
Der menschliche Standpunkt
Perspektiven und Formationen des Anthropomorphismus- Autor:innen:
- Reihe:
- Philosophische Abhandlungen, Band 103
- Verlag:
- 2013
Zusammenfassung
Die Philosophie der Neuzeit hat ein gespaltenes Verhältnis zum Menschen. Einerseits vollzieht sich die Wende zum Subjekt seit der Renaissance über die Zentrierung des Menschen, andererseits muss das Erkenntnissubjekt vom konkreten Menschen gereinigt werden, um die Objektivität wissenschaftlicher Beobachtung zu gewährleisten. Das cogito funktioniert zwar seit Descartes als das unerschütterliche Fundament aller Bestimmung von Wirklichkeit - der Mensch darf sich deshalb aber nicht zum Maß aller Dinge erklären. Im Lichte dieser allgemeinen Fragestellung steht insbesondere das Anthropomorphismus-Problem, das heißt die Schwierigkeit, dass wir nicht anders als menschlich in die Welt hineinschauen können, wodurch diese grosso modo auch 'menschlich' zurückblickt. Mag es unsere Vorstellung von einem göttlichen Wesen sein, der Kraftbegriff der Physik oder das Bewusstsein von Tieren - überall laufen wir Gefahr, Nichtmenschliches zu vermenschlichen. Über die Möglichkeit, den Anthropomorphismus gänzlich zu vermeiden oder zumindest kritisch zu wenden, ist in der Philosophie seit der Aufklärung bis in unsere Tage viel diskutiert worden. Die Studie verfolgt diese Debatte von Hume, Hamann und Kant über Feuerbach und Nietzsche zu Husserl, Cassirer und Hans Jonas. Dabei werden drei Typen von Anthropomorphismus unterschieden, die zugleich als geschichtlich sich entfaltende Paradigmen der Erkenntnistheorie verstanden werden können: So löst in der Analyse der anthropomorphen Beobachtung der Wirklichkeit das konstruktivistische Zuschreibungsparadigma das Analogiedenken ab, um schließlich der zirkulären Struktur einer Hermeneutik des Selbstverständnisses und der teilnehmenden Beobachtung Platz zu machen. Der Mensch steht der Welt nicht nur gegenüber, sondern ist selbst Teil dessen, was er beobachtet. So erschließt sich das Ganze vom Teil wie der Teil vom Ganzen her.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2013
- ISBN-Print
- 978-3-465-03715-6
- ISBN-Online
- 978-3-465-13715-3
- Verlag
- Klostermann, Frankfurt am Main
- Reihe
- Philosophische Abhandlungen
- Band
- 103
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 384
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 14
- 1. Vom Standpunkt des Menschen Kein Zugriff
- 2. Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter Kein Zugriff
- 3. Anthropomorphismus Kein Zugriff
- Kap. I: Der Kampfplatz der Streitigkeiten um den Anthropomorphismus im 18. Jahrhundert: Natürliche Theologie und Physikotheologie Kein Zugriff
- 1. Humes Anthropologie der Religion Kein Zugriff
- 2. The believer’s fork: Anthropomorphismus und Mystizismus Kein Zugriff
- Exkurs: Zur Begriffsgeschichte des Kampfbegriffs ,Anthropomorphit‘ Kein Zugriff
- 3. Strategien und Aporien der Begründung Kein Zugriff
- 4. Arachnomorphismus Kein Zugriff
- 5. Jenseits des Zweifels Kein Zugriff
- 1. „wie Saul unter den Propheten“: Hume als Vorbild für Hamanns Lehre vom Glauben Kein Zugriff
- 2. „Commercio göttlicher und menschlicher idiomatum“: Hamanns Herder-Kritik Kein Zugriff
- 3. Das „Senfkorn der Anthropomorphose und Apotheose“: Die „Herablassung“ des Schriftsteller-Gottes zu den Menschen Kein Zugriff
- 4. Ein „preußischer Hume“: Metakritik an Kants Purismus der Vernunft Kein Zugriff
- 5. Hamann und die Folgen Kein Zugriff
- 1. Kants Schlummer und Hamanns Weckdienst Kein Zugriff
- 2. Theologie des Als-ob Kein Zugriff
- 3. Die Grenzbestimmung der reinen Vernunft durch symbolischen Anthropomorphismus Kein Zugriff
- 4. Vom Schaden der „Abgötterei in praktischem Verstande“ Kein Zugriff
- 5. Kein Newton des Grashalms Kein Zugriff
- 6. Kant und die Außerirdischen Kein Zugriff
- 6. Kant und die Außerirdischen Kein Zugriff
- Kap. I: Menschlich von der Welt reden Kein Zugriff
- 1. Feuerbachs Kehre und die Anthropomorphisierung der Philosophie Kein Zugriff
- 2. Der Mensch auf Umwegen zu sich selbst Kein Zugriff
- 3. Beobachtung des Spiegels Kein Zugriff
- 4. Feuerbachs vierter Gedanke Kein Zugriff
- 1. Kritik der konkreten Vernunft Kein Zugriff
- 2. Metaphern, Metonymien und Anthropomorphismen Kein Zugriff
- 3. Das produktive Subjekt Kein Zugriff
- 4. Wie die „wahre Welt“ zur Fabel wurde Kein Zugriff
- 5. Die Krise des anthropozentrischen Weltbildes Kein Zugriff
- 5. Die Krise des anthropozentrischen Weltbildes Kein Zugriff
- Kap. I: Der anthropologische Schlaf Kein Zugriff
- 1. Logischer Anthropologismus: Tatsache und Wesen Kein Zugriff
- 2. Transzendentaler Anthropologismus: Kritik an Kant Kein Zugriff
- 3. Phänomenologischer Anthropologismus: Kritik anScheler und Heidegger Kein Zugriff
- 3. Phänomenologischer Anthropologismus: Kritik an Scheler und Heidegger Kein Zugriff
- 4. Hermeneutischer Anthropomorphismus: Auslegung der vorgegebenen Welt und ihrer Konstitution Kein Zugriff
- 1. Psychologischer und kritisch-transzendentaler Anthropomorphismus Kein Zugriff
- 2. Anthropomorphismus in Kultur- und Naturwissenschaft Kein Zugriff
- 3. Die Unhaltbarkeit des Vico-Axioms Kein Zugriff
- 4. Animal symbolicum Kein Zugriff
- 4. Animal symbolicum Kein Zugriff
- 1. Hermeneutische Phänomenologie des Lebens Kein Zugriff
- 2. Destruktion der Geschichte der Ontologie Kein Zugriff
- 2. Destruktion der Geschichte der Ontologie Kein Zugriff
- 3. Der Mensch als Zeuge der Natur Kein Zugriff
- 4. Die Sorge als Sinn des Lebens Kein Zugriff
- 5. Was Löwe und Torpedo unterscheidet Kein Zugriff
- 6. Achtung vor dem Leben Kein Zugriff
- 1. Selektionseffekte der Beobachtung Kein Zugriff
- 2. Leben in Metaphern Kein Zugriff
- 3. Ethik des Beobachtens Kein Zugriff
- 1. Zur Zitation Kein Zugriff
- 2. Texte der primär behandelten Autoren Kein Zugriff
- 3. Weitere Literatur Kein Zugriff
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 378 - 384




