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›Die‹ Gewalt und ›wir‹
Sozialphilosophische Beiträge zur Geschichte, zu Widerfahrnissen und aktuellen Brennpunkten- Autor:innen:
- Verlag:
- 2024
Zusammenfassung
Wie mit unaufhebbarer Gewalt zu leben ist, ist im Kontext einer Kultur der Sensibilisierung für Gewalt zu verstehen, deren Geschichte vom Krieg bis hin zu jüngsten Desastern ebenso zur Sprache kommt wie die Vielfalt, in der Gewalt widerfährt – verletzend, diskriminierend, in Formen von Missbrauch, aber auch der Legitimation von Gewalt. Dabei wird von der Frage ausgegangen, wie in der Gewaltkritik ein ›Wir‹ im Gegensatz zu Anderen vorausgesetzt wird, die zu allen möglichen Formen von Gewalt greifen. Dieses ›Wir‹ steht im Verdacht, westlicher Selbstgerechtigkeit zu entspringen und sie zu verstärken. Dem wirken diese sozialphilosophischen Beiträge zur Geschichte, zu Widerfahrnissen und aktuellen Brennpunkten der Diskussion um Gewalt entgegen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- ISBN-Print
- 978-3-495-99185-5
- ISBN-Online
- 978-3-495-99186-2
- Verlag
- Karl Alber, Baden-Baden
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 850
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
KapitelSeiten
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 10 Download Kapitel (PDF)
- Vorwort Seiten 11 - 32 Download Kapitel (PDF)
- 1. Vor dem Hintergrund amerikanisch-europäischer Spannungsverhältnisse
- 2. Bequem mit der alles erfassenden Kontingenz arrangiert – in einer ethnozentrischen Optik?
- 3. Für eine Kultur der Aufmerksamkeit und zur Frage, wer ›zählt‹ – eine Logik der Ausweitung
- 4. Erinnerung an ›wahre‹ Gemeinschaft?
- 5. Ausblick
- 1. Auf ›Naturgeschichte‹ zurückgeworfen?
- 2. Zu Paul Veynes ›anderer‹, ›interessanter‹ Geschichtsschreibung
- 3. Nicht zu beurteilende Geschichte?
- 4. Eine präsentistische Position: Gegenwartsbezug und unaufhebbare Alterität
- 5. Sens historique ohne Rekurs auf den Sinn der Geschichte
- 1. Krieg ›denken‹?
- 2. Naturgeschichte, Verfeindung, Krieg
- 3. Unergründlichkeit, Unvorstellbarkeit und Nichtantizipierbarkeit kriegerischer Gewalt
- Exkurs zu Carl v. Clausewitz
- 4. Nicht-Indifferenz angesichts kriegerischer Gewalt
- 5. Ist dem Krieg ›Herrschaft‹ zu attestieren?
- 1. Der Gewalt und dem Krieg ausgesetzt wie seit jeher?
- 2. In der Nähe des Äußersten
- 3. Krieg in ›neuen‹ Formen?
- 4. Krieg und Welt. Zur Revision der conditio humana historica
- 1. Vom bedrohten Leben zum Krieg als Drohung
- 2. Formlose Herrschaft ›des‹ Krieges?
- 3. Kriege als Ausweg – statt Krieg? Erinnerung an Kants radikale Kritik
- 4. In der Nähe kriegerischer Gewalt
- 5. Exkurs zur Geschichte der Legitimation kriegerischer Gewalt
- 6. Quellen von Entsetzlichem, Phantasmen von Endlösungen, Feindbeseitigungen und Siegen
- 7. Fatale Illusionen
- 1. Gewalt im Horizont und jenseits des Politischen: vernichtende Politik
- 2. Zur Historizität menschlicher Sterblichkeit
- 3. Zeit des Desasters: Von Immanuel Kant zu Maurice Blanchot
- 4. Unvergleichliche Gewalt?
- 1. Zur Sichtbarkeit von Gewalt
- 2. Zeugenschaft in der Nähe desaströser Gewalt
- 3. Zeugnisse im Lichte historischer Kritik
- 4. Trauer und Gewalt-Übertragung
- 5. Tertiäre Zeugen in nachträglicher Filiation
- 1. Vor historischem Hintergrund: alles sehen müssen, nicht(s) mehr sehen können
- 2. Unannehmbare Gewalt ›wiedergeben‹
- 3. Endlos verlassene Kindheit
- 4. Wahrnehmung und Ethik: Zur Praxis der Veröffentlichung von Gewaltbildern
- 5. Pathos und Ethik des Umgangs mit Gewaltbildern − zwischen Indifferenz, Kapitulation und Apologie der Gewalt
- 1. Eine radikal ernüchternde ›Evidenz‹
- 2. Auf der Spur einer speziellen Sensibilität? Zur semantischen Vorgeschichte
- 3. Zur aktuellen Forschungsliteratur und Parteilichkeit politischer Theorie
- 4. ›Die‹ Gewalt als »unser Los«?
- 1. Eine komplexe Semantik
- 2. Verletzbarkeit – im Horizont des Äußersten
- 3. Diesseits absoluter Unverletzlichkeit
- 4. Zur Welt kommen – rückhaltlos verletzbar
- 5. Nicht verletzt werden wollen bzw. sollen – in persönlicher, rechtlicher und politischer Hinsicht
- 6. Unaufhebbare Verletzbarkeit und die Bereitschaft, sich verletzen zu lassen
- 1. Gewalt als Gewalt verstehen
- 2. Historische Voraussetzungen
- 3. Normalität unter Verdacht
- 4. Gewalterfahrung, Ausdruck, Adressierung
- 5. Exkurs zu Staat und Recht
- 6. Gewalt als Gewalt zum Vorschein bringen, artikulieren, verstehen, adressieren und beklagen
- 7. Im politischen Dissens
- 1. Sprache versus Gewalt
- 2. Alter und neuartiger Gewalt ausgesetzt ‒ ursprünglich und unabsehbar?
- 3. Emmanuel Levinas: das ›Wort‹ als Ausweg aus dem Krieg?
- 4. Frieden als ethischer Sinn der Sprache? Eine Moral, die uns nicht zum Narren hält?
- 5. Resümee
- 1. Einführung
- 2. Sprache und Gewalt: kongruent und allgegenwärtig?
- 3. Differenzielle Fragen
- 4. Ausweglose Gewalt?
- 1. Zur Frage, was Gewalt ›ist‹
- 2. Zwischen Interpretationsunbedürftigkeit und Sensibilisierung für Gewalt als Gewalt
- 3. Aufgaben Praktischer Philosophie in dieser Lage
- 4. Zur Frage nach Kriterien – zwischen Widerfahrnis von Gewalt und Reden über Gewalt
- 5. Was (nicht) zu versprechen ist
- 1. Ernüchterte Praktische Philosophie – im Rekurs auf eine »Phänomenologie von unten«
- 2. Grausamkeit als Herausforderung Praktischer Philosophie
- 3. Rückbesinnung auf Unverzichtbares – nach ›westlichem‹ Vorbild?
- 4. Auf den Spuren einer Ethik aufmerksamer Wahrnehmung
- 5. Gegen demokratische Selbstgerechtigkeit
- 1. Anstelle eines begründungsfixierten Diskurses: die Suche nach einem lebbaren Leben in einer menschlichen Welt
- 2. Menschenrechte und menschliche Würde: Anspruch und Würdigung
- 3. Zur historischen Genealogie der Menschenrechte: Verletzungserfahrungen und deren Politisierung
- 4. Das Versprechen der Einlösung der Menschenrechte des Anderen − ein Glaubwürdigkeitsproblem
- 5. Bilanz und Ausblick
- 1. Leib, Widerstand und Politik
- 2. Der menschliche Körper und Leib im Kontext vielfältiger Politisierungen seit dem 18. Jahrhundert
- 3. Zur globalen Politisierung des menschlichen, schutzlosen Körpers: Kinder und Flüchtlinge
- 4. Schutz vor Gewalt als vielfach gebrochenes Versprechen
- 5. Zur Rolle der Dritten
- 1. In ›Differenzen‹, Verschiedenheit und Ander(s)heit verstrickt
- 2. Aufhebung des unübersehbar Vielen und Verschiedenen?
- 3. Andere als Andere
- 4. Unterscheiden und sich orientieren
- 5. Zum Verhältnis von Differenzierung und Diskriminierung
- 6. Ist Diskriminierung rechtlich in Schach zu halten?
- 1. Antisemitismen inflationär
- 2. Auflösung jeglicher Antisemitismus- Kritik in kritisiertem ›Antisemitismus‹?
- 3. Antisemitismen in Anbetracht ihrer Wirkungen
- 4. »Juden« erfinden müssen?
- 5. Jüdische Alterität versus Antisemitismus als Definitionsmacht?
- 6. Radikale Alterität als unanfechtbares Refugium?
- 1. Zur politischen Lage des Politischen
- 2. Das ›Volk‹ in seiner irreduziblen Vieldeutigkeit
- 3. Öffentliche Umgänglichkeit, Ansprechbarkeit und das In-Erscheinung-treten des Anderen
- 4. Vom Anderen zurück zur Frage nach dem Politischen
- 5. Zurück zu einem ›friedenspolitischen‹ Begriff des Politischen?
- 1. Gewalt und Legitimation in der politischen Gegenwart
- 2. Ordnung, Legitimation, Gewalt
- 3. Legitimität und (De-)Legitimierung – im Ausgang von der Negativität des Legitimierungsbedürftigen
- 4. In vielfältige Gewalt verstrickt – trotz und durch Legitimation
- 5. Zur notorisch unzureichenden Legitimation von Gewalt
- 6. Legitimation von nicht zu Legitimierendem?
- 1. Kriegerische Gewalt als Anachronismus und anscheinend unabwendbare Bedrohung
- 2. Zur Zukunft der Zukunft als solcher – im Durchgang durch Hoffnung und Verzweifelung
- Siglenverzeichnis Seiten 769 - 770 Download Kapitel (PDF)
- Literaturverzeichnis Seiten 771 - 822 Download Kapitel (PDF)
- Nachweise Seiten 823 - 828 Download Kapitel (PDF)
- Namenregister Seiten 829 - 837 Download Kapitel (PDF)
- Sachregister Seiten 838 - 850 Download Kapitel (PDF)



