
Semantische Krisen
Urteilen und Erfahrung in der Gesellschaft ungelöster Probleme- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Postfaktizität und Verschwörungstheorien, Wutbürgertum und Politikverdrossenheit: Die Probleme liberaler Gesellschaften beginnen zusehends schon bei der Unfähigkeit, Probleme überhaupt angemessen zu beschreiben. Statt produktiv zu werden, entgleisen Kontroversen zum heillosen Zerwürfnis oder erlahmen in Schweigen.
Diese semantischen Krisen bezeichnen Krisen in der Verständigung über Krisen. Sie stellen eine Herausforderung dar sowohl für den demokratischen Willensbildungsprozess als auch für die Philosophie. Jan-Philipp Kruse untersucht die Bedingungen ihrer Genese. Er folgt dabei der These, dass eine grundsätzliche Beziehung zwischen Verstehen (Urteilen) und Handeln (Problemlösen) besteht. Gemachte Erfahrungen können sich nur dann in aussagekräftigen Begriffen organisieren, wenn sich diese in der Praxis gesellschaftlicher Problemlösung beweisen. Der Umgang mit der ökologischen Krise dient dem Autor dabei als Prüfstein seiner Theorie, die sich auch der nächsten, digitalisierungsgetriebenen Runde des ›Strukturwandels der Öffentlichkeit‹ (Habermas) zuwendet.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2022
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-95832-269-1
- ISBN-Online
- 978-3-7489-1351-1
- Verlag
- Velbrück Wissenschaft, Weilerswist
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 392
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 8 Download Kapitel (PDF)
- : Erlahmen und Entgleisen – mehr und weniger als Streit
- : Problem, Urteil, Erfahrung
- : Öffentliche Verständigung als Lerngeschichte?
- : Zur Elastizität von Problemen und den Rändern der Theorie
- Einleitung
- Simulierte Sprachlosigkeit oder semantische Deprivation?
- Zwischenpositionen semantischer Schwierigkeiten
- Semantische Angemessenheit im Angesicht von Problemen
- Von der Auseinandersetzung ohne Artikulation zur Gleichzeitigkeit von Privatisierung und Polarisierung
- Zwischenbetrachtung
- Politikverdrossenheit
- Die gereizte Gesellschaft
- Symptome des Sinnverlusts
- Krise des Fortschritts als Anzeichen kultureller Sinnkrisen
- Hyperironie und Identität
- Politische Identitätskrisen
- Verschwörungstheorien
- Von der Verschwörungstheorie zur Vernunftkrise?
- Zwischenbetrachtung
- Sinnkrisen als Zeitdiagnosen?
- Habermas’ semantische Krisendiagnose
- Zum Begriff der Geschichte
- Der Erzähler
- »Linke Melancholie«
- Zur Heuristik semantischer Krisen
- Harmonia
- Probleme und Prozessualität
- Zur Einschlägigkeit ausgewählter Befunde psychologischer Problemraumtheorie
- Resultat als Ineinandergreifen von Kriterien der Zuordnung und Exzellenz
- Prozess als reicher Begriff
- Ableitungen aus der Problemraumtheorie als heuristische Ingredienzen eines granularen Prozessmodells
- Ziele
- Die Verlegenheit der Lebenswelt
- Lineare Profitoptimierung
- Disdirektionales Driften
- Dynamische Lernblockaden und das Problem der Probleme
- Sinngrenze als theoretische Kontinuität des Problembegriffs
- Zum Zusammenhang von Problemlösung und symbolischer Selbstständigkeit
- Exzesse öffentlicher Problembeurteilung als Hinweis auf Probleme des Urteilens
- Ausgangspunkt im 18. Jahrhundert
- Hegel’sche Impulse in der Debatte um die Theorie des Urteilens
- Adorno und der Doppelcharakter des Urteilens
- Zum Stand des Diskurses
- Affekte und Niedrigschwelligkeit
- Komplexität
- Zur sozialen Dimension von Urteilskraft
- Das Gute am Schönen
- Urteilen als intrasubjektive Koordinierungsleistung
- Prozess und Urteilsumwelt
- Zur Iterierbarkeit von Urteilen
- Unstimmigkeit
- Ein komplexer Begriff von Öffentlichkeit
- Politik als Faktor einer Urteilsumwelt
- Werbung als Faktor einer Urteilsumwelt
- Resümee: Bildung und Nachhaltigkeit Seiten 356 - 366 Download Kapitel (PDF)
- Danksagung Seiten 367 - 367 Download Kapitel (PDF)
- Literatur Seiten 368 - 390 Download Kapitel (PDF)
- Abbildungen Seiten 391 - 392 Download Kapitel (PDF)




