Ausgebürgert und doch angebräunt
Deutsche Politikwissenschaft 1920-1945- Autor:innen:
- Verlag:
- 2013
Zusammenfassung
Bereits die 1. Auflage dieser wegweisenden Studie räumte vor 20 Jahren auf mit einer Legende der deutschen Politikwissenschaft: Keineswegs war die Deutsche Hochschule für Politik (Berlin) während der Weimarer Republik ein ausschließlich republikanisches Unternehmen, noch war Politologie eine reine Demokratiewissenschaft. So wenig wie die Soziologie, die Psychologie oder die Geschichtswissenschaft blieb das Fach vor und nach 1933 immun gegen die antidemokratische Versuchung. Neben erzwungene Gleichschaltung traten Ansätze einer Selbstgleichschaltung, am deutlichsten in Form einer Beschränkung der Disziplin auf „Auslandskunde“. Zwischen bloßen Handlangerdiensten für das NS-Regime und geringen Resten professioneller Distanz überlebte das reduzierte Fach bis 1945.
Eingehender als die 1. Auflage geht die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe der Frage nach: Was bedeuten diese Feststellungen für die (west)deutsche Nachkriegspolitologie? Offenkundig schöpfte sie nicht nur aus demokratisch unanfechtbaren Quellen des Exils und der „inneren Emigration“. Arnold Bergstraesser, Theodor Eschenburg, Michael Freund, Adolf Grabowsky, Ernst Jäckh – die Namen mehrerer ihrer „Gründerväter“ stehen für unterschiedliche Arrangementversuche mit dem Nationalsozialismus.
Politologen und Historikern mit ideen- und fachgeschichtlichen Interessen bietet das Werk des emeritierten Professors für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück reiches Material zum Thema „NS-Kontinuität“.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2013
- ISBN-Print
- 978-3-8487-0554-2
- ISBN-Online
- 978-3-8452-4829-5
- Verlag
- Nomos, Baden-Baden
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 322
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 8
- Die deutsche Nachkriegspolitologie vor dem Problem „NS-Kontinuitäten“ Kein Zugriff Seiten 9 - 18
- Ausgebürgert: Rezeption des Buchs und Anschlussstudien Kein Zugriff Seiten 18 - 24
- Anlass zu erneuter Fachdebatte: Das Zerbröckeln des „Denkmals Eschenburg“ Kein Zugriff Seiten 24 - 29
- Schwerpunkte der Darstellung Kein Zugriff Seiten 29 - 37
- Zur Frage der Bewertungsmaßstäbe Kein Zugriff Seiten 37 - 44
- „Neue Front“ oder „Wege zur Staatsgesinnung“: Der national-soziale (DHfP) und der konservativ-revolutionäre (PK) Gründungsimpuls des Jahres 1920 Kein Zugriff Seiten 45 - 59
- “... das Vaterland nicht unter den Händen unzulänglicher Führer und auswärtiger Feinde untergehen zu lassen“: Der nationale Revisionismus des Politischen Kollegs (Boehm, Brauweiler, Spahn, Hoetzsch, Hoffmann, Loesch, Pleyer) Kein Zugriff Seiten 59 - 72
- “...in gewissem Sinn technisch gesehen“: Das funktionalistische Demokratie- und Völkerbundskonzept von DHfP-Gründerkreis und Hochschulleitung (Jäckh, Heuß, Bäumer, Wolfers) Kein Zugriff Seiten 72 - 84
- “...einschließlich schärfster Kritik an dem Regierungssystem der deutschen Demokratie“: Die konzeptionelle Spaltung der Hochschule im Zuge der Arbeitsgemeinschaft PK/DHfP seit 1927 Kein Zugriff Seiten 84 - 93
- “... entweder Fortbildung oder Umsturz des Verfassungsprogramms“: Politische Wissenschaft als Demokratiewissenschaft bei Hermann Heller, Hajo Holborn und Sigmund Neumann Kein Zugriff Seiten 93 - 98
- „Von Hitler zu Stresemann bekehrt“: Theodor Eschenburgs politische Entwicklung vor 1933 Kein Zugriff Seiten 98 - 104
- Ein „Demagoge“ zerstört die „Gemeinschaft“: Bergstraesser und die Vertreibung Emil Julius Gumbels 1932 Kein Zugriff Seiten 104 - 109
- “...auf staatlichem Gebiet die eigene Form zu finden“: Grabowskys und Bergstraessers Radikalisierung im Zeichen des Primats auswärtiger Revisionspolitik Kein Zugriff Seiten 109 - 114
- “... eher eine Ungerechtigkeit ertragen als eine Unordnung“: DHfP, Zeitschrift für Politik und die Problematik des „Vernunftrepublikanertums“ Kein Zugriff Seiten 114 - 118
- “... eine einzigartige Möglichkeit, für die deutsche Revisionspolitik zu wirken“: Rettung der DHfP durch „nationale“ Anbiederung – das Scheitern der ersten Taktik Kein Zugriff Seiten 119 - 130
- “...begrüße ich Sie als Leiter des Forschungsinstituts für internationale Beziehungen“: Rettung einer „angepassten“ DHfP-Forschungsabteilung – das Scheitern der zweiten Taktik Kein Zugriff Seiten 130 - 134
- “... ihr Weg ist ausgerichtet an den großen nationalsozialistischen Erkenntnissen von Volk und Staat“: Die Zuordnung der Hochschule zum Reichspropagandaministerium Kein Zugriff Seiten 134 - 143
- Die Vertreibung Hellers, Holborns und Sigmund Neumanns: Das Ende der „jüdischen Einmischung“ Kein Zugriff Seiten 143 - 146
- Die Vertreibung Wolfers', Grabowskys und Bergstraessers: Der Fehlschlag der erhofften „Eingliederung“ Kein Zugriff Seiten 146 - 154
- “... von innerer Anteilnahme an der Staatsgestaltung der Gegenwart ausgehend“: Bergstraesser und die Nazifizierung der Universität Kein Zugriff Seiten 154 - 160
- “...die Gesamtbedeutung der Politikwissenschaft eine grundsätzliche Umlagerung erfährt“: Richard Schmidt und die Legitimierung der Auslandskunde Kein Zugriff Seiten 160 - 163
- „…der innere Widerstand gegen ein totalitäres Regime verlangte eben besondere Verhaltensweisen“: Theodor Eschenburg Kein Zugriff Seiten 163 - 169
- “...beweisen, daß Deutschland sich sein Recht selbst nehmen musste“: Die unter Fritz Berber wiedererstandene DHfP-Forschungsabteilung und die Funktion der Auslandskunde Kein Zugriff Seiten 169 - 172
- „Das Propagandaministerium ist bereit, die HfP abzugeben“: Die Hochschule in der Sackgasse Kein Zugriff Seiten 172 - 174
- Vom Plan einer „Ausbildung des künftigen diplomatischen Nachwuchses“ (Ribbentrop) zum „starken Interesse“ des Reichsführers SS: Das Projekt einer Auslandshochschule im Gestrüpp der Machtapparate Kein Zugriff Seiten 175 - 181
- “... durch den Kriegsausbruch in anderer Form neu gestellt“: Die Eingliederung der Auslandshochschule in die Universität Berlin unter Einbeziehung der HfP Kein Zugriff Seiten 181 - 190
- „…schicken die großen Plutokratien die ‚halbtierischen‘ Menschenhorden Asiens in den Kampf“: Fritz Berbers Deutsches Institut für Außenpolitische Forschung (DIAF) und Michael Freund Kein Zugriff Seiten 190 - 194
- “... der politische Mythos des gemeinsamen Abwehrkampfes als sittliche Grundlage der neuen europäischen Einheit“: Das DAWI im Dienst der NS-Europastrategie Kein Zugriff Seiten 194 - 201
- “... eine politische Geländekunde für das Reich erarbeiten“: Auslandswissenschaft zwischen Handlangerdiensten und Resten professioneller Distanz Kein Zugriff Seiten 201 - 206
- Deutsche Politikwissenschaft nach 1918, 1933 und 1945: Bruch, Kontinuität – oder beides? Kein Zugriff Seiten 207 - 216
- Teil I Kein Zugriff Seiten 217 - 229
- Teil II Kein Zugriff Seiten 229 - 254
- Teil III Kein Zugriff Seiten 254 - 271
- Teil IV Kein Zugriff Seiten 271 - 281
- Teil V Kein Zugriff Seiten 281 - 284
- Archivalien Kein Zugriff Seiten 285 - 286
- Literatur Kein Zugriff Seiten 286 - 310
- Namensregister Kein Zugriff Seiten 311 - 314
- Sachregister Kein Zugriff Seiten 315 - 318
- Hubertus Buchstein über Rainer Eisfeld: Stärkung der pluralistischen und partizipativen Demokratie Kein Zugriff





