
Kritik der großen Geste
Anders über gesellschaftliche Transformation nachdenken- Autor:innen:
- Reihe:
- C.H.Beck Paperback, Band 6571
- Verlag:
- 2024
Zusammenfassung
Über Transformation wird zumeist mit großer Geste und noch größerer Betroffenheit gesprochen. Ob es um die Bekämpfung des Klimawandels, den Umbau von Staat und Wirtschaft oder die Frage nach der Beendigung von Kriegen geht: Von der Dringlichkeit wird auf die Möglichkeit und Zustimmungsfähigkeit geschlossen, oft mit mahnendem Blick. In Vergessenheit gerät dabei, dass alle Transformation in einer Welt stattfinden muss, die bereits da ist und mit ihren eigenen Mitteln darauf reagiert, unter anderem mit populistischen Gefährdungen der Demokratie. Armin Nassehi fragt in seiner deutlichen Intervention, was jenseits der großen Geste zu finden ist: eine Gesellschaft, die anders über Transformation nachdenken muss und am Ende von der Logik kleiner Schritte profitieren wird. Multiple Krisenerfahrung bedeutet: Viele Bedingungen unserer Lebensweise der letzten Jahrzehnte sind fragwürdig geworden, ihre Verletzlichkeit und ihre Voraussetzungen werden immer sichtbarer. Das erzeugt allerorts einen Ruf nach rascher, möglichst umfassender Transformation. Denn: Eine andere Welt sei möglich, wir müssten sie nur wollen. Aber dieser Triumph des Willens rechnet nicht mit dem Eigensinn, mit der inneren Komplexität und den Widerständen einer Gesellschaft, die eben kein ansprechbares Kollektiv ist. Und sie rechnet nicht mit der populistischen Reaktion auf Krisenerfahrungen. Dabei wird immer deutlicher: Man kann nicht gegen die Gesellschaft transformieren, sondern nur in ihr und mit ihr – und nur mit ihren eigenen Mitteln.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2024
- ISBN-Print
- 978-3-406-82322-0
- ISBN-Online
- 978-3-406-82324-4
- Verlag
- C.H.BECK Literatur - Sachbuch - Wissenschaft, München
- Reihe
- C.H.Beck Paperback
- Band
- 6571
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 226
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 2 - 6
- Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 8
- 0 Incipit Oder: Eine Verwunderung Kein Zugriff Seiten 9 - 26
- 1 Gegenwarten Oder: Warum spielen alle ihre Rollen? Kein Zugriff Seiten 27 - 33
- 2 Multiple Krisen Oder: Drohende Visibilisierungserfahrungen Kein Zugriff Seiten 34 - 49
- 3 Kollektive Herausforderungen Oder: Warum das Gemeinsame eine Illusion ist Kein Zugriff Seiten 50 - 58
- 4 Von weißen Blättern und Zinnsoldaten Oder: Warum tun sie nicht, was sie sollen? Kein Zugriff Seiten 59 - 69
- 5 Kapitalismuskritik als Selbstberuhigung Oder: Das Maß der Maßlosigkeit Kein Zugriff Seiten 70 - 88
- 6 Vertikale versus horizontale Ordnungen Oder: Woher die Unübersichtlichkeit? Kein Zugriff Seiten 89 - 94
- 7 Exkurs: Das Problem der Textförmigkeit Oder: Warum man das alles kaum beschreiben kann und wie die Polyphonie uns rettet Kein Zugriff Seiten 95 - 103
- 8 Zielkonflikte Oder: Warum Einigkeit das Schlimmste wäre Kein Zugriff Seiten 104 - 116
- 9 Ein eklatanter Fehlschluss Oder: Warum der Selbstbetrug nur den anderen nützt Kein Zugriff Seiten 117 - 127
- 10 Träge Arrangements Oder: Unhintergehbare Verstrickungen Kein Zugriff Seiten 128 - 135
- 11 Konservative Bezugsprobleme Oder: Warum mit starker Schwäche gerechnet werden muss Kein Zugriff Seiten 136 - 149
- 12 Was- versus Wer-Fragen Oder: Worüber streiten wir da? Kein Zugriff Seiten 150 - 173
- 13 Kompetente Politik Oder: Neue Konflikte, bitte! Kein Zugriff Seiten 174 - 187
- 14 Steuerung und Transformation Oder: Warum die Begriffe versagen Kein Zugriff Seiten 188 - 201
- 15 Und nun? Oder: Die Stärke kleiner Schritte Kein Zugriff Seiten 202 - 221
- 16 Coda: Die Moral von der Geschichte Kein Zugriff Seiten 222 - 224
- Zum Buch Kein Zugriff Seiten 225 - 225
- Vita Kein Zugriff Seiten 226 - 226




