
HungerZeiten
Nahrungsentzug als langsame Gewalt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts- Herausgeber:innen:
- |
- Verlag:
- 2026
Zusammenfassung
Der Faktor Zeit. Eine neue Perspektive auf die historische Gewalt- und Hungerforschung. Dass Menschen hungern zählte und zählt zu den wiederkehrenden Erscheinungen in Kriegen und Besatzungen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts jedoch eskalierte eine Mangelversorgung häufig zu Aushungern oder gar Verhungernlassen als Element von Herrschaftsausübung wie von Kriegführung. War Hungern zwar immer auch Folge der Gewalt, so wurde es nun zur Gewalt selbst. Welche Rolle spielte bei dieser Eskalation von Hungerpolitiken der Faktor Zeit? Die temporalen Signaturen von Hungergewalt wurden bislang erstaunlich wenig erforscht. Die Autorinnen und Autoren in diesem Band nehmen sich dieses Desiderats an. Dabei gehen sie von dem Befund aus, dass Hungern als »slow physical violence« verstanden werden kann. Denn Langsamkeit prägte Logiken wie Praktiken der Verursacher, aber auch die Erfahrungen der Hungernden. In neun Fallstudien analysieren sie u. a. die Alliierten Seeblockaden im Ersten Weltkrieg, die Mangelversorgung im Spanischen Bürgerkrieg, Erfahrungen und Politiken der Unterernährung in den Ghettos im besetzten Polen, während der deutschen Besatzung sowjetischer Städte ab 1941 sowie in deutschen Psychiatrien während des Nationalsozialismus. Um Menschen hungern zu lassen, braucht es die Interaktion vieler Faktoren. Die Zeit, so das Fazit der Forschungen, ist für das Verständnis dieser Gewaltform essenziell.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2026
- Copyrightjahr
- 2026
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5766-2
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8956-4
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 241
- Produkttyp
- Sammelband
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Zur Einführung Kein Zugriff Seiten 7 - 28Autor:innen: |
- Chronogewalt. Hunger und die Macht der Zeit Kein Zugriff Seiten 29 - 60Autor:innen:
- Die alliierte Blockadepolitik als »slow violence«. Vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg Kein Zugriff Seiten 61 - 90Autor:innen:
- Von »Sie werden nicht durchkommen« zu »Wir wollen essen«. Temporalität des Hungers im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) Kein Zugriff Seiten 91 - 114Autor:innen:
- Das ›stille Sterben‹. Ressourcenentzug, Hunger und NS-»Euthanasie« Kein Zugriff Seiten 115 - 138Autor:innen:
- Zwischen Zeit- und Entscheidungsnot. Die Leningrader Führung und der Hunger während der Blockade 1941–1942 Kein Zugriff Seiten 139 - 166Autor:innen:
- Hungrig schreiben. Tagebücher der Charkiwer Besatzungsgesellschaft im Zweiten Weltkrieg Kein Zugriff Seiten 167 - 190Autor:innen:
- »Ich zähle die Zeit von Mahlzeit zu Mahlzeit«. Hungertemporalitäten in den besetzten Gesellschaften des Zweiten Weltkriegs Kein Zugriff Seiten 191 - 212Autor:innen:
- »Too little to keep them alive and too much to let them die.« The Slow Violence of Starvation during the Holocaust Kein Zugriff Seiten 213 - 234Autor:innen:
- Verzeichnis der Autorinnen und Autoren Kein Zugriff Seiten 235 - 240


