Ehre revisited
Die Charakterhaltung als gesellschaftliche Grundlage- Autor:innen:
- Verlag:
- 2017
Zusammenfassung
Der türkische Ehrbegriff wurde bislang überwiegend im Feld der traditionellen Rollenvorstellungen von Frau und Mann verortet. Gabriele Sigg befreit den Ehrbegriff aus diesem patriarchalen Machtzusammenhang und macht ihn so für moderne Gesellschaften fruchtbar.
Am Beispiel der Handelsehre auf dem Großen Basar in Istanbul wird die Veränderung der Charakterstruktur von einer vormodernen zu einer modernen Gesellschaft dargelegt. Dabei wird die Notwendigkeit des ehrbaren Kaufmannes für eine funktionierende Gesellschaft deutlich. Auf dem Großen Basar werden die Reste eines institutionalisierten Ehrgefühls eruiert, um daraus Möglichkeiten der Charakterbildung in der Moderne zu skizzieren.
Die Beschäftigung mit der Ehre und Charakterbildung entlarvt den Kategorienfehler moderner westlicher Gesellschaften, nämlich abstrakte Systeme und Verfahren allein als vorrangigen Garant für eine gerechte Gesellschaft zu bestimmen. Die Autorin stellt die zentrale Bedeutung der Charakterhaltung als ursächlichen Mechanismus hinter den objektiven Strukturen heraus.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2017
- ISBN-Print
- 978-3-8288-3985-4
- ISBN-Online
- 978-3-8288-6719-2
- Verlag
- Tectum, Baden-Baden
- Reihe
- Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Sozialwissenschaften
- Band
- 77
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 304
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Teilzugriff Seiten 1 - 10 Download Kapitel (PDF)
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 11 - 12
- Einleitung, Gegenstandserklärung und Methodik Kein Zugriff Seiten 13 - 22
- 1. Die Fehlverwendung des Ehrbegriffs in der Ethnologie Kein Zugriff
- 1.1 Kurzer historischer Abriss der Mittelmeerraumetnographie Kein Zugriff
- 1.2 Ethnologische Ehrforschung und der »Ehrenmord« heute Kein Zugriff
- 1.3 Ehre zwischen Metaphysik und empirischen (Kultur-)Wissenschaften Kein Zugriff
- 2. Die Vernachlässigung der Ehre in der Soziologie Kein Zugriff
- 2.1 Die Klassiker soziologischer Ehrforschung Kein Zugriff
- 2.2 Habitus, Ehre und Tugend Kein Zugriff
- 2.3 Die gegenseitige Bedingtheit von Soziologie und Philosophie Kein Zugriff
- 2.4 Zur Unterscheidung von äußerer und innerer Ehre Kein Zugriff
- 3. Die zwei Grundannahmen der Ehre in der Philosophie Kein Zugriff
- 3.1 Aristoteles: Ehre als »Lohn der Tugend« Kein Zugriff
- 3.2 Hobbes: Ehre als Machtinstrument Kein Zugriff
- 3.3 Exkurs: Individualisierung, Narzissmus und Ehre Kein Zugriff
- 3.4 Aristoteles oder Hobbes? Kein Zugriff
- 3.5 Zur Unterscheidung von Interesse, Emotion und (Ehr-)Gefühl Kein Zugriff
- 1. Wesentliche Eckdaten in der historischen Entwicklung des Großen Basars Kein Zugriff
- 1.1 Der Große Basar und seine Rolle im Osmanischen Reich: Ein Symbol der Macht Kein Zugriff
- 1.1.1 Der Bau des Großen Basars in Istanbul: Der Basar als Symbol der Macht Kein Zugriff
- 1.1.2 Die Organisationsstruktur des Osmanischen Reiches: Gilden undZünfte, Ehl-i Hiref – die Elite des Sultans Kein Zugriff
- 1.1.3 Drei Phasen der Geisteshaltung im Gewerbe des Osmanischen Reiches Kein Zugriff
- 1.2 Modernisierungs- und Globalisierungsprozesse auf dem Großen Basar Kein Zugriff
- 1.2.1 Shopping-Malls als Konkurrenz des Großen Basars? Kein Zugriff
- 1.2.2 Änderung der Kundenlandschaft: Massentourismus löst die einheimische Kaufkraft ab Kein Zugriff
- 1.2.3 Billigwaren aus China, das Internet und »die Neuen« (»Yeni gelenler«) Kein Zugriff
- 2. Zur Genese und Beschaffenheit des traditionellen Handelshabitus: Der ehrbare Kaufmann Kein Zugriff
- 2.1 Ehrlichkeit (dürüstlük) als leitendes Prinzip der älteren Basarriege (Idealtypus) Kein Zugriff
- 2.1.1 Fallbeispiel – Teppichgeschäft (Kilimcilik): Familie A Kein Zugriff
- 2.1.2 Fallbeispiel – Geschäft für Badeutensilien (Hamamcılık): Familie B Kein Zugriff
- 2.1.3 Die primäre Sozialisation als wegweisende Instanz der Charakterbildung Kein Zugriff
- 2.2 Das traditionelle Ausbildungssystem Ahillik als Ort der Charakterbildung Kein Zugriff
- 2.2.1 Die Einrichtung Ahilik und das Gildensystem Kein Zugriff
- 2.2.2 Fallbeispiel – Das Teppichgewerbe in der Tradition des Vaters: Iskender Kein Zugriff
- 2.2.3 Fallbeispiel – Juwelier in der Tradition des Onkels: Ilhan Kein Zugriff
- 2.2.4 Die Charakterbildung als vernachlässigte Ressource moderner Ausbildungssysteme Kein Zugriff
- 2.3 THEORETISCHER HINTERGRUND: Vom Homo Honoris zumHomo Oeconomicus Kein Zugriff
- 2.3.1 Die zwei Gesichter der Arbeit als Ausdruck der Reibung vormoderner und moderner Bewusstseinsstrukturen Kein Zugriff
- 2.3.2 Ehre und Ehrgefühl als Grundlage der traditionellen kabylischen Gesellschaft Kein Zugriff
- 2.3.3 Die Gabe als grundlegende Struktur archaischer Bewusstseinsstrukturen Kein Zugriff
- 2.3.4 Reziprozität, Ehre und Vertrauen Kein Zugriff
- 2.3.5 Transrationale Ehre heute: Die Schenkökonomie? Kein Zugriff
- 3. Der Wandel der Charakterhaltung im Wandel zurModerne und Postmoderne: Traditionsgeleitete, innengeleitete und außengeleitete Ehrvorstellungen Kein Zugriff
- 3.1 Die Orientierung an Prestige und Geld als Generationen und Globalisierungsproblem? Kein Zugriff
- 3.1.1 Fallbeispiel Außenleitung – Ein Gerichtsprozess: Gefälschte Teppiche aus China Kein Zugriff
- 3.1.2 Fallbeispiel Innenleitung 1 – Imitierte Ledertaschen: Mehmet Kein Zugriff
- 3.1.3 Fallbeispiel Innenleitung 2 – Silberschmuck in den Händen derTochter Kein Zugriff
- 3.1.4 Fallbeispiel Innenleitung 3 – Keramik und Silberschmuck: Orkan und Erdem Kein Zugriff
- 3.1.5 Die Charakterhaltung als Regulativ des globalen und kulturellen Wandels? Traditionsgeleitete, innengeleitete und außengeleiteteEhrvorstellungen Kein Zugriff
- 3.2 Die »Geiz ist geil«-Mentalität der Touristen Kein Zugriff
- 3.3 Reiseführer (rehberler) und Schlepper (hanutçular):Missbrauchtes Vertrauen Kein Zugriff
- 3.4 Frauen und Handel: Die Charakterhaltung als Kategorie jenseits von biologischem oder sozialem Geschlecht Kein Zugriff
- 3.4.1 »Bacıyan-ı Rum«, die erste Frauenorganisation der Welt in Anatolien Kein Zugriff
- 3.4.2 Fallbeispiel – Arzu, Ehrlichkeit (dürüstlük) als wichtigstes Charaktermerkmal im Handel Kein Zugriff
- 3.4.2 Fallbeispiel – Leyla, das eigene Gewissen (vicdan) als Leitprinzip Kein Zugriff
- 3.4.3 Fallbeispiel – Scarlett, die Universalität von Güte (iyilik), Ehrlichkeit (dürüstlük), Arbeit (çalışmak), Wissen (bilgi) und Liebe (sevgi) Kein Zugriff
- 3.4.4 Eine Charakterquote anstelle einer Frauenquote! Kein Zugriff
- 3.5 THEORETISCHER HINTERGRUND: Von der Ehre zu Prestigein postmodernen Gesellschaften: Performanz anstelle von Charakterhaltung und geistig-emotionaler Entwicklung Kein Zugriff
- 3.5.1 Theoretische Ankerpunkte: Wilhelm Korff, Thorstein Veblen und David Riesman Kein Zugriff
- 3.5.2 Exkurs: Der Prozess der Selbstwerdung Kein Zugriff
- 3.5.3 Ehrenamtliches Engagement und Ehrungen als äußere Parameter der Ehre Kein Zugriff
- 3.5.4 Reputation in der Wirtschaftssoziologie Kein Zugriff
- 3.5.5 Anerkennungssucht als Ausdruck eines missglückten Selbstwerdungsprozesses Kein Zugriff
- 4. Das Recht als Ersatz der Ehre ? Gleichheitsprinzip vs. Beitragsprinzip Kein Zugriff
- 4.1 Gerechte Verträge, gerechte Preise und die Charakterhaltung der Person Kein Zugriff
- 4.1.1 Fallbeispiel; Verträge und Belege braucht nur der, der betrügen will Kein Zugriff
- 4.1.2 Fallbeispiel; »Hassle free shopping« und Preisetiketten Kein Zugriff
- 4.1.3 Preispolitik und das Narh-Höchstpreissystem im Osmanischen Reich Kein Zugriff
- 4.1.4 Die Charakterhaltung als Vorbedingung eines gerechten Handels Kein Zugriff
- 4.2 THEORETISCHER HINTERGRUND 1: Die sozialen Vorbedingungen des Vertrages Kein Zugriff
- 4.2.1 Mechanische und organische Solidarität Kein Zugriff
- 4.2.2 Die Berufsgruppen als Träger von Solidarität in modernen Gesellschaften Kein Zugriff
- 4.2.3 Von der Vertragsentwicklung und den nichtvertraglichen Elementen des Vertrages Kein Zugriff
- 4.2.4 Der ehrbare Kaufmann Kein Zugriff
- 4.3 THEORETISCHER HINTERGRUND 2: Beitragsprinzip und Gleichheitsprinzip (Aristoteles und Rawls) Kein Zugriff
- 4.2.1 Beitragsprinzip: Aristoteles’ Nikomachische Ethik Kein Zugriff
- 4.2.2 Gleichheitsprinzip: John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit Kein Zugriff
- 4.2.3 Zur Vorrangstellung des Beitragsprinzips in transrationalen Kulturen Kein Zugriff
- 4.4 Die Restauration des Großen Basars und die daran beteiligten Gruppierungen: Ein Kampf um Macht undPrestige Kein Zugriff
- 4.4.1 Die Händler (esnaf) Kein Zugriff
- 4.4.2 Die Handelsorganisation des Großen Basars (Kapalı Çarşı EsnaflarıDerneği) Kein Zugriff
- 4.4.3 Der Staat unter der Leitung der Istanbuler Stadtteilverwaltung des Bezirkes Fatih (Fatih Belediyesi) Kein Zugriff
- 4.4.4 Restauration des Sandal-Bedesten im Jahr 2015 Kein Zugriff
- 4.4.5 Zur notwendigen Einheit von innerer Ehre und Macht Kein Zugriff
- 4.5 THEORETISCHER HINTERGRUND: Die Charakterhaltung als notwendiges Kriterium von staatlichen Akteuren sowie den Bürgern Kein Zugriff
- 4.5.1 Ehre als Bindeglied zwischen Recht und Individuum (Georg Simmel) Kein Zugriff
- 4.5.2 Aristoteles’ Idee der gerechten Herrschaft Kein Zugriff
- 5. Kultur als Ausrede! Die Charakterhaltung und das Ehrgefühl als transkulturelle Prinzipien Kein Zugriff
- 5.1 Der »alte« Basar als Beispiel für das Zusammenleben und-arbeiten unterschiedlicher Kulturen und Religionen Kein Zugriff
- 5.1.1 Türken, Kurden und Aramäer – Christen, Juden, sunnitische und alevitische Muslime Kein Zugriff
- 5.1.2 Deutsche, christlich geprägte Handels- und Geschäftspartner Kein Zugriff
- 5.1.3 Die innere Ehre als Leitprinzip: Partikulare und universale Regeln (Durkheim) als Checks and Balances Kein Zugriff
- 5.2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Die islamische Wirtschaftsethik? Kein Zugriff
- 5.2.1 Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen Kein Zugriff
- 5.2.2 »Doch Allāh hat den Handel erlaubt und den Wucher verboten« (Sure2, 274) Kein Zugriff
- 5.2.3 Der Weltethos und die Goldene Regel – Ein Ethos für die Welt? Kein Zugriff
- 1. Empirisch-theoretische Implikationen: Die Handelsehre als über-sehene Kategorie der ethnologischen und soziologischen Ehrforschung Kein Zugriff
- 2. Metatheoretische Implikationen: Die »Unpersönlichkeitsphilosophie« und das »Objektivitätsdogma« moderner westlicher Gesellschaften als Kategorienfehler Kein Zugriff
- 2.1 Die Person als unreduzierbare Kategorie der Conditio Humana Kein Zugriff
- 2.2 Eine Ethik jenseits traditionell religiöser Dogmen, aber auch jenseits postmoderner Beliebigkeitsphantasien Kein Zugriff
- Erkenntnistheoretische Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 283 - 288
- Literatur Kein Zugriff Seiten 289 - 304





