Toleranz: einfach schwer
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- 2019
Zusammenfassung
Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger. Manche erleben dies als Bereicherung, nicht wenige aber als Last. Was muss die Gesellschaft, was muss der Einzelne tolerieren und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Wie viel Andersartigkeit muss man erdulden und wie viel Kritik aushalten? In seinem neuen Buch streitet Joachim Gauck für eine kämpferische Toleranz. "Ich war und bin bis heute der Meinung, dass es kein Laisser-faire geben darf gegenüber jenen, die Pluralität und Toleranz mit Füßen treten. Toleranz, die Nachsicht und Duldsamkeit preist gegenüber den Verächtern der Toleranz, hilft den Tätern und nicht den Opfern. Intoleranz gegenüber einer Intoleranz, die Menschen unterdrückt und verachtet, ist eine Haltung von Demokraten im Namen der Menschenwürde." Aus der entschiedenen Überzeugung heraus, dass die Gesellschaft eine deutlichere und bewusstere Debatte über Toleranz benötigt, spürt er den Fragen nach: Was macht Toleranz aus und was macht sie notwendig? Und warum ist Intoleranz heute so populär und attraktiv? Die großen Themen der Zeit – wie das Erstarken populistischer Parteien, die Debatten in der Migrationspolitik, die Zunahme des Islam in europäischen Gesellschaften, die drohende Klimakatastrophe und die zunehmende Digitalisierung der Welt – bieten viel Angriffsfläche für das Maß dessen, was ein Einzelner bereit ist zu akzeptieren und zu ertragen. Daraus erwachsen Formen des Extremismus und der Intoleranz, die der ehemalige Bundespräsident als die großen Herausforderungen unserer Zeit bezeichnet, denn zum bereits vorhandenen Links- und Rechtsextremismus gesellt sich der islamische Fundamentalismus. Intoleranz jedoch nur denjenigen vorzuwerfen, die extreme Haltungen vertreten, ist kurzsichtig. Die "Intoleranz der Guten" kann ebenso die Gemeinschaft schwächen. Diese politische Korrektheit im Sinne einer politischen und ethischen Orientierung trägt zwar zu gegenseitigem Respekt und Verständigung bei, dennoch müssen kontroverse Diskussionen möglich sein. Dies zeigt sich besonders in Migrationsfragen. Die derzeit größte Zerreißprobe für die individuelle und gesellschaftliche Toleranz ist die hohe Zahl von Menschen, die Schutz in Deutschland und Europa suchen. Kritisch hinterfragt Joachim Gauck, wo die Grenzen der Toleranz erreicht werden. Der große Demokrat schließt mit einem starken Plädoyer für die Erhaltung und Wahrung von Toleranz als Tugend und als Gebot der politischen Vernunft, die gut ist für jeden Einzelnen und unerlässlich für die Gesellschaft. "Es ist nicht die schlichte Vertrautheit mit dem Eigenen, was uns sicher macht, das Richtige zu verteidigen. Sondern die Gewissheit, dass der Verteidigung wert ist, was allen Menschen zukommt: Würde, Unversehrtheit, Freiheit und Recht. Es wird sich immer und immer wieder lohnen, dafür zu streiten mit Verantwortungsbewusstsein, mit Mut und – mit kämpferischer Toleranz."
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2019
- Copyrightjahr
- 2019
- ISBN-Print
- 978-3-451-38324-3
- ISBN-Online
- 978-3-451-81528-7
- Verlag
- Herder, Freiburg
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 221
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- Was macht Toleranz notwendig? Kein Zugriff
- Frühere eigene Erfahrungen mit Toleranz und Intoleranz Kein Zugriff
- Zum Beispiel: Das Haus I Kein Zugriff Seiten 21 - 28
- Das Ende der einheitlichen Weltsicht Kein Zugriff
- Vom Zwang zur Koexistenz zum Minderheitenschutz Kein Zugriff
- Die Intoleranz der ehemaligen Häretiker Kein Zugriff
- Die Trennung von Staat und Religion Kein Zugriff
- Von der Toleranz des Staates zur Toleranz zwischen den Menschen Kein Zugriff
- Die Unterdrückung am Pranger Kein Zugriff
- Die Ausweitung der Toleranz Kein Zugriff
- Die rechtliche Sicherung eines erweiterten Toleranzgebots Kein Zugriff
- Was ich unter Toleranz verstehe: 12 Aspekte Kein Zugriff Seiten 51 - 62
- Die Repräsentanzlücke Kein Zugriff
- Desillusionierung oder: Kein Ende der Geschichte Kein Zugriff
- Gegenbewegung Kein Zugriff
- Die Gesellschaft sortiert sich neu Kein Zugriff
- Toleranzfähigkeit – je nach individueller Disposition Kein Zugriff
- Die Angst vor dem Wandel berücksichtigen Kein Zugriff
- Kollektiver Nachholbedarf in Sachen Toleranz Kein Zugriff
- Die neuen und die alten Rechten Kein Zugriff
- Keine Toleranz gegenüber Rechtsradikalen Kein Zugriff
- Repressive Toleranz Kein Zugriff
- Rechts ist nicht rechtsradikal Kein Zugriff
- Das Feld des Nationalen nicht den Extremisten überlassen Kein Zugriff
- Falsche Nachsicht gegen linke Gewalt Kein Zugriff
- Unterschätzter Islamismus? Kein Zugriff
- Verhärtete radikale Milieus unter Muslimen Kein Zugriff
- Islamistisch und islamisch Kein Zugriff
- Antisemitismus: Für einen differenzierten Umgang Kein Zugriff
- Aufklärung hilft Kein Zugriff
- Betreutes Sprechen Kein Zugriff
- Politische Korrektheit auf dem Vormarsch Kein Zugriff
- Die Grenzen der öffentlichen Regulierung Kein Zugriff
- Identitätspolitik – gerechter oder spalterisch? Kein Zugriff
- Welche Identität(en) wollen wir? Kein Zugriff
- Wenn Partikularismus die Oberhand gewinnt Kein Zugriff
- Die Rolle als Opfer: identitätsstiftend? Kein Zugriff
- Fremdenfeindlichkeit verschwindet nicht Kein Zugriff
- Wie viel Zuwanderung nützt unserem Land? Kein Zugriff
- Wer gehört dazu? Kein Zugriff
- Multikulturalismus: Über die Grenzen der Toleranz Kein Zugriff
- Migrantische Intoleranz: Interne Restriktion Kein Zugriff
- Von der Kraft unserer Werte Kein Zugriff
- Zum Beispiel: Das Haus II Kein Zugriff Seiten 201 - 206
- Für eine kämpferische Toleranz Kein Zugriff Seiten 207 - 210
- Dank Kein Zugriff Seiten 211 - 212
- Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 213 - 221






