
Kann ein Mensch dabei untätig bleiben?
Hilfe für verfolgte Juden in Bulgarien 1940–1944- Autor:innen:
- Verlag:
- 2014
Zusammenfassung
Während er deutsche Offiziere im Militärkrankenhaus behandelte, erfuhr der bulgarische Arzt Dr. Pavel Gerdjikov von den Depor tationsplänen der bulgarischen Regierung. Zwar nahm er die Rolle des vertrauenswürdigen Arztes mit exzellenten Deutschkenntnissen ein, doch er verachtete den Antisemitismus und die NS-Ideologie zutiefst. Acht Monate lang versteckte er eine befreundete jüdische Familie in seiner Wohnung, fälschte Personalausweise, stahl Formulare bei der Polizei und rettete jüdische Kinder aus Deportationszügen. Pavel Gerdjikov war einer von vielen mutigen Menschen, die Hilfe für verfolgte Juden in Bulgarien leisteten, jedoch wurden bisher nur wenige Fälle dokumentiert und veröffentlicht. Neun ganz unterschiedliche Geschichten über Hilfsaktionen für Juden in Bulgarien wurden für die vorliegende Publikation rekonstruiert und können somit zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Sie zeigen Aspekte der antijüdischen Politik Bulgariens in den Jahren 1940 bis 1944 und machen die Geschichte greifbar. Anschaulich vermitteln sie einen Eindruck von der breiten zivilgesellschaftlichen Solidarität mit den Juden. Die historischen Fakten um Bulgariens Beteiligung am Zweiten Weltkrieg und an der Judenverfolgung sind in Westeuropa noch wenig bekannt: Im Unterschied zu den meisten europäischen Ländern fiel die einheimische jüdische Bevölkerung dem Holocaust nicht zum Opfer, obwohl das Land ein freiwilliger Kriegsverbündeter von Deutschland war. Die bulgarischen Juden überlebten, dagegen wurde in den von Bulgarien okkupierten Gebieten die gesamte jüdische Bevölkerung unter Aufsicht der bulgarischen Behörden deportiert und ermordet – zwei Kapitel der Geschichte, die nicht gegensätzlicher sein könnten.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2014
- Copyrightjahr
- 2014
- ISBN-Print
- 978-3-86732-254-6
- ISBN-Online
- 978-3-86732-728-2
- Verlag
- Lukas Verlag, Berlin
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 210
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Der politische Kontext: Bulgarien als Deutschlands Verbündeter Kein Zugriff Seiten 7 - 18
- Die jüdische Minderheit Kein Zugriff
- Das „Gesetz zum Schutz der Nation“ Kein Zugriff
- Erste Phase der Deportationen: Beschlüsse und Pläne Kein Zugriff
- Zweite Phase: Aussiedeln statt Deportieren Kein Zugriff
- Dritte Phase: Der letzte Plan zur Deportation Kein Zugriff
- Hilfe von Politikern, Intellektuellen und Geistlichen Kein Zugriff
- Zwischenmenschliche Hilfe Kein Zugriff
- Jüdische Selbsthilfe und Widerstand Kein Zugriff
- Hilfe für die Juden aus den okkupierten Gebieten Kein Zugriff
- Dimitar Peschev und die Delegation aus Kjustendil: Die parlamentarische Aktion Kein Zugriff
- Die Bulgarische Orthodoxe Kirche: Metropolit Stefan von Sofia und Metropolit Kyrill von Plovdiv Kein Zugriff
- Dr. Pavel Gerdjikov und Familie Levi: Untergetaucht in Sofia Kein Zugriff
- Nadejda Vasileva: Hilfe für die thrakischen Juden Kein Zugriff
- Die Familien Popstefanov und Serchadjiev: Rettung in Skopje Kein Zugriff
- Mladen Ivanov: „Verteidiger der Juden“ Kein Zugriff
- Rubin Dimitrov: Die jüdische Demonstration am 24. Mai 1943 Kein Zugriff
- Samuil Chiprut: Jüdischer Widerstand in Plovdiv Kein Zugriff
- Nikola Petsev, Ljuben Zlatarov, Henry Levenson und Nikola Vanchev: Transitvisa für europäische Juden Kein Zugriff
- Nach 1944: Anerkennung der Helferinnen und Helfer Kein Zugriff Seiten 200 - 201
- Dank Kein Zugriff Seiten 202 - 202
- Literatur Kein Zugriff Seiten 203 - 204
- Abbildungen Kein Zugriff Seiten 205 - 205
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 206 - 209



