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Schwache Nerven, starke Texte

Thomas Mann, die bürgerliche Gesellschaft und der Neurasthenie-Diskurs
Herausgeber:innen:
Reihe:
Thomas-Mann-Studien, Band 57
Verlag:
 2021

Zusammenfassung

Um 1900 war das medizinische Phänomen der Neurasthenie zu einem allgemeinen Störungsbild angewachsen, an dem sich das Unbehagen an der Moderne manifestierte. Die Neurasthenie war immer mehr als das psychische Leiden einzelner – sie war auch der Preis, den Gesellschaft für den Fortschritt zu zahlen hatte. Auch Thomas Mann war vom Nervendiskurs seiner Zeit wie auch vom Wissen um die Neurasthenie beeinflusst. Vor allem im frühen Werk, so in Buddenbrooks und Tonio Kröger, versammeln sich diese Themen wie in einem Brennglas: Zwischen Degeneration und Psychologie des Selbst ist die Neurasthenie zum Symptom einer Krise des bürgerlichen Subjekts geworden; so kann z.B. aus heutiger Sicht die Symptomatik Thomas Buddenbrooks als erste Fallvignette in der Geschichte des Burnouts gelesen werden. In diesem Band geht es aber nicht darum, die zur Schablone gewordene Deutung der Neurasthenie als Zeitkrankheit um 1900 auf die Gegenwart zu legen. Vielmehr sollen die Diskurse um Nervenkrankheit und künstlerisches Potential als zeitgebundene Debatten befragt und nach den Bedingungen des Schreibens im Spiegel der Neurasthenie gefragt werden. Die Wiederbesichtigung eines berühmten Topos – Krankheit und Kunst bei Thomas Mann – will damit einen neuen Blick auf ein altes Thema werfen.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2021
ISBN-Print
978-3-465-02804-8
ISBN-Online
978-3-465-12804-5
Verlag
Klostermann, Frankfurt am Main
Reihe
Thomas-Mann-Studien
Band
57
Sprache
Deutsch
Seiten
190
Produkttyp
Sammelband

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
  2. Thomas Mann und der Neurasthenie-Diskurs der Zeit: Zur Neubesichtigung eines Topos Kein Zugriff Seiten 7 - 20 C. Borck, B. Lipinski, B. Stammberger
  3. Neurasthenie: Epochensignatur und Modellkrankheit Kein Zugriff Seiten 21 - 36 V. Roelcke
  4. Krankheit im Konjunktiv. Die Neurasthenie als Möglichkeitsform Kein Zugriff Seiten 37 - 60 H.-G. Hofer
  5. Gesunde Nerven. Zur Poetik von Nervenheilratgebern um 1900 Kein Zugriff Seiten 61 - 84 H. Gruner
  6. Leiden an der Fiktion. Die literarische Verarbeitung der Krankengeschichte Friedrich Manns in "Buddenbrooks" Kein Zugriff Seiten 85 - 120 S. Strelczyk
  7. Unglückliche Modernität. Zur Pathologisierung des Künstlers und zum Versuchs einer Heilung in "Tonio Kröger" Kein Zugriff Seiten 121 - 144 J.O. Schneider
  8. Hannos Schulüberbürdung. Sozialhygienische Erziehung bei kindlicher Nervosität in Thomas Manns "Buddenbrooks" Kein Zugriff Seiten 145 - 164 A. Schonlau
  9. Christian Buddenbrook: Pathologien der nachbürgerlichen Gesellschaft Kein Zugriff Seiten 165 - 178 W. Erhart
  10. Die Autor*innen Kein Zugriff Seiten 179 - 184
  11. Siglenverzeichnis Kein Zugriff Seiten 185 - 186
  12. Personenregister Kein Zugriff Seiten 187 - 190

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