
Rolf Dieter Brinkmann und die Religion
- Autor:innen:
- Verlag:
- 2022
Zusammenfassung
Eine neue ungewöhnliche Perspektive auf das Werk von Rolf Dieter Brinkmann. Bisher unbekannte Handschriften, Briefe und von der Vechtaer Arbeitsstelle erworbene Nachlässe erlauben neue Einblicke.
Brinkmann und die Religion? Das kann nur ein Irrtum sein. Nein, wir müssen genauer lesen: In der Art und Weise, wie er sich sinnlich vom Unsagbaren überwältigen lässt, tut sich etwas Besonderes kund. In der Art und Weise, wie er religiöse Akte im Alltag geradezu sucht und erfolgreich aufspürt, in der Art, wie er seine Coolness aufgibt und Strategien der Heiligung den Dingen einpflanzt, findet er in ihnen und durch sie das Gesuchte. Beinahe versöhnlich klingen solche Momente.
Leben, Intensität, Schönheit - mit seiner Trias der schriftstellerischen Motivation entwickelt Brinkmann ein bemerkenswertes Gespür für das Unendliche im anscheinend Wertlosen unserer Zeit. Er ist entsetzt über die Abgründe der modernen Lebensbedingungen und verstört über die Hässlichkeit der uns umgebenden Konsumwelt. Aber er schafft Momente eines spirituellen Glücks im Banalen. Das ist religiös. Seine Gedichte sind nie nur negativ, sie transzendieren das Stoffliche, aus dem sie bestehen und benötigen die »dirty speech«, um uns aufzurütteln. Die Dialektik seiner lyrischen Sprachbehandlung bedeutet: Aus ihrer Negativität leuchtet uns der ästhetische Schein wie ein irreales Flackern entgegen und wie ein nie mehr für möglich gehaltener Glücksmoment. Mitten in der schlechthin notwendigen Verneinung alles Begegnenden blitzt ein begeisteter Augenblick auf und lässt das wiedergewonnene Leben erahnen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2022
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5182-0
- ISBN-Online
- 978-3-8353-4860-8
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 216
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
- Ständige Berufung auf Religion Kein Zugriff
- Brinkmann und die erweiterte Religion Kein Zugriff
- Wahrheit zwischen Extremen Kein Zugriff
- Gestörte Vermittlung. Szenen einer Nähe zum Glauben Kein Zugriff
- Heiliger Ernst Kein Zugriff
- Einsichtige Religiosität: Ein Brief Kein Zugriff
- Die Nervenorgel Kein Zugriff
- Schmutzige und tödliche Moderne Kein Zugriff
- Schicksalsschlag: Erschrecken Kein Zugriff
- Keiner ist verloren. Gesang vom Alleinsein Kein Zugriff
- Friedhofsgänge in die Welt Kein Zugriff
- Katholizismus in Vechta Kein Zugriff
- Schuldkomplex und Projektionen Kein Zugriff
- Ecce homo: Schreibzwang und Sprachkritik Kein Zugriff
- Jesus in weiten Schlaghosen. Das Leben der Stars Kein Zugriff
- Eine alte Tüte kehrt zurück Kein Zugriff
- Beleuchtung und Ausdruck: Prägnante Oberflächen Kein Zugriff
- Gegenwart unter Glas: Oberfläche mit Tiefe Kein Zugriff
- Hunger nach Schönheit. Hingabe und Sucht Kein Zugriff
- Beschworene Präsenz Kein Zugriff
- Direkte Poesie? Alltagskultur Kein Zugriff
- Anwesenheit: Bewusstseinsmusik Kein Zugriff
- Pathos des Profanen Kein Zugriff
- Im heiligen Alltag: Suche nach höchster Intensität Kein Zugriff
- Versickernde Rede Kein Zugriff
- Augenblick Kein Zugriff
- Tiefer in die Straße hinein Kein Zugriff
- Avantgarde in der Offenbarung Kein Zugriff
- Das ewige Lächeln der Ikone Kein Zugriff
- Welt als Traum und als Fiktion Kein Zugriff
- Vögel Kein Zugriff
- Stille Kein Zugriff
- Licht Kein Zugriff
- 7 Unheimliche Vorsehung Kein Zugriff Seiten 203 - 208
- Literatur Kein Zugriff
- Forschung Kein Zugriff
- Impressum Kein Zugriff Seiten 216 - 216




