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Der Wille des Einen ist das Tun des Anderen

Aufsätze zur Machttheorie
Autor:innen:
Verlag:
 2015

Zusammenfassung

Der Begriff der Macht ist, nach einer bekannten Formulierung Max Webers, »sozio-logisch amorph«. Er umfasst ein großes Spektrum sozialer Phänomene und Beziehungen, in denen einer dem anderen seinen Willen aufzuzwingen vermag, worauf auch immer diese Chance beruht. Dennoch gibt es einen relativ umgrenzten Ausschnitt von Praxen und Handlungsweisen, die hier typischerweise zum Einsatz kommen: Drohung, Lob, Provokation, Überredung, aber auch »weiche«, mit anderen Motiven durchmischte Formen der Machtausübung wie Raten und Helfen. Der Band versammelt Aufsätze aus fünfundzwanzig Jahren, in denen die einzelnen Methoden und Machtpraxen, also das Machen der Macht, aber auch die Möglichkeiten der Eindämmung, Begrenzung und Gegenwehr, in verschiedenen Kontexten aus interaktionistisch-phänomenologischem Blickwinkel untersucht werden.Wir alle wissen, was Macht ist. Spätestens wenn wir ihr unterworfen sind, wenn wir uns ohnmächtig und von anderen abhängig fühlen und gezwungen sind, etwas zu tun, was wir sonst nicht täten. Macht ist stets ein Brechen von Widerstand, die Realisierung eines fremden Willens in unserem eigenen Tun. Das bedeutet aber zugleich: Die Macht gibt es nur, weil es das Widerstreben, das Gegeninteresse, die unhintergehbare Freiheit des anderen gibt, nein zu sagen. Macht setzt also Freiheit voraus, sie ist selbst gewissermaßen negative Freiheit: Als Negierung des Nein ist sie jederzeit eine menschliche Möglichkeit, kann es keine »machtsterilen Verhältnisse« (Heinrich Popitz) geben. In diesem Verständnis ist Macht eine Grundtatsache des Lebens und zugleich ein universaler Mechanismus der Vergesellschaftung, der freilich höchst unterschiedliche Formen und Ausprägungen annehmen kann: Sie reichen von der routinemäßigen Ausübung von Herrschaft über die unmittelbare situative Gewaltanwendung etwa bei einem Raubüberfall bis hin zur strategischen Raffinesse Mindermächtiger, die gerade aufgrund ihres Mangels an verfügbaren Machtressourcen auf andere Mittel und Methoden der Wahrung und Durchsetzung ihrer Interessen zurückgreifen müssen.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2015
ISBN-Print
978-3-942-39379-9
ISBN-Online
978-3-8452-7723-3
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
376
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 6 Download Kapitel (PDF)
  2. Einleitung: Macht als Interaktion Seiten 7 - 18 Download Kapitel (PDF)
  3. Drohungen. Über eine Methode der Interaktionsmacht Seiten 19 - 48 Download Kapitel (PDF)
  4. Der kurze Atem der Provokation Seiten 49 - 72 Download Kapitel (PDF)
  5. Die Politik des Lobs Seiten 73 - 102 Download Kapitel (PDF)
  6. Machtfreiheit als negative Utopie. Die Hochschule als Idee und Betrieb Seiten 103 - 134 Download Kapitel (PDF)
  7. Warten auf Amtsfluren Seiten 135 - 168 Download Kapitel (PDF)
  8. Tücken der Macht. Das Beispiel der Politik Seiten 169 - 194 Download Kapitel (PDF)
  9. Raten und Beratschlagen Seiten 195 - 238 Download Kapitel (PDF)
  10. Frechheit Seiten 239 - 250 Download Kapitel (PDF)
  11. Die Autoritätsbalance des Lehrers Seiten 251 - 274 Download Kapitel (PDF)
  12. Gleichheit. Ein systematisches Argument Seiten 275 - 290 Download Kapitel (PDF)
  13. Herrschen, Führen und das Problem der Delegation Seiten 291 - 308 Download Kapitel (PDF)
  14. Raten – Helfen – Empowerment. Über altruistische Macht Seiten 309 - 355 Download Kapitel (PDF)
  15. Danksagung Seiten 356 - 357 Download Kapitel (PDF)
  16. Literatur Seiten 358 - 374 Download Kapitel (PDF)
  17. Nachweise Seiten 375 - 376 Download Kapitel (PDF)

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