
»Der Mensch soll es nicht kennen ...«
Das Lagerwissen in Warlam Schalamows »Erzählungen aus Kolyma«- Autor:innen:
- Verlag:
- 2025
Zusammenfassung
Anhand des literarischen Vermächtnisses Warlam Schalamows erkundet Elena Fast das neuartige Wissen am Grenzpunkt zwischen Individuum und Staatsmacht.Das 20. Jahrhundert mit seinen beispiellosen Katastrophen erschütterte die menschliche Zivilisation bis in ihre Grundfesten. Die entstandenen totalitären Lager wurden zum paradigmatischen Ort von Entmenschlichung und Vernichtung. Der russische Autor Warlam Schalamow überlebte 17 Jahre GULag am Kältepol der Erde und hinterließ sein Wissen über die dortigen Abgründe im sechsteiligen Zyklus »Erzählungen aus Kolyma«. Erinnernd und aufs Neue in die Hölle des Lagers hinabsteigend, mahnte der Autor nachdrücklich: »Der Mensch soll es nicht kennen, soll nicht einmal davon hören.«Die Literaturwissenschaftlerin Elena Fast geht diesem paradoxen Wissen und seiner Erzählweise in Schalamows monumentalem Werk nach.Unter Einbeziehung historischer Forschung und mit einem neuen theoretisch-methodischen Ansatz werden anhand genauer Textanalysen Antworten auf die Fragen gesucht: Wie konstituiert sich die ›ideale‹ Lagerordnung? Was sind ihre Gesetzmäßigkeiten? Worin unterscheiden sich die Existenzräume Gefängnis und Straflager? Welche Akteure sind am Geschehen beteiligt und was macht sie zu wissenden Subjekten? Die Erkenntnisse Schalamows ›negativer Anthropologie‹ schärfen den Blick für die Gefahren der Wechselwirkung in der Beziehung zwischen (Staats-)Macht und Individuum jenseits nationaler und ideologischer Grenzen.
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Bibliographische Angaben
- Copyrightjahr
- 2025
- ISBN-Print
- 978-3-8353-5960-4
- ISBN-Online
- 978-3-8353-8897-0
- Verlag
- Wallstein, Göttingen
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 441
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 10
- 1.1 GULag-Aufarbeitung in Russland Kein Zugriff
- 1.2 Das ›negative Lagerwissen‹ in Schalamows ›Erzählungen aus Kolyma‹: Problemstellung und Vorgehen Kein Zugriff
- 1.3 Theoretischer Rahmen: Das Lager in den Schriften von Hannah Arendt, Michel Foucault und Giorgio Agamben Kein Zugriff
- 1.4 Gliederung und Schwerpunkte Kein Zugriff
- 1.5 Das ›Lagerwissen‹ – Begriffsklärung Kein Zugriff
- 1.6 Formale Fragen Kein Zugriff
- 1.7 Entwicklungen und Probleme in der GULag-Forschung Kein Zugriff
- 1.8 GULag-Narrative im Kontext der Lagerliteratur: Status quo und neue Wege Kein Zugriff
- 2.1 Schalamows Lebensetappen bis 1953 Kein Zugriff
- 2.2 Literarische Strömungen und historische Zäsuren Russlands um die Jahrhundertwende Kein Zugriff
- 2.3 Zwei Paradigmen des 20. Jahrhunderts Kein Zugriff
- 2.4 Leben und schreiben nach dem Lager. Entstehung der Zyklen Kein Zugriff
- 2.5 Verhinderte Publikation: Kulturpolitisches Klima nach Stalins Tod Kein Zugriff
- 2.6 Samizdat/tamizdat: ›Erzählungen aus Kolyma‹ und die alternativen Publikationswege Kein Zugriff
- 2.7 »Jener Golubew ist im Jahr achtunddreißig gestorben.« Die Zäsur im Leben und Schreiben von Schalamow Kein Zugriff
- 2.8.1 Frage des Genres. Form und Inhalt Kein Zugriff
- 2.8.2 Erzählanfang und Erzählschluss. Funktionen Kein Zugriff
- 2.8.3 Themen und Motive Kein Zugriff
- 2.8.4 Detail, Zeichen, Symbol Kein Zugriff
- 2.8.5 Referentielle Beziehungen und Querverweise zwischen Erzählungen und Zyklen Kein Zugriff
- 2.8.6 Figuren Kein Zugriff
- 2.9 Literarische Methode Schalamows. Ergebnisse und Debatten in der Literaturforschung Kein Zugriff
- 2.10 Prosa des ›lebendigen Lebens‹. Der Körper und sein Wissen Kein Zugriff
- 3.1.1 Die Ursprünge totalitärer Tendenzen Kein Zugriff
- 3.1.2 Ideologie und Terror Kein Zugriff
- 3.1.3 Die Konzentrationslager Kein Zugriff
- 3.2.1 Wissen und Macht Kein Zugriff
- 3.2.2 Transformationen der Macht Kein Zugriff
- 3.2.3 Disziplinen Kein Zugriff
- 3.2.4 Bestrafungs- und Machttechniken im Sozialismus Kein Zugriff
- 3.2.5 Macht und Subjekt Kein Zugriff
- 3.3 Giorgio Agamben: Das Lager als Paradigma der Moderne Kein Zugriff
- 4.1 Ein »nicht ganz echtes« Lager. Der offizielle Lagerdiskurs nach Solshenizyns ›Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch‹ Kein Zugriff
- 4.2.1 Verbannung und Zwangsarbeit bis 1917 Kein Zugriff
- 4.2.2 Der ›Norden‹ als Wegbereiter von Kolyma Kein Zugriff
- 4.2.3 Das ›andere‹ Lager Kein Zugriff
- 4.2.4 Das Lager des Jahres 1938 Kein Zugriff
- 4.2.5 Das ›ideale‹ Lager Kein Zugriff
- 4.3 Fazit zur Lagergenese in Schalamows Texten Kein Zugriff
- 5.1 Die Freiheit der Gefängniszelle und die »frische Luft« des Lagers. Illusion und Wirklichkeit Kein Zugriff
- 5.2.1 Zeit Kein Zugriff
- 5.3.1 Erfahrener Gefängnismensch und Neuling Kein Zugriff
- 5.3.2.1 Die Sozialrevolutionäre Partei Russlands (PSR). Ein geschichtlicher Exkurs Kein Zugriff
- 5.3.2.2 Politischer Terror der Kampforganisation (BO) Kein Zugriff
- 5.3.3 Der rechte Sozialrevolutionär Andrejew in ›Das beste Lob‹ Kein Zugriff
- 5.3.4 Aleksejew – Der erste Tschekist Kein Zugriff
- 5.4 Das Leben in der Gemeinschaftsgefängniszelle: Institutionen und Regeln Kein Zugriff
- 5.5 Die Gefängniszellendemokratie Kein Zugriff
- 6.1 Einführung Kein Zugriff
- 6.2 Erste Eindrücke – ›Der Statthalter von Judäa‹ und ›Ankerplatz der Hölle‹ Kein Zugriff
- 6.3.1 Der neue Krankenhauschef – ›Der Oberstleutnant des medizinischen Dienstes‹ Kein Zugriff
- 6.3.2 Die oberste Kontrolle – ›Der Chef der Politverwaltung‹ Kein Zugriff
- 6.4 Ein »freier« Vertragsarbeiter als Lagerneuling – ›Serafim‹ Kein Zugriff
- 6.5 Ein Häftling als Kolyma-Neuling – ›Die Einzelschicht‹ Kein Zugriff
- 6.6 »In ihrem Hirnkasten hat sich etwas für immer verändert.« – ›Stille‹ Kein Zugriff
- 6.7 Zwischenergebnis zur Figurenanalyse der Lagerneulinge Kein Zugriff
- 6.8.1 Lager als Raum Kein Zugriff
- 6.8.2 Das Lager und die Praxis des juridisch-politischen Umgangs mit der Flucht Kein Zugriff
- 6.8.3 Das politische Subjekt vs. »Politische« als Sonderphänomen des Jahres 1937 Kein Zugriff
- 6.8.4 Moralische Feigheit Kein Zugriff
- 6.8.5 Der Begriff der Flucht und seine Varianten Kein Zugriff
- 6.9 Zur Methode und den ästhetischen Ansprüchen des Autors im Sprachkunstwerk ›Erzählungen aus Kolyma‹ Kein Zugriff
- 7.1.1 Einführung Kein Zugriff
- 7.1.2 Besonderheiten des Raum – Zeit-Kontinuums Kein Zugriff
- 7.1.3 Orientierung im Lager-Raum. Wegestrukturen und räumliche Mobilität Kein Zugriff
- 7.1.4 Fazit: Drei Bereiche der Raumstruktur in den ›Erzählungen aus Kolyma‹ Kein Zugriff
- 7.2.1 Eduard Bersin (1894 – 1937) als historische Person Kein Zugriff
- 7.2.2 Lagerchef Bersin in ›Erzählungen aus Kolyma‹. Die Zäsur des Jahres 1938 Kein Zugriff
- 7.2.3 ›Am Steigbügel‹ – Mentalität Kein Zugriff
- 7.2.4 Iwan Nikischow (1894 – 1958) als historische Person Kein Zugriff
- 7.2.5 ›Iwan Fjodorowitsch‹ – Der private Gebrauch der Macht Kein Zugriff
- 7.3.1 Machtbeziehungen und ihre Konstellationen im Lager Kein Zugriff
- 7.3.2 Manifestation der Machtbeziehungen am Beispiel der Erzählungen ›Jakow Owsejewitsch Sawodnik‹ und ›Geologen‹ Kein Zugriff
- 7.3.3 Machtzentrum und lokale Machthierarchien Kein Zugriff
- 7.3.4 Die ›Linie‹ erahnen – Verständige Chefs und die Repressionsspirale Kein Zugriff
- 7.3.5 Blinder Gehorsam – ›Caligula‹ Kein Zugriff
- 7.3.6 Duales System Kein Zugriff
- 7.3.7 Kontrollmechanismen und die Macht der Listen Kein Zugriff
- 7.3.8 Die Rolle der Brigadiere im Lager Kein Zugriff
- 7.3.9 Der Rausch der Macht Kein Zugriff
- 7.4.1 Zur Geschichte der »Umschmiedung« und ihren Auswirkungen Kein Zugriff
- 7.4.2.1 Die Lagerelite – ›Auf Ehrenwort‹ Kein Zugriff
- 7.4.2.2 Hunger, Bildung und Moral im Lager – ›Der Schlangenbeschwörer‹ Kein Zugriff
- 7.4.2.3 Die Langzeitwirkung des Ganovengifts – ›Der Schmerz‹ Kein Zugriff
- 7.4.2.4 Schutzräume der Ganoven im Lager – ›Ein Stück Fleisch‹ Kein Zugriff
- 7.4.2.5 Die Ganoven und die Ärzte im Lager – ›Rotes Kreuz‹ Kein Zugriff
- 7.4.2.6 Die Subkultur der Kriminellen im Lager – ›Skizzen der Verbrecherwelt‹ Kein Zugriff
- 7.4.3 Berufskriminalität nach dem GULag und dem Zerfall der Sowjetunion Kein Zugriff
- 7.4.4 Fazit zu Berufskriminellen im Lager und in den ›Erzählungen aus Kolyma‹ Kein Zugriff
- 7.5.1 Sonderstatus der Lagermedizin Kein Zugriff
- 7.5.2 »Sie müssen ernährt und gewaschen werden.« – ›Domino‹: Arzt als Retter Kein Zugriff
- 7.5.3 »Soll er ein freier Mensch sein [?]« – ›Schocktherapie‹: Arzt als ›Spezialist‹ im Entlarven Kein Zugriff
- 7.5.4 Verbrechen der Ärzte Kein Zugriff
- 7.5.5 Bewältigungsmethoden der Lagerrealität: Verdrängen und Vergessen Kein Zugriff
- 7.5.6 Arzt als Funktionsträger im Lagersystem Kein Zugriff
- 7.5.7 Medizin und Menschlichkeit im Lager Kein Zugriff
- 7.6.1 ›Dochodjaga‹: Physischer Zustand im Lager Kein Zugriff
- 7.6.2.1 ›Dochodjaga‹: Eine Lebensform des Todes? Kein Zugriff
- 7.6.2.2 »Der Dichter lag im Sterben.« – Der Hungertod und seine klinische Beschreibung in ›Cherry Brandy‹ Kein Zugriff
- 7.6.2.3 Die Rückkehr ins Leben – ›Sentenz‹ Kein Zugriff
- 7.6.3 Lagersubjekt ›dochodjaga‹ Kein Zugriff
- 7.6.4 Sklave des Sklaven: Der Lageralltag Kein Zugriff
- 8 Nach dem Lager Kein Zugriff Seiten 405 - 410
- 9 Fazit Kein Zugriff Seiten 411 - 422
- 10 Literaturverzeichnis Kein Zugriff Seiten 423 - 438
- 11 Glossar Kein Zugriff Seiten 439 - 441




