Cover des Buchs: Unaufhebbare Gewalt
, um zu prüfen, ob Sie einen Vollzugriff auf diese Publikation haben.
Monographie Kein Zugriff

Unaufhebbare Gewalt

Umrisse einer Anti-Geschichte des Politischen
Autor:innen:
Verlag:
 2015

Zusammenfassung

Dieses Buch bietet in 15 Studien von Platon und Aristoteles über T. Hobbes, C. v. Clausewitz, C. Schmitt, E. Fink bis hin zu J. Derrida, E. Levinas, C. Mouffe, J.-L. Nancy und P. Ricœur eine umfassende Einführung in die Problematik des Politischen - im Lichte unaufhebbarer Gewalt. Schon oft wurde behauptet, das Politische sei bereits durch die Griechen der Antike oder spätestens durch Machiavelli entdeckt worden. Doch statt sich seitdem als »unser Schicksal« darzustellen, wie es ein napoleonisches geflügeltes Wort besagt, scheint es längst wieder »selten« geworden zu sein, wie J. Rancière und andere feststellen, die der Vitalität des Politischen zu neuem Recht verhelfen wollen. Statt auf einen »ursprünglichen« Begriff des Politischen zurückzugreifen, sah man sich dazu gezwungen, ein »Gegengedächtnis« (N. Loraux) gegen ein vorherrschendes Verständnis des Politischen aufzubieten, das im Verdacht steht, den Sinn dieses Begriffs bis heute verkannt zu haben. Dieses Verkennen betrifft, wenn wir Phänomenologen des Politischen folgen, ausgerechnet das, was eine politische Welt ausmachen müsste, die ihren Namen verdient. Darüber aber beginnen wir uns erst im Lichte einer eminent zerstörerischen Weltlosigkeit klar zu werden, die maßgeblich von H. Arendt beschrieben worden ist. So kommt eine ganz neue, nachträgliche Befragung des Politischen in einer Zeit in Gang, die der Zerstörung des Politischen selbst verdächtig war. Zugleich setzt die Befragung des Politischen mit nicht beschönigter Gewalt ein, deren Erkundung P. Ricœur zu einer erst in Angriff zu nehmenden Forschungsaufgabe erklärte. Demnach müsste es zunächst darum gehen, die »Welt der Gewalt« eingehend zu erforschen. Dann erst wäre ggf. zu zeigen, wie politisches Leben möglich ist, das der Herausforderung ›der‹ Gewalt standzuhalten verspricht. Ob es dabei um eine Aufhebung der Negativität der Gewalt gehen kann, wie man es sich mit Hegel vorstellt, steht dahin.

Auch das ist eine philosophische Forschungsfrage ersten Ranges, der man sich weder durch einen dialektischen Versöhnungsoptimismus noch auch durch eine pauschale Affirmation der Unaufhebbarkeit jeglicher Gewalt einfach entziehen sollte. Wo (wie bei C. Mouffe) Versöhnung für unmöglich gehalten und sogar verweigert wird, muss man sich doch fragen, ob die Hoffnung auf Beseitigung einschneidender Gewalt so leicht preiszugeben ist.

Kann einer sozialphilosophisch gewendeten Dialektik wirklich nur eine Lobrede auf unaufhörlichen Kampf gegeneinander entgegengesetzt werden, der jede Welt früher oder später zu spalten droht? Gilt es nicht dritte Wege zu erkunden, auf denen sich die politische Phantasie nicht derart beschränken lassen dürfte?


Publikation durchsuchen


Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2015
ISBN-Print
978-3-958-32075-8
ISBN-Online
978-3-8452-7731-8
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
520
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 20
    1. Dem Politischen ausgesetzt Kein Zugriff
    2. Transformationen des ›ursprünglich‹ Politischen? Kein Zugriff
    3. Politisierungen im Namen (nicht) ›aufzuhebender‹ Gewalt Kein Zugriff
    4. Koexistenz durch Auseinandersetzung Kein Zugriff
    5. Ein ›pathologischer‹ Zugang Kein Zugriff
    1. Mit Blick auf ein Jenseits der Gewalt Kein Zugriff
    2. Gewalt-Phänomene Kein Zugriff
    3. Feindschaft und Krieg Kein Zugriff
    4. Bilanz Kein Zugriff
    1. Auf der Suche nach der besten Lebensform − im Zeichen des Schlimmsten Kein Zugriff
    2. Spuren der Gewalt Kein Zugriff
    3. Polemogene Auseinandersetzung Kein Zugriff
    4. Aufhebung der Gewalt? Kein Zugriff
    1. Das vorläufige Ende des Politischen Kein Zugriff
    2. Auf der Spur der menschlichen Gemeinschaft Kein Zugriff
    3. An der Schwelle zur Neuzeit: ›menschliche‹ Gewalt Kein Zugriff
    4. Zur Machiavelli-Interpretation Herfried Münklers Kein Zugriff
    5. Ein normativer Begriff des Politischen? Kein Zugriff
    6. Kritik Kein Zugriff
    1. Radikale Entsicherung Kein Zugriff
    2. Gewalt als Herausforderung des Politischen bei Thomas Hobbes Kein Zugriff
    3. Exkurs: Staat und Krieg Kein Zugriff
    4. Brüderliche Feinde: Jean-Jacques Rousseau Kein Zugriff
    1. Friede durch Recht? Kein Zugriff
    2. Entfesselung der inter-nationalen Gewalt Kein Zugriff
    3. Geschichte als Evolution? Kein Zugriff
    4. Exkurs zur »Bio-Politik« Kein Zugriff
    1. Der nachträgliche Einsatz einer Geschichte des Politischen Kein Zugriff
    2. Eine polemische Theorie der Feindschaft Kein Zugriff
    3. Die Inkonsequenz eines ›existenziellen‹ Begriffs des Politischen Kein Zugriff
    4. Zur Zukunft der Feindschaft im politischen Denken Kein Zugriff
    1. Von Sein und Zeit aus: Auf dem Weg zu einer Ontologie des Politischen? Kein Zugriff
    2. Im Zeichen des pólemos: Jan Patočka und Eugen Fink Kein Zugriff
    3. Ein phänomenologischer Weltbegriff: Klaus Held Kein Zugriff
    4. Spielräume der Rede Kein Zugriff
    5. Ein anachronistisches Ethos? Kein Zugriff
    6. Von der Weltlosigkeit aus Kein Zugriff
    1. Vor dem Nichts, ontologisch, politisch Kein Zugriff
    2. Eine Anthropologie der Freiheit Kein Zugriff
    3. Das Gegebene und die Gabe Kein Zugriff
    4. Vor-gegebene Passivität Kein Zugriff
    5. Souveräne oder gefesselte Freiheit im Hass Kein Zugriff
    1. Von der Erde zur Welt Kein Zugriff
    2. Zerstörtes In-der-Welt-sein? Kein Zugriff
    3. Von der Negativität der Verlassenheit (zurück) zur politischen Welt Kein Zugriff
    4. Kritik Kein Zugriff
    5. Hannah Arendts ›Welt‹ und die Frage nach dem Politischen heute Kein Zugriff
    1. Sinnliche Weltverhältnisse Kein Zugriff
    2. Aufteilung des Sinnlichen, Subjektivierung und politische Existenz Kein Zugriff
    3. Gleichheit als Versprechen Kein Zugriff
    4. Aporetik des Politischen? Kein Zugriff
    5. Passion identitaire und Alterität des Anderen Kein Zugriff
    1. Kampf statt Konsens? Kein Zugriff
    2. Konfliktualer Konsens Kein Zugriff
    3. Sich (nicht) geschlagen geben: Kompromisse und das agonale Potenzial unbedingter Ansprüche Kein Zugriff
    4. Das Verlangen nach einem lebbaren Leben und die Vitalität des Politischen Kein Zugriff
    5. Agonistik im Schatten radikaler Feindschaft Kein Zugriff
    1. Unbedingt souveräne rogue states? Kein Zugriff
    2. Nacktes Leben und der verdorbene Ursprung des Politischen Exkurs zur Giorgio Agamben Kein Zugriff
    3. Unbedingte Alterität und die Aporie des Politischen Kein Zugriff
    4. Gelassenheit ohne identitäre Aneignung Kein Zugriff
    1. Weltweite Weltlichkeit? Kein Zugriff
    2. Das Widerweltliche und die Passion der Wahrheit Kein Zugriff
    3. Gemeinsame, geteilte Welt? Kein Zugriff
    4. Ausgesetzt − zwischen Sinn und Bedeutung Kein Zugriff
    5. Demokratisches Begehren und Versprechen Kein Zugriff
    6. Eine geschichtsphilosophische Hypothek Kein Zugriff
    1. Paul Ricoeurs Geschichte und Wahrheit und das Politische in historischer Perspektive Kein Zugriff
    2. Gebrochene und zu erneuernde Versprechen Kein Zugriff
    3. Versprechen: Akte, Lebensformen, Geschichte und das marxsche Erbe: Jacques Derrida, Jürgen Habermas Kein Zugriff
    4. Zur Zukunft der Geschichte in praktischer Absicht Kein Zugriff
  3. Epilog Bilanz, Desiderate, Ausblick Kein Zugriff Seiten 451 - 468
  4. Siglen Kein Zugriff Seiten 469 - 471
  5. Nachweise Kein Zugriff Seiten 472 - 473
  6. Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 474 - 506
  7. Internetquellen Kein Zugriff Seiten 507 - 507
  8. Namenregister Kein Zugriff Seiten 508 - 514
  9. Sachregister Kein Zugriff Seiten 515 - 520

Ähnliche Veröffentlichungen

aus dem Schwerpunkt "Sozialphilosophie", "Politische Theorie", "Politische Soziologie"
Cover des Buchs: Ideale der Menschlichkeit
Monographie Kein Zugriff
Paul R. Tarmann
Ideale der Menschlichkeit
Cover des Buchs: Kapital als Medium
Monographie Kein Zugriff
Michael Mayer
Kapital als Medium
Cover des Buchs: (Neu-)Ordnung
Sammelband Kein Zugriff
Uwe Wagschal, Marius Fröhle
(Neu-)Ordnung
Cover des Buchs: Arenen des Diskurses
Sammelband Kein Zugriff
Thomas Schölderle, Laura Martena
Arenen des Diskurses
Cover des Buchs: Verhängnisvolle Antizipationen
Monographie Kein Zugriff
Carina Schatten
Verhängnisvolle Antizipationen