zugriff
- 4.3.1 Determinismus und praktisches Engagement – ein Widerspruch? Kein Zugriff
- 4.3.2 Das Projekt des Tractatus theologico-politicus Kein Zugriff
- 4.3.3 Politische Vereinnahmung der Offenbarungsreligion Kein Zugriff
- 4.3.4 Theologie als Gehorsamswissenschaft und die Machtpolitik der Freiheit Kein Zugriff
- 5 Göttlicher Wille oder menschliche Macht? Kein Zugriff Seiten 486 - 537
- Zitierweise Kein Zugriff
- Werke Lockes Kein Zugriff
- Werke Spinozas Kein Zugriff
- Außerdem verwendete Literatur Kein Zugriff





