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Zwischen Vulnerabilität und Handlungsfähigkeit

Zur Selbstsorge pädagogischer Fachkräfte im Kontext sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Autor:innen:
Verlag:
 2024

Zusammenfassung

Welchen Einfluss hat die Selbstsorge pädagogischer Fachkräfte auf ihre professionelle Sorge für Kinder und Jugendliche, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind? Dieser Frage geht Johanna Hess auf der Basis von berufsbiografischen Interviews mit pädagogischen Fachkräften aus den Handlungsfeldern Schule und Sozialer Arbeit nach. Die Autorin zeigt, dass die Übernahme professioneller Sorgeverantwortung im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche von pädagogischen Fachkräften zumeist individuell verantwortet wird und stark von ihrer jeweiligen Selbstsorge abhängt. Es wird deutlich, dass diese Selbstsorge nicht allein auf ihre professionelle Handlungsfähigkeit, sondern auch auf eigene Erfahrungen von Verletzbarkeit im institutionellen Kontext gerichtet ist. Geschlechtersensible Vorschläge dazu, wie in pädagogischen Institutionen Tätige unterstützt werden können, damit sie noch besser für gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche sorgen können, runden den Band ab.

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Bibliographische Angaben

Auflage
1/2024
Copyrightjahr
2024
ISBN-Print
978-3-8379-3349-9
ISBN-Online
978-3-8379-6239-0
Verlag
Psychosozial-Verlag, Gießen
Reihe
Angewandte Sexualwissenschaft
Sprache
Deutsch
Seiten
522
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/InhaltsverzeichnisSeiten 1 - 12 Download Kapitel (PDF)
  2. Download Kapitel (PDF)
    1. 1.1 Gegenstand, Fragestellung, Herangehensweise
    2. 1.2 Positionierung als Forschende
  3. Download Kapitel (PDF)
    1. 2.1 Pädagogische Fachkräfte als Täter*innen und Mitwissende
    2. 2.2 Pädagogische Fachkräfte als Professionelle im Umgang mit Sexualität und Nähe
    3. 2.3 Pädagogische Fachkräfte als Ansprechpersonen für gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche
    4. 2.4 Pädagogische Fachkräfte als Adressat*innen von Aus-, Fort- und Weiterbildung
    5. 2.5 Pädagogische Fachkräfte als vulnerable Subjekte und (sekundär) Betroffene von sexualisierter Gewalt
    6. 2.6 Zwischenfazit, Forschungslücken und Fragestellung
  4. Download Kapitel (PDF)
      1. 3.1.1 Sorge und Geschlecht
      2. 3.1.2 Pädagogischer Beruf und Geschlecht
      3. 3.1.3 Sexualisierte Gewalt und Geschlecht
      4. 3.1.4 Zwischenfazit
      1. 3.2.1 Sorge als soziale Handlungspraxis
      2. 3.2.2 Sorge als normativer Bezugspunkt pädagogischer Generationenbeziehungen
      3. 3.2.3 Zwischenfazit
      1. 3.3.1 Selbstfürsorge
      2. 3.3.2 Selbstsorge als Selbstführung
      3. 3.3.3 Das Subjekt der Selbstsorge
      4. 3.3.4 Zwischenfazit
    1. 3.4 Forschungsheuristik: Selbstsorge als Erfahrungs-, Beziehungs- und gesellschaftliche Kategorie sowie als theoretischer Zugang zur Subjektivität pädagogischer Fachkräfte
  5. Download Kapitel (PDF)
    1. 4.1 Was habe ich erlebt? – Erfahrungen erzählen
    2. 4.2 Wer bin ich geworden? – Das Selbst im Erzählen
    3. 4.3 Wer kann, wer will ich sein? – Erzählen als Positionierung im Diskurs
    4. 4.4 Zusammenfassung: Selbstsorge als narrative Erfahrungsbewältigung und als relationale, subjektive Positionierung im Diskurs
  6. Download Kapitel (PDF)
      1. 5.1.1 Die theoretische Konstruktion des Samples
      2. 5.1.2 Der Feldzugang
      3. 5.1.3 Das Vorgespräch
      4. 5.1.4 Das biografisch-narrative Interview
      5. 5.1.5 Biografisch-narrative Interviewführung zum Thema sexualisierte Gewalt
      1. 5.2.1 Die Transkription
      2. 5.2.2 Die Anonymisierung
      1. 5.3.1 Auswahl der vier Kernfälle
        1. 5.3.2.1 Positionierungsanalyse
        2. 5.3.2.2 Weitere Auswertungsverfahren
    1. 5.4 Zwischenfazit
  7. Download Kapitel (PDF)
      1. 6.1.1 Berufsbiografisches Kurzportrait
        1. 6.1.2.1 »aber es gibt einfach auch Dinge da merkt man diese (…) da ist was komisch« – Sorge als habitualisierte Aufmerksamkeit
        2. 6.1.2.2 »das ist unsere Pflicht die Kinder da zu schützen« – Sorge als professionelle Norm
        3. 6.1.2.3 »es gibt Kinder mit Verdacht auf Missbrauch« – Handlungssouveränität auf Beziehungsebene
        4. 6.1.2.4 »das ist ein Satz den man nie hören wird« – Handlungsfähig bleiben I: Wissen über Beziehungsdynamiken im Verdachtsfall auf sexualisierte Gewalt
        5. 6.1.2.5 »sammeln Sie erstmal und überlegen Sie sich eben ob das reicht um uns einzuschalten« – Handlungsfähig bleiben II: Wissen über institutionelle Dynamiken
        6. 6.1.2.6 »das Kind guckte auch mich nicht mehr an« – Erfahrung von Handlungsohnmacht
        7. 6.1.2.7 »das war eine gute Fortbildung« – Wissenserwerb als Selbstpraktik
        8. 6.1.2.8 »ich habe dann Mitleid mit den Kindern aber ich leide nicht mit (.)« – Abgrenzungshandeln als Selbstpraktik
        9. 6.1.2.9 »ich fahre meine Energien nicht unnötig gegen die Wand« – Ressourcenorientiertes Handeln als Selbstpraktik
        10. 6.1.2.10 »im Prinzip äh ist man an dieser Schule (.) Mutter von fünfundzwanzig Kindern« – Vergeschlechtlichte Selbstsorge
      2. 6.1.3 Fallstruktur: Die »normative Selbstsorge« der Grundschullehrerin Caren Conrad
      1. 6.2.1 Berufsbiografisches Kurzportrait
        1. 6.2.2.1 »so konkret hatte ich das jetzt noch nie erzählt bekommen« – Positionierung als vertrauenswürdige Lehrkraft im Kontext von sexualisierter Gewalt
        2. 6.2.2.2 »ich hab da jetzt nicht großartig was zu sagen können« – Eingeschränkte Handlungsfähigkeit und emotionale Reflexivität
        3. 6.2.2.3 »ich versuche den Umgang normal zu gestalten aber trotzdem weiß ich aha hier nicht zu nahe kommen« – Handeln zwischen Normalisierung und Besonderung
        4. 6.2.2.4 »war wahrscheinlich auch gegen andere Männer« – Zur Notwendigkeit der Abgrenzung von der männlichen Täterposition
        5. 6.2.2.5 »man ist halt immer dieser Sache ausgesetzt dass jemand was wenn er mich nicht mag oder sowas jetzt erzählen könnte« – Potenzielle Falschbeschuldigung als Handlungsbedingung männlicher Lehrkrä...
        6. 6.2.2.6 »dass man gar nicht in die Situation kommt mit einer Schülerin da in einem Raum zu sein« – Selbstpraktiken: Nähe vermeiden und Transparenz herstellen
        7. 6.2.2.7 »man so handelt ja nicht nur aus Eigenschutz sondern […] man möchte ja auch selber nicht in die Situation kommen dass es irgendwas auslöst bei so einem Kind« – Wechselseitige Vulnerabilität al...
      2. 6.2.3 Fallstruktur: Die »ambivalente Selbstsorge« des Lehrers Gerrit Goergen
      1. 6.3.1 Berufsbiografisches Kurzportrait
        1. 6.3.2.1 »ich hab halt gesagt ähm ((lacht auf)) wir müssen das Mädchen stark machen« – Ambivalenzen in der Bearbeitung von sexualisierten Grenzverletzungen unter Kindern
        2. 6.3.2.2 »ich wusste nicht ob ich spinne« – Vulnerabilität durch sexuelle Belästigung
        3. 6.3.2.3 »ich hab denen ganz schön aus der Verlegenheit (.) geholfen weil sie=s sonst hätte im Kollegium ansprechen müssen und dann wär Stille gewesen« – Expertin werden als Selbstpraktik (oder: die Be...
      2. 6.3.3 Fallstruktur: Die »verletzte Selbstsorge« der Sozialarbeiterin Luise Lorenz
      1. 6.4.1 Berufsbiografisches Kurzportrait
        1. 6.4.2.1 »und die Kollegen damals hatten gehofft dass […] ich diesen Vater bewegen könnte da also pf: abzusehen von weiteren Übergriffen« – Einstieg in die Täterarbeit
        2. 6.4.2.2 »diese Ohnmacht ist mir sehr früh begegnet im Beruf« – Handlungsohnmacht als individuelle und als kollektive Erfahrung
        3. 6.4.2.3 »mit nem normalen Beratungssetting erreich ich den nicht« – Konzeptionelle Grenzen in der Beratungsarbeit mit Tätern sexualisierter Gewalt
        4. 6.4.2.4 »da wurde mir klar (.) also dass im System was nicht stimmt in uns=rem System was nicht stimmt« – Die ethische Verpflichtung gegenüber Betroffenen sexualisierter Gewalt
        5. 6.4.2.5 »mit uns=rem […] fachlichen […] Wissensstand vor zwanzich Jahren is […] mit dieser Thematik überhaupt nicht zu arbeiten« – Professionalisierung I: Wissenserwerb als (kollektive) Selbstpraktik
        6. 6.4.2.6 »dass wir mit=nander professionell über dieses Thema reden« – Professionalisierung II: Austausch und Vernetzung als (kollektive) Selbstpraktik
        7. 6.4.2.7 »unser Konzept war immer (.) ne gute Täterarbeit ist die be- ist die beste Prävention« – Konsolidierung in der Täterarbeit zwischen Ablehnung und Anerkennung
        8. 6.4.2.8 »dass man sich die Frage gestellt hat warum (.) Kollegen männliche Kollegen sich mit dieser Personengruppe beschäftigen« – Vergeschlechtlichte Konstruktionen von sexualisierter Gewalt und Sorg...
        9. 6.4.2.9 »irgendwo muss=es ja Spuren hinterlassen« – Berufsbiografische Vulnerabilität I: Veränderungen auf der Ebene der Sexualität
        10. 6.4.2.10 »das tut mir auch manchmal leid dass ich da so ((atmet ein)) keine Kapazitäten mehr hab wenn ich nach Hause komme« – Berufsbiografische Vulnerabilität II: Eingeschränkte soziale Ressourcen
      2. 6.4.3 Fallstruktur: Die »erfahrungsoffene Selbstsorge« des Sozialarbeiters Norbert Nitsche
  8. Download Kapitel (PDF)
        1. 7.1.1.1 Ethische Verpflichtung zur professionellen Handlungsfähigkeit
        2. 7.1.1.2 Fachwissen als Grundlage professioneller Handlungsfähigkeit
        3. 7.1.1.3 Verhältnis von professioneller Handlungsfähigkeit und Handlungsohnmacht
        4. 7.1.1.4 Selbstpraktiken zur Absicherung der professionellen Handlungsfähigkeit I
        5. 7.1.1.5 Selbstpraktiken zur Absicherung der professionellen Handlungsfähigkeit II
        1. 7.1.2.1 Zur Erfahrung von professioneller Vulnerabilität
        2. 7.1.2.2 Zur Erfahrung von berufsbiografischer Vulnerabilität
        3. 7.1.2.3 Zur Erfahrung von kollegialer Vulnerabilität
        4. 7.1.2.4 Zur Erfahrung von Vulnerabilität als männliche Lehrkraft
      1. 7.1.3 Zwischenfazit: Verhältnisse von (professioneller) Handlungsfähigkeit und Vulnerabilität
      1. 7.2.1 Beziehungserfahrungen zu Kindern und Jugendlichen
      2. 7.2.2 Zwischenfazit: Zur Relationalität der Selbstsorge
      1. 7.3.1 Bezüge zur vergeschlechtlichten Ordnung von sexualisierter Gewalt
      2. 7.3.2 Bezüge zur vergeschlechtlichten Ordnung von Sorge
      3. 7.3.3 Zwischenfazit: Wer kann sorgen? Zur Bedeutung des Geschlechts in der Selbstsorge pädagogischer Fachkräfte
  9. Download Kapitel (PDF)
    1. 8.1 Anschlüsse für die Theorie
    2. 8.2 Anschlüsse für das pädagogische Feld
  10. DanksagungSeiten 483 - 484 Download Kapitel (PDF)
  11. LiteraturSeiten 485 - 518 Download Kapitel (PDF)
  12. AnhangSeiten 519 - 522 Download Kapitel (PDF)

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