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Unbehagen

Theorie der überforderten Gesellschaft
Autor:innen:
Verlag:
 2021

Zusammenfassung

WARUM MODERNE GESELLSCHAFTEN MIT DER KRISENBEWÄLTIGUNG ÜBERFORDERT SIND

Der Ruf nach mehr Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt entspringt unserem sehnlichsten Wunsch, aus einem Guss und womöglich kollektiv handeln zu können. Aber die moderne Gesellschaf t kennt keinen Ort, an dem ihre unterschiedlichen Funktionslogiken nachhaltig aufeinander abgestimmt werden können. In Krisen wird diese systematische Überforderung der Gesellschaft mit sich selbst besonders deutlich. Armin Nassehi zeigt, warum der Versuch einer politischen Bündelung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel in komplexen Gegenwartsgsellschaften zwangsläufig scheitern muss. Aus dieser notorischen Enttäuschung resultiert ein Unbehagen, das den Blick auf die Gesellschaft von ihrer grundlegenden Selbstüberforderung ablenkt.

Moderne Gesellschaften folgen einerseits stabilen Mustern, sind träge und kaum aus der Ruhe zu bringen. Andererseits erweisen sich ihre Institutionen und Prak- tiken immer wieder als erstaunlich fragil und vulnerabel. In Situationen, die wir Krisen nennen, prallen diese beiden widersprüchlichen Seiten der gesellschaftlichen Moderne besonders heftig aufeinander. Schon die Semantik der Krise suggeriert aber, dass es so etwas wie einen wohlgeordneten Status geben könnte, der sowohl modern als auch nicht-krisenhaft wäre. Doch dieser Vorstellung läuft bereits die innere Differenziertheit der Gesellschaft in ökonomische, politische, wissenschaftliche, rechtliche und familiale Logiken zuwider. Armin Nassehi vertritt in seinem Buch dagegen die These, dass komplexe Gesellschaften sich fortlaufend selbst als krisenhaft erleben, ohne je in eine Form prästabilierter Harmonie zurückzukehren. Er zeigt, wie sowohl die sozialwissenschaftliche Literatur als auch die öffentlichen Debatten der Gegenwart den Blick auf diesen Zusammenhang verstellen, indem sie Gesellschaft ausschließlich in der Sozialdimension, d. h. in illusionären Kollektivbegriffen beschreiben. Demgegenüber stellt Nassehi die Sachdimension gesellschaftlicher Strukturen ins Zentrum seiner theoriegeleiteten Gesellschaftsanalyse. Dadurch gelingt ihm ein kontruktiver Blick auf eine überforderte Gesellschaft, die in ihrem Unbehagen ihre eigene Problemlösungskompetenz zu vergessen droht. Er deutet zugleich an, was man aus unserem Umgang mit der Pandemie und der Klimakrise lernen kann, um uns für künftige Krisensituationen besser zu rüsten – ohne übersteigerte Erwartungen zu wecken.

  • Armin Nassehi über die überforderte Gesellschaft

  • Warum unsere Gesellschaft nicht aus einem Guss regiert werden kann

  • Das Unbehagen an der Gesellschaft - Armin Nassehis neue Theorie


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2021
ISBN-Print
978-3-406-77453-9
ISBN-Online
978-3-406-77455-3
Verlag
C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
Sprache
Deutsch
Seiten
385
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 3 - 8
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten 9 - 10
    1. Das Unbehagen in der Kultur ff. Kein Zugriff
    2. Die Frage Kein Zugriff
    3. Risiko Theorie Kein Zugriff
    1. Theodizee Kein Zugriff
    2. Handeln/Handlungsfähigkeit Kein Zugriff
    3. Von der Theodizee zur Soziodizee Kein Zugriff
    4. Drei Soziodizeen Kein Zugriff
    1. Änderungsimperative Kein Zugriff
    2. Evolution Kein Zugriff
    3. Der Fehlschluss von der Notwendigkeit auf die Möglichkeit Kein Zugriff
    4. Gesellschaft der Gegenwarten Kein Zugriff
    5. Fixierung auf Gegenwarten Kein Zugriff
    1. Überall Akteure Kein Zugriff
    2. Versammlungen oder Differenzierungen? Kein Zugriff
    3. Was für Systeme? Kein Zugriff
    4. (Un-)Erreichbarkeit Kein Zugriff
    1. Ambivalenz des Selbstverhältnisses Kein Zugriff
    2. Sach- und Sozialdimension Kein Zugriff
    3. Querlagen Kein Zugriff
    4. Institutionenabhängige Lebenslagen Kein Zugriff
    1. Institutionen Kein Zugriff
    2. Filigrane Ordnung Kein Zugriff
    3. Die verborgene Krise Kein Zugriff
    1. Gesellschaft als Familienangelegenheit Kein Zugriff
    2. Moralüberschuss Kein Zugriff
    3. Ex oriente lux? Kein Zugriff
    4. Tianxia Kein Zugriff
    5. Die Welt in Ordnung bringen Kein Zugriff
    1. Die Organisation der Gesellschaft Kein Zugriff
    2. Gesellschaft als Organisation? Kein Zugriff
    1. «Trade-tested Betterment» Kein Zugriff
    2. Noch einmal: Krise Kein Zugriff
    1. Schutzlosigkeit Kein Zugriff
    2. Physiodizee Kein Zugriff
    3. Die Ungerechtigkeit des Sprechens Kein Zugriff
    4. Latenzverlust in der Sachdimension Kein Zugriff
    1. Was macht einen Unterschied? Kein Zugriff
    2. Unterhaltung Kein Zugriff
    1. Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit Kein Zugriff
    2. Risiko-Lernprozesse Kein Zugriff
    3. Genügt Evolution? Kein Zugriff
    4. Ein Beispiel: Sterben als Risiko Kein Zugriff
    5. Am Ende noch einmal: Latenz Kein Zugriff
  3. Anmerkungen Kein Zugriff Seiten 340 - 375
  4. Sachregister Kein Zugriff Seiten 376 - 384
  5. Zum Buch Kein Zugriff Seiten 385 - 385

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