
Der Wald war ein letzter Ausweg
Hilfe für verfolgte Juden im deutsch besetzten Weißrussland 1941–1944- Autor:innen:
- Verlag:
- 2021
Zusammenfassung
Für Zinaida Krasner war die unbekannte Frau ihre letzte Hoffnung. Als sie zaghaft an die Tür von Varvara Kosokovskajas bescheidener Hütte klopfte, hoffte sie nur auf ein wenig zu essen. Die unbekannte Frau bat sie herein und befragte sie nach ihrem Leben im Ghetto von Berezino. Überwältigt von dem Elend nahm sie das kleine Mädchen zu sich. Sie wusste, dass sie damit ihr eigenes Leben und das ihres Mannes riskierte. Dieser schüttelte nur den Kopf und erwiderte: »Was soll’s. Du hast sie ja schon aufgenommen.« In den darauffolgenden Jahren mussten sie täglich um ihr Leben zittern. Alle überlebten wie durch ein Wunder. Familie Kosokovski waren nicht die Einzigen, die einen solchen Schritt wagten. Dieses ist nur ein Beispiel, wie sich Bewohner des besetzten Weißrusslands der Verfolgung der Juden widersetzten. Einige taten es aus spontanem Mitgefühl, andere empfanden einen starken Willen, Widerstand zu leisten. Andere wiederum wurden durch ihre Tätigkeit im Untergrund mit Rettungsfällen konfrontiert. Sie halfen Freunden, Mitstreiten im Widerstand oder auch Fremden. Die deutschen Besatzer überzogen Weißrussland mit einem brutalen Terror, der jeden einzelnen Lebensbereich der Zivilbevölkerung betraf. Am Ende der Okkupation waren ein Drittel der Landesbevölkerung ermordet, Millionen Menschen obdachlos und Hunderttausende zur Zwangsarbeit verschleppt worden. Der vorliegende Band stellt die Bedingungen und Dimensionen vor, unter denen sich Menschen dennoch zur Hilfe für Verfolgte entschlossen. Beide Seiten, die Retter wie auch die Untergetauchten, trugen das tödliche Risiko in jeder Hinsicht gemeinsam.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2021
- Copyrightjahr
- 2021
- ISBN-Print
- 978-3-86732-275-1
- ISBN-Online
- 978-3-86732-691-9
- Verlag
- Lukas Verlag, Berlin
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 454
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Kein Ort der Kontinuität: Weißrussland als historische Landschaf Kein Zugriff
- Eroberung, Ausbeutung, Vernichtung: Nationalsozialistische Besatzungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944 Kein Zugriff
- Geschichte, Verfolgung und Vernichtung der weißrussischen Juden Kein Zugriff
- Menschlichkeit inmitten von Verbrechen und Verwüstung: Dimensionen der Rettung Kein Zugriff
- Widerstand und Selbstrettung Kein Zugriff
- „Kümmert Euch um meinen Jungen!“ Die Rettung von Leonid Ruderman Kein Zugriff Seiten 89 - 110
- Poreč´e. Ein Dorf wird zur Fluchtheimat für 40 jüdische Kinder Kein Zugriff Seiten 111 - 158
- Anna, Valja und Viktor Černyj: Wie drei Waisenkinder zu Rettern wurden Kein Zugriff Seiten 159 - 186
- Vergeltung war die Regel: Das Schicksal der Familien Chačevskij und Galperin Kein Zugriff Seiten 187 - 202
- „Ich erzählte niemandem, dass ich Jüdin bin“. Der lange Weg von Sima Margolina ins Überleben Kein Zugriff Seiten 203 - 232
- Raisa Semaško und ihre Eltern bewahrten zwei Schulfreundinnen vor dem sicheren Tod Kein Zugriff Seiten 233 - 264
- Nicht nur ein Namenswechsel: Zinaida Krasner überlebte als Zoja Valkevič Kein Zugriff Seiten 265 - 286
- Zwei Erinnerungslandschaften – eine Rettung: Eine tatarische Familie riskiert ihr Leben Kein Zugriff Seiten 287 - 312
- Gemeinsame Flucht: Olga Pleskač ließ ihre jüdische Freundin nicht allein Kein Zugriff Seiten 313 - 338
- „Wir weigerten uns, Opfer zu werden.“ Wenn Geflüchtete zu Rettern werden: Die Bielski-Partisanen Kein Zugriff Seiten 339 - 412
- „Mit Hilfe von außen konnten wir nicht rechnen.“ Zwei Beispiele jüdischer Selbstrettung Kein Zugriff Seiten 413 - 433
- Erklärung ausgewählter Begriffe Kein Zugriff Seiten 434 - 435
- Dank Kein Zugriff Seiten 436 - 437
- Literatur Kein Zugriff Seiten 438 - 442
- Abbildungen Kein Zugriff Seiten 443 - 443
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 444 - 453




