
Lesbare Häuser?
Thomas Bernhard, Hermann Burger und das Problem der Architektursprache in der Postmoderne- Autor:innen:
- Reihe:
- Litterae, Band 227
- Verlag:
- 2017
Zusammenfassung
Kann man Häuser lesen, können Gebäude sprechen? Die Metapher der Architektursprache hatte in der Postmoderne ihre letzte große Konjunktur und erregte damit nicht zufällig auch ein großes literarisches Interesse. Elias Zimmermanns Studie untersucht diese Konstellation von Literatur und postmoderner Architektur anhand von zwei exemplarischen Romanen: Thomas Bernhards Korrektur (1975) und Hermann Burgers Schilten (1976). Die Untersuchung verknüpft diskursanalytische und metaphorologische Fragestellungen mit genauen Lektüren, in denen sich die Texte als Reflexionsmedien problematischer architektonischer Kommunikation erweisen. Zwei komplementäre, scheiternde Architekturkonzepte stehen sich mit den beiden Romanen gegenüber. Im größeren Zusammenhang offenbaren sich Hermann Burgers Maskenästhetik und Thomas Bernhards physiognomische Architektur als zwei Pole im architekturtheoretischen Diskurs der 1960er bis 1980er Jahre. Die Untersuchung endet darum mit einem Ausblick auf die postmoderne österreichische Architekturavantgarde, die Architekturphänomenologie und den architektonischen Dekonstruktivismus.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2017
- Copyrightjahr
- 2017
- ISBN-Print
- 978-3-96821-577-8
- ISBN-Online
- 978-3-96821-662-1
- Verlag
- Rombach Wissenschaft, Baden-Baden
- Reihe
- Litterae
- Band
- 227
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 438
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 10 Download Kapitel (PDF)
- Architektursprache und Postmoderne: Historischer Kontext
- Architektonische Lesbarkeit: Eine problematische Metapher
- Literarische Architektur: Forschungsüberblick
- Methode: Analyse ästhetisch-philosophischer Kontexte
- Die widersprüchliche Narration
- Der Schriftsteller als ›Text-Architekt‹?
- Der ›Architekt‹ als Schriftsteller?
- Die höllersche Dachkammer
- Die Statik
- Veränderliche Raumentsprechung
- Vollkommene Entsprechung
- Roithamer als Physiognom
- Roithamers Position im physiognomischen Diskurs
- Die konservative Physiognomik der 1950er Jahre
- Die Aporie der Physiognomik: Von Frost (1963) zu Ebene (1973)
- Parodie der Physiognomik: Die Billigesser (1980)
- Roithamer liest Vogts Revolutions-Architektur
- Architekturgeschichtliche »Ursache«
- Sprechende Architektur und beglückende Geometrie
- Schutz und Mittung
- Die architekturphysiognomische Realutopie
- Das ›Stopfen‹ mit Bedeutung
- Kritik der physiognomischen Schrift
- Physiognomische Semiotik: Schrift vs. Gebäude
- ›Philosophische Untersuchungen‹ der gelben Blume
- Die Konstruktion des inneren Antriebs
- Exkurs: Wittgenstein über Physiognomik und Gewissheit
- Die Gewissheit über die Bedeutung des Kegels
- Fazit I: Der Kegel als absolute Metapher
- Die selbstreflexive Narration
- Ein biographischer oder poetologischer Schlüsselroman?
- Ein Todes- oder Sprachroman?
- Schulhausbesichtigung und Flucht
- Paradoxe Raumbewegung und schizophrener Raum
- Architektonische Metaphern
- Konstruktionskomplexität
- Die Schulhausfassade
- Masken der Autorschaft
- Frühe Stilsuche: Form und Inhalt
- Konstruierter Stil: Entwurfstechnik
- Die eklektische Situation: Stilpluralismus
- Modelle: Manifestation und Fetisch
- Symbolische Kunstmodelle
- Stilpluralismus der Masken
- Friedhofsarchitektur: Die Totenmaske der Moderne
- Das Schulhausmodell: Schildknechts Scheitern
- Scheinendes Kunstsymbol: Heideggers Mörike-Interpretation
- Adaption und Persiflage der Sigetik
- Schildknechts Wohnen
- Phänomenologie der Architektur
- Fazit II: Das Schulhaus als Sprengallegorie
- Der absolute Architekt: Hollein und das austrian phenomenon
- Architekturlektüren ohne Subjekt: Von Bollnow bis Derrida
- Schlusswort: Die Grenzen der Metapher
- Siglenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Dank




