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Monographie Kein Zugriff

»Reduplikative Identität«

Der Schlüssel zu Schellings reifer Philosophie
Autor:innen:
Verlag:
 2018

Zusammenfassung

Nie ist genau erklärt worden, was Schelling unter »Identität von Natur und Geist« verstand. Dabei hat er sein reifes Denken »Identitätssystem« genannt und sich zeitlebens um kein zweites Problem begrifflich ähnliche Mühe gegeben. Da er aber seine Überlegungen in Schriften verpackte, deren großer systematischer Ausgriff sie schier erdrückte, ist, was er bis hinein in die ›Weltalter‹-Periode darüber herausfand, kaum eigens gewürdigt oder auch nur klar benannt worden. Die Schellingliteratur arbeitete entweder historisch oder ließ sich vom Systemgedanken oder einzelnen in die Augen springenden Problemen blenden (z. B. Natur, Organismus, Freiheit, Existenz). Dabei ist Schellings Stärke in einzelnen entscheidenden Argumenten versteckt, die, wären sie bekannt, die gegenwärtige, auch analytische Diskussion durchaus zu inspirieren vermöchten. Wir können heute urteilen, dass schon der junge Schelling in seiner Schrift ›Form der Philosophie‹ eine differenzsensitive Form der Identität im Sinn hatte, die er in den kommenden Jahrzehnten immer genauer auszubuchstabieren unternahm. Seine eigentlichen Quellen hat er kunstvoll verborgen. Es sind erstens die Identitätstheorie der Prädikation seines Universitätslehrers Ploucquet, die den Stiftlern in Tübingen eingebläut wurde und die ihre merkwürdige Fixierung auf die ganz unkantische Auffassung vom Urteil als Subjekt-Prädikat-Identifikation (mit quantifiziertem Prädikator) erklärt. Und zweitens Schellings Entdeckung einer »älteren Logik«, die mit der Figur der »reduplicatio« arbeitete. – So auch das Absolute: Als Geist ist es nicht Natur (und umgekehrt; Aussagen über beide haben unterschiedliche Wahrheitsbedingungen), aber Geist und Natur werden beide vom Absoluten »gewesen« (»transitiv« ins Sein gehoben), und dies Absolute ist im striktest denkbaren Sinne mit sich identisch. So lässt sich die Schelling’sche Formel von der Identität der Identität und Differenz dem gesunden Menschenverstand vermitteln und Schellings »aufrichtiger Jugendgedanke« (Marx) aktualisieren. Er schneidet respektabel ab im Wettbewerb mit allerlei heutigen Leib-Seele-Identitätstheorien.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2018
ISBN-Print
978-3-7728-2841-6
ISBN-Online
978-3-7728-3210-9
Verlag
frommann-holzboog, Stuttgart
Reihe
Schellingiana
Sprache
Deutsch
Seiten
313
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten I - VIII
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten IX - XIV
    1. 1. Anregungen aus Reinholds Verfahren bei der Deduktion der Kategorien (1789). Die Abhängigkeit der Analysis von der Synthesis und der darauf begründete Vorrang der dritten Kategorie jeder Klasse Kein Zugriff
    2. 2. Zum Koinón des Timaeus: der ,Geist‘ als selbstaffirmativer Organismus Kein Zugriff
    3. 3. Schellings Platonismus ist nachhaltig geprägt durch Oetinger und Hahn Kein Zugriff
    4. 4. Die Bedeutung der Kategorie ,Gemeinschaft‘, der Schritt über Kants ,Als-ob‘-Restriktion hinaus undder „Grundsatz aller Grundsätze“ Kein Zugriff
    5. 5. Ein Vorblick auf die fortwirkende Sonderstellung von ,Gemeinschaft‘ in Schellings spätesten Vorlesungen: das Vorbild von Kants ,Ideal der Vernunft‘ Kein Zugriff
    6. 6. Eine letzte Quelle der „Urform“ alles Wissens: Schellingauf den Spuren von Diez und die subjektzentrische Umbildung der Reinhold’schen Vorstellungs-Theorie Kein Zugriff
    1. 7. ,Absolut‘-,relativ‘ Kein Zugriff
    2. 8. Exkurs: Das „Subjektivieren“ des Absoluten oder die verkehrte Stellung der mentalen Repräsentation zum,eigentlich Seienden‘ Kein Zugriff
    3. 9. Identität und Differenz: Leibniz und Hume Kein Zugriff
    4. 10. Schon die Wolff-Schule kannte eine differenzsensitive Form der Identität Kein Zugriff
    5. 11. System und All-Einheit Kein Zugriff
    6. 12. Das Absolute ist ,Affirmierendes und Affirmiertes von sich selbst‘ Kein Zugriff
    7. 13. Eine Zwischenbetrachtung: ,Subjekt-Objekt‘ oder ,Subjekt-Prädikat‘? Kein Zugriff
    8. 14. In der Binarität der ,Form‘ steckt der Keim der Selbstentfremdung des Absoluten Kein Zugriff
    9. 15. Das Begriffswörtchen ,als‘ zeigt auf die Sollbruchstelle der absoluten Identität Kein Zugriff
    10. 16. Gängige Urteilslehren an der Nürtinger Lateinschule und im Tübinger Stift Kein Zugriff
    11. 17. Ein genauerer Blick auf Ploucquets Identitätstheorie des Urteils Kein Zugriff
    12. 18. Umfangsgleichheit und Bedeutungsverschiedenheit der Urprädikate. Weisen der Identität und die Schwächung des Satzes vom Widerspruch Kein Zugriff
    13. 19. Exkurs: Parallelen zu Ploucquet finden sich noch in Schellings schwacher Unterscheidung von Kontradiktion und Kontrarietät in den späten Vorlesungen zur„reinrationalen Philosophie“ Kein Zugriff
    14. 20. Noch einmal Ploucquet: Im Urteil koinzidiert die ,Form‘ mit dem ,Wesen‘. Sie muss als „Selbstoffenbarung (manifestatio sui)“ desselben verstanden werden Kein Zugriff
    15. 21. Prädikation (,relative Setzung‘) verstanden als ,Mindersein‘ einer ,absoluten Setzung‘: Urteilslogische Konsequenzen aus Kants These übers Sein Kein Zugriff
    16. 22. ,Reduplicatio‘: Der entscheidende Anstoß durch Leibniz, Wolff und die ,ältere Logik‘ Kein Zugriff
    17. 23. Parallelen zur Theorie der ,relativen Identität‘ und zum ,anomalen Monismus‘ Kein Zugriff
    18. 24. Ein Ausblick auf Schellings späte Ontologie Kein Zugriff
  3. III. Zusammenfassung: Der Gang der Argumentation Kein Zugriff Seiten 245 - 270
  4. Siglen Kein Zugriff Seiten 271 - 272
  5. Bibliographie Kein Zugriff Seiten 273 - 302
  6. Namenregister Kein Zugriff Seiten 303 - 313

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