
Spielformen des Komischen
Das Unterhaltungstheater des 19. Jahrhunderts in Wien und Paris- Autor:innen:
- Verlag:
- 2023
Zusammenfassung
»Alle Revolutionselemente, alles Menschheitsempörende, was sie wo anders in Großen haben, das haben wir Krähwinkler in Kleinen. Wir haben ein absolutes Tyrannerl, unsern Bürgermeister, wir haben ein unverantwortliches Ministeriumerl, ein Bureaukratieerl, ein Censurerl, Stadtschulderln weit über unsere Kräfterln, also müssen wir auch ein Revolutionerl und durch’s Revolutionerl ein Constitutionerl und ein Freyheiterl krieg’n.« (Johann Nestroy)
Das im 19. Jahrhundert enorm populäre Unterhaltungstheater erfreut sich zwar nach wie vor großer Beliebtheit, wurde von der Forschung jedoch nur teilweise gewürdigt. Spielformen des Komischen verortet dieses Theater nun im Zentrum der ästhetisch-politischen Kontroversen des 19. Jahrhunderts. Aus europäischer Perspektive zeichnet sich dieses Jahrhundert durch eine gesteigerte Aufmerksamkeit für die trivialen Dinge des Alltags aus. Das Komische und die mit ihm verwandten Gattungen – die seit jeher für die Trivialitäten des Alltags zuständig sind – erhalten einen ungeahnten Bedeutungszuwachs, indem sie die Partizipationsbestrebungen der Bevölkerung verhandeln.
Wie diese Bestrebungen auf der Bühne zur Sprache gebracht werden, erkundet das Buch von Thomas Nolte und erzählt auf diese Weise zugleich eine kleine Geschichte des 19. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel des komischen Unterhaltungstheaters. In einem chronologischen Durchgang unterzieht es mit dem Wiener Vorstadttheater in der ersten und dem Pariser Vaudeville seit der zweiten Jahrhunderthälfte ganz unterschiedliche Stücke vier exemplarischer Theaterautoren einer genauen Lektüre: Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Eugène Labiche und Georges Feydeau.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2023
- ISBN-Print
- 978-3-8353-9156-7
- ISBN-Online
- 978-3-8353-9754-5
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 372
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Einleitung Kein Zugriff Seiten 9 - 22
- 1.1.1 Genealogie der Gattung Kein Zugriff
- 1.1.2 Ökonomie der Komik – Fortunatus und Hanswurst Kein Zugriff
- 1.1.3 Galläpfel und der Einspruch des Komischen Kein Zugriff
- 1.2.1 Der Menschenfeind als Familienvater Kein Zugriff
- 1.2.2 Die Vertierung des Theaters durch die Satire Kein Zugriff
- 1.2.3 Romantische Kuren Kein Zugriff
- 2.1.1 »Hörts auf! Das ist ja allweil’s Nämliche« – Die Komödie im Zeitalter der Statistik Kein Zugriff
- 2.1.2 Aporien der Aufklärung – Kometenfurcht und Lottospiel Kein Zugriff
- 2.1.3 Komische Episoden vs. anderweitige Handlung Kein Zugriff
- 2.1.4 Die Figur des Unverbesserlichen als Sollbruchstelle des Zauberspiels Kein Zugriff
- 2.2.1 »Der eine is mehr, der andere aber noch weniger als er scheint« – Ökonomien des Überflusses und des Mangels Kein Zugriff
- 2.2.2 ›L’Éducation commerciale‹ Kein Zugriff
- 2.2.3 Xylographische Bratzen Kein Zugriff
- 2.2.4 »Dynamit in Watte« – Die Posse als Gattung der Kreatürlichkeit Kein Zugriff
- 2.3.1 Die Revolution als Posse – Hanswurst in der Rolle des Berufsverschwörers Kein Zugriff
- 2.3.2 Bilder der Revolution Kein Zugriff
- 2.3.3 Theaterrevolutionen Kein Zugriff
- 2.3.4 Das Ende der Satire Kein Zugriff
- 3.1.1 Hut-Lektüren Kein Zugriff
- 3.1.2 Die geheimen Lehren der Ehebruchskomödie Kein Zugriff
- 3.1.3 »Mille tonnerres ! C’est à recommencer !« – Wiederholung als Ermöglichungsstruktur des Quiproquos Kein Zugriff
- 3.1.4 ›Confrérie des cornards‹ – postrevolutionäre Strategien der sozialen Kohäsion Kein Zugriff
- 3.2.1 ›Terreur‹ im Interieur – Das Grauen des Melodramas hält Einzug in den banalen Alltag des Vaudevilles Kein Zugriff
- 3.2.2 »folie vraisemblable« – Komödie der Paranoia Kein Zugriff
- 3.2.3 Überfahrene Hunde und strangulierte Katzen – ›L’Affaire de la rue de Lourcine‹ als ›fait divers‹ Kein Zugriff
- 3.2.4 »Par où diable est-il entré ?« – »homosexual panic« im Paris des 19. Jahrhunderts Kein Zugriff
- 3.3.1 ›Suffrage universel‹ – Die Purifizierung der opinion publique mit den Mitteln der Komödie Kein Zugriff
- 3.3.2 ›Les Arrhes de la douairière‹ – Die Tücken der Orthographie Kein Zugriff
- 3.3.3 Archäologie – Michel Foucault inszeniert ›La grammaire‹ in Uppsala Kein Zugriff
- 3.3.4 Das Ende der ubuesken Komik Kein Zugriff
- 4.1.1 »Moi, je retourne la pyramide« – Architektur in der Exposition von ›L’Hôtel du Libre‑Échange‹ Kein Zugriff
- 4.1.2 Im Hôtel du Libre-Échange – Vorstoß in erogene Zonen Kein Zugriff
- 4.1.3 Bohrende Blicke im Hôtel du Libre-Échange – … Kein Zugriff
- 4.1.4 »Quelque plaisanterie des fumistes« – Komik der Ohnmacht Kein Zugriff
- 4.2.1 »Eh ! allez donc, c’est pas mon père !« – Theater der Promiskuität Kein Zugriff
- 4.2.2 »Ah !… meeerde !« – Das Drama an der Schwelle zur Obszönität Kein Zugriff
- 4.2.3 Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut – Die Lust an der Unterwerfung Kein Zugriff
- 4.3.1 ›L’obscène entre en scène‹ Kein Zugriff
- 4.3.2 Flucht ins Schweigen und Ende des Vaudevilles Kein Zugriff
- Schluss Kein Zugriff Seiten 333 - 338
- Dank Kein Zugriff Seiten 339 - 340
- Abbildungsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 341 - 342
- Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 343 - 372




