Die andere Seite der Geschichte
Der literarische Dialog zwischen Afrika, der Karibik und dem Westen- Autor:innen:
- Verlag:
- 2025
Zusammenfassung
Sprechen wir über den Reichtum der Literaturen, die jenseits des Westens verortet werden. Die andere Seite der Geschichte: Könnte ein Löwe sprechen, würde er die Geschichte einer Löwenjagd anders erzählen als der Löwenjäger. Würde Freitag sich zu Wort melden, klänge seine Geschichte anders als diejenige von Robinson Crusoe. Aber sollte Freitag sich zu Wort melden, wer würde ihm zuhören? Schon seit Langem erheben Autorinnen und Autoren aus Afrika, der Karibik und aus Nordamerika ihre Stimmen und widersprechen dem Bild, das sich der Westen von diesen anderen Kulturen macht. Der vorliegende Band legt diese Korrekturen frei und verfolgt den Verlauf dieses noch immer überwiegend einseitigen literarischen Dialoges. So schildert der in Australien lebende südafrikanische Nobelpreisträger J. M. Coetzee in seinem Roman "Mr. Cruso, Mrs. Barton und Mr. Foe" Freitag als entmündigten Menschen ohne Zunge, veranschaulichen US-Autoren wie Richard Wright oder Ralph Ellison in ihren Büchern, was sie von der Welt getrennt hält, in der sie leben, oder analysieren der Südafrikaner Niq Mhlongo und die Simbabwerin NoViolet Bulawayo, wie sehr sich die jeweiligen Illusionen voneinander gegenseitig bedingen. Boubacar Boris Diop aus Senegal schreibt seit dem Völkermord in Ruanda nicht mehr auf Französisch, Gilbert Gatore aus Ruanda erfuhr mit seinem Roman über den Genozid weitgehend Ablehnung, weil er darin den Motiven der Täterpsyche nachspürt. Wie also müssen Autorinnen und Autoren aus Afrika schreiben, damit sie im Westen überhaupt wahrgenommen werden? Der Band erklärt diesen Selektionsprozess und beschreibt, wie die Lesegewohnheiten beeinflussen, wie und worüber geschrieben werden muss, um eine Chance auf Aufmerksamkeit zu haben. Das gilt für Chimamanda Ngozi Adichie aus Nigeria ebenso wie für ihren Landsmann Helon Habila, dessen Roman "Öl auf Wasser" besonders dann nachgefragt wurde, nachdem er als Krimi deklariert worden war. Auch die Bilderwelt der deutschen Kolonialpolitik wirkt noch immer nach, und entsprechende Stereotype bestehen fort. Dass die Befreiung davon eine mentale Dekolonisierung beiderseits erforderlich macht, geht aus dem Werk von Ngugi wa Thiong’o hervor, der dafür mit dem Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet wurde. Sehr feinsinnig führen auch Autorinnen und Autoren wie Yvonne Vera und Christopher Mlalazi aus Simbabwe in ihren Romanen einen Blickwechsel herbei.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2025
- ISBN-Print
- 978-3-68930-127-9
- ISBN-Online
- 978-3-68930-128-6
- Verlag
- edition t+k, München
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 194
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort Kein Zugriff
- Derek Walcotts Weltbild Kein Zugriff
- Wechsel der Perspektive Kein Zugriff
- Wieder und wieder neugeschrieben Kein Zugriff
- Kleiner Exkurs in die Unterpfalz, die Kurpfalz Kein Zugriff
- Michel Tournier Kein Zugriff
- Elizabeth Bishop Kein Zugriff
- J. M. Coetzee Kein Zugriff
- Patrick Chamoiseau Kein Zugriff
- Lutz Seiler Kein Zugriff
- Daniel Defoe als Kulturkritiker Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Exkurs nach Barracoon Kein Zugriff
- Gesehen wird nur die Gewalt Kein Zugriff
- Leben als jemand anderes Kein Zugriff
- Exkurs 1: Ernüchternde Entfremdung Kein Zugriff
- Exkurs 2: Von der Sehnsucht nach einer Heimat in Afrika Kein Zugriff
- Wegen der Hautfarbe getrennt Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Die Eroberung des Wortes Kein Zugriff
- Anspielung auf Charlotte Brontës Roman Kein Zugriff
- Das Motiv des Gestrandetseins Kein Zugriff
- Alles ist mit allem verbunden Kein Zugriff
- Wertschätzung des Lebens Kein Zugriff
- Vergessene Avantgarde Kein Zugriff
- Das Wesen der Antillität Kein Zugriff
- Lob den Übersetzungen Kein Zugriff
- Theorie der Kreolität Kein Zugriff
- Lob der Mehrsprachigkeit Kein Zugriff
- Verleugnetes Erbe Kein Zugriff
- Akzeptanz der Kreolität Kein Zugriff
- Begegnung der Kulturen Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Erster Schauplatz: Tansania Kein Zugriff
- Perspektiven der Erinnerung Kein Zugriff
- Zweiter Schauplatz: Berlin / Weimar Kein Zugriff
- Dritter Schauplatz: Namibia Kein Zugriff
- Vierter Schauplatz: Kamerun Kein Zugriff
- Deutsch als Literatursprache in Kamerun Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Eingeschränkte Wahrnehmung Kein Zugriff
- Parallele Entwicklung Kein Zugriff
- Zäsuren Anfang der 1980er Jahre Kein Zugriff
- Engagierte Vermittler Kein Zugriff
- Zweite Welle in der 1990er Jahren Kein Zugriff
- Tückische Selektion Kein Zugriff
- Literaturpreise als Auswahlkriterien Kein Zugriff
- Sprachwahl und Übersetzungshürden Kein Zugriff
- Von Afrika lernen Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Was muss Literatur leisten? Kein Zugriff
- Wendepunkt im literarischen Werk Kein Zugriff
- Aufmerksamkeit für »Murambi« Kein Zugriff
- Vom Verschwinden des Autors Kein Zugriff
- Zur gesellschaftlichen Position von Intellektuellen Kein Zugriff
- Erwartungen des Publikums Kein Zugriff
- Zwang zum Widerspruch Kein Zugriff
- Vergiss Europa Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Höhenflug im Umfeld der Unabhängigkeit Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- NoViolet Bulawayos Roman »Wir brauchen neue Namen« Kein Zugriff
- Niq Mhlongo’s Roman »Way Back Home« Kein Zugriff
- Exil oder Rückbesinnung Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Das Thema Reue Kein Zugriff
- Tradition der Gewalt Kein Zugriff
- Wahrheit und Bekenntnis Kein Zugriff
- Bekenntnis und Interesse Kein Zugriff
- Vergebung und Neuanfang Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Verweise Kein Zugriff
- Quellennachweis: Kein Zugriff Seiten 194 - 194





