
Das Recht in Bewegung
Kollektive Mobilisierung des Rechts in Zeiten der Austeritätspolitik- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Dass soziale Kämpfe im Recht verhandelt werden, haben kritische Rechtstheorien vielfach hervorgehoben. Jedoch mangelt es an Beiträgen, die analysieren, wie kollektive Akteure ihre Forderungen in die juridische Arena übertragen und das Recht für ihre Interessen mobilisieren.Das vorliegende Buch entwickelt eine Analysematrix, mit der Interaktionsformen zwischen sozialen Bewegungen und juridischem Feld untersucht werden können. Sie basiert auf einem theoretischen Dialog zwischen materialistischen und feldtheoretischen Rechtstheorien einerseits sowie kritischen Bewegungsforschungsansätzen andererseits. Am Beispiel der Anti-Austeritätsproteste der Jahre 2011 bis 2014 in Portugal und ihres Einflusses auf die Entscheidungen des portugiesischen Verfassungsgerichts wird gezeigt, wie sich soziale Konflikte in ihrer juridischen Erscheinung bzw. als Rechtskämpfe erforschen lassen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-95832-290-5
- ISBN-Online
- 978-3-7489-6656-2
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 336
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 10 Download Kapitel (PDF)
- 1.1 Kollektive Rechtsmobilisierung und die Ambivalenz des Rechts
- 1.2 Die Anti-Austeritätsbewegung in Portugal und die Rechtsprechung der Krise
- 1.3 Aufbau der Arbeit
- 2.1.1 Marxistische Rechtstheorie, Werttheorie und Formanalyse
- 2.1.2 Mehrdimensionale Herrschaftsverhältnisse und die Vielfalt sozialer Kämpfe
- 2.1.3 Die Rechtsform als soziale Form und ihre relationale Autonomie
- 2.1.4.1 Hegemonie und gegenhegemoniale Projekte
- 2.1.4.2 Kämpfe um Hegemonie auf dem rechtlichen Terrain
- 2.1.5.1 Habitus, Feld und Kapitalformen: Grundlage des Bourdieu’schen Rechtsdenkens
- 2.1.5.2 Das vermachtete juridische Feld: Kapital und Habitus der Jurist:innen
- 2.2.1 Die Entpolitisierung der gesellschaftlichen Konflikte
- 2.2.2 Die Abstraktion durch Verfahren und die Eintrittsbarrieren für Lai:innen
- 2.2.3 Die Isoliertheit der Rechtssubjekte
- 2.3 Ein erstes Zwischenfazit: Der umkämpfte Charakter des juridischen Feldes
- 3.1 Das historische Paradebeispiel: Kämpfe um Rechte der Bürger:innenrechtsbewegung
- 3.2.1 Materielle und immaterielle Ressourcen
- 3.2.2 Institutionelle Voraussetzungen
- 3.3 Cause Lawyering und engagierte Anwaltschaft
- 3.4 Rechtsmobilisierung: der geschärfte Blick auf Mobilisierungsprozesse
- 3.5 Recht und soziale Bewegungen: ein interdisziplinärer Forschungsauftrag
- 3.6 Soziale Bewegungen in der rechtssoziologischen Forschung: ein zweites Zwischenfazit
- 4.1.1 Traditionelle Unterschiede, die nicht mehr unterscheiden: das Paradigma der neuen sozialen Bewegungen
- 4.1.2 Die Werkzeugkiste der Bewegungsforschung und die Beschreibung der Bewegungspraktiken
- 4.2 Der Ressourcenmobilisierungsansatz: Beiträge und Grenzen
- 4.3 Politische Gelegenheitsstrukturen: kontextuelle Einflussdynamiken auf die kollektive Mobilisierung
- 4.4 Aus den politischen Strukturen in die Diskurse: der Framing-Ansatz
- 4.5 Contentious Politics und rechtliche Repertoires
- 4.6 Bewegungsforschung trifft Gesellschaftstheorie: Kollektive Kämpfe jenseits der »Werkzeugkiste« überdenken
- 5.1 Engagiertes Wissen im Hinblick auf die Relationen: materialistische Bewegungsforschung
- 5.2 Soziale Kämpfe und politische Projekte
- 5.3 Soziale Bewegung als politische Kollektivität
- 5.4 Institutionelle Kampffelder und Bewegungsinteraktionen
- 5.5.1 Die politische Ökonomie der Bewegungskonstellation
- 5.5.2 Die Bewegungspraxis: kollektive Ereignisse und Geschichte der Mobilisierung
- 5.5.3 Kollektive Kämpfe auf dem juridischen Terrain
- 6.1 Die politische Ökonomie der Mobilisierung: Geschichte und Kontext
- 6.2 Mobilisierungswelle, Bewegungskonstellation und kollektive Kämpfe
- 6.3 Kollektive Forderungen auf dem juridischen Terrain
- 6.4 Forschungsdesign und Datenerhebung
- 7.1.1 Wiederaufbau nach der Nelkenrevolution
- 7.1.2 Demokratisierung und wiederkehrende wirtschaftliche Krisen
- 7.1.3 Die Finanzkrise ab 2007 in Europa und Portugal
- 7.1.4 Das portugiesische Anpassungsprogramm und die Reformen des Arbeitsrechts
- 7.2.1 Die transnationale Mobilisierungswelle gegen die Austerität
- 7.2.2 Die Proteste gegen die Austeritätspolitik in Portugal – eine Chronologie
- 7.2.3 Vernetzung der Vielen und politische Kollektivität gegen die Austerität
- 7.2.4 Nach den Massenprotesten: Weitere politische Artikulationen
- 7.3.1 Die Rechtsprechung der Krise als sozialwissenschaftlicher Forschungsgegenstand
- 7.3.2 Erste Phase: Zurückhaltung und grünes Licht für erste Sparmaßnahmen
- 7.3.3 Zweite Phase: Kurswechsel – Verfassungswidrigkeit mit aufschiebender Wirkung
- 7.3.4 Dritte Phase: Selektive Ablehnung der Austeritätspolitik ab 2013
- 7.3.5 Vierte Phase: Urteile ab 2014 zum Abschluss des Anpassungsprogramms
- 7.3.6 Weiterführende rechtliche Auseinandersetzungen nach Abschluss des Anpassungsprogramms
- 7.4 Die Rechtsprechung der Krise aus bewegungspolitischer Perspektive: Potenziale und Herausforderungen der bewegungsorientierten Rechtsmobilisierungsanalyse
- 8.1 Die juridische Arena ist ein Kampffeld
- 8.2 Die Formen der kollektiven Rechtsmobilisierung
- 8.3 Das Weiterwirken kollektiver Forderungen über den Protestzyklus hinaus
- 8.4 Soziale Bewegungen als plurale, imaginierte Kollektivität
- 8.5 Das umstrittene Potenzial sozialer Kämpfe auf dem juridischen Terrain
- 8.6 Kollektive Kämpfe um Rechte: Herausforderungen vor neuen Krisen
- LiteraturSeiten 281 - 325 Download Kapitel (PDF)
- AbkürzungsverzeichnisSeiten 326 - 327 Download Kapitel (PDF)
- InterviewverzeichnisSeiten 328 - 329 Download Kapitel (PDF)
- Tabelle der Urteile im Rahmen derRechtsprechung der KriseSeiten 330 - 336 Download Kapitel (PDF)




