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Monographie Kein Zugriff

Einer von den Normalen

Biographie und narrativer Selbstentwurf des NS-Direkttäters Dr. Erich Isselhorst
Autor:innen:
Verlag:
 2022

Zusammenfassung

IN DER REIHE »GENOZID UND GEDÄCHTNIS« DES INSTITUTS FÜR DIASPORA- UND GENOZIDFORSCHUNG. Es waren keine unglücklichen Umstände, die den promovierten Juristen Dr. Erich Isselhorst am Morgen des 23. Februars 1948 vor das französische Erschießungskommando in Straßburg brachten. Isselhorst, der in den beiden vorherigen Jahren in drei Gerichtsprozessen jeweils zum Tode verurteilt wurde, hatte in seiner Laufbahn bei der Geheimen Staatspolizei den NS-Terrorapparat in leitenden Funktionen durchlebt und mitgestaltet. Nach der Leitung verschiedener Dienststellen während der Vorkriegszeit wurde Isselhorst kurz nach Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion zu den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei abkommandiert. An dieser Stelle wirkte er an zahlreichen Massenverbrechen im rückwärtigen Armee- und Heeresgebiet mit. Im Jahr 1944 wurde Isselhorst dann nach Straßburg versetzt, wo er als Befehlshaber der Sicherheitspolizei bis zum Eintreffen der alliierten Truppen fungierte. Trotz seiner Positionen und der Beteiligung an den NS-Verbrechen ist Isselhorst bislang in der NS-Forschung kaum in Erscheinung getreten. Die Studie befasst sich grundlegend mit der Verwendung von Ego-Dokumenten in der oftmals strukturanalytisch geprägten NS-Täterforschung. Sie zeigt anhand des umfangreichen Quellenbestands von Erich Isselhorst auf, wie ein unmittelbar an den Gewaltverbrechen mitwirkender NS-Täter sich historisch und sozial selbstverortet, wie er das Geschehen reflektiert und wie seine Beurteilung des eigenen Handelns sich verändert. Die Analyse offenbart zudem seltene Einblicke in den Alltag, die Arbeitsprozesse und die sozialen Beziehungen der Akteure innerhalb des NS-Vernichtungsapparats. Die retrospektiven Selbstzeugnisse werden ferner dafür herangezogen, um an ihnen narrative Selbstbilder aufzuzeigen, die maßgeblichen Einfluss auf die individuelle Rationalisierung und die Legitimierung der begangenen Verbrechen hatten. So kann nachvollzogen werden, wie Isselhorst anhand seiner eigenen Biographie argumentierte und damit Selbstbilder konstruierte, die seiner kohärenten Selbstverortung nach dem Krieg entsprachen.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2022
ISBN-Print
978-3-95832-314-8
ISBN-Online
978-3-7489-3760-9
Verlag
Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
Sprache
Deutsch
Seiten
376
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 7
  3. Einleitung Kein Zugriff Seiten 8 - 21
    1. Wege der NS-Täterforschung Kein Zugriff
    2. Biographie und Ego-Dokumente in der NS-Täterforschung Kein Zugriff
    1. Kindheit und Ausbildung Kein Zugriff
    2. Karriere in der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Kein Zugriff
      1. Einsatzgruppe B (Smolensk) Kein Zugriff
      2. Einsatzgruppe A (Krasnogwardeisk) Kein Zugriff
      3. Kommandeur der Sicherheitspolizei (KdS) in Minsk Kein Zugriff
    3. Befehlshaber der Sicherheitspolizei (BdS) in Straßburg Kein Zugriff
      1. Prozess in Wuppertal Kein Zugriff
      2. Prozesse in Straßburg Kein Zugriff
      3. Letzte Monate und Hinrichtung Kein Zugriff
    1. »Deutsche Jugend« und Nationalsozialismus Kein Zugriff
    2. Führerglaube und Christentum Kein Zugriff
    3. Patriotismus und Verteidigung der abendländischen Kultur Kein Zugriff
    4. Arbeit in der Gestapo Kein Zugriff
    5. Isselhorsts Angebot an Frankreich 1947 Kein Zugriff
    6. Schuld eines Normalen Kein Zugriff
  4. Schluss Kein Zugriff Seiten 341 - 355
    1. Quellen Kein Zugriff
    2. Literatur Kein Zugriff
    3. Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff
    4. Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff

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