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Otto Weidt

Anarchist und »Gerechter unter den Völkern«
Autor:innen:
Verlag:
 2016

Zusammenfassung

Der Kleinfabrikant Otto Weidt (1883–1947) betrieb zu Beginn der 1940er Jahre in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte eine als wehrwichtig eingestufte Besenmacherwerkstatt. Seine Belegschaft bestand überwiegend aus blinden und gehörlosen Juden, die er so vor Verfolgung und Deportation zu schützen versuchte. Für seinen Einsatz wurde er 1971 posthum als »Gerechter unter den Völkern« geehrt. Weniger bekannt ist das frühere Leben Weidts: In der Kaiser­zeit war er in der anar­chistischen Arbeiterbewegung aktiv und wurde von der Politischen Polizei überwacht. Den Ideen und Idealen des Anarchismus blieb er aber auch später verbunden. Zeitlebens war er ein strikter Gegner von Militarismus, Nationalismus und staatlicher Bevormundung. Robert Kain nähert sich zunächst dem Anarchisten Weidt und zeichnet ein detail­liertes Bild der anarchistischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anschließend untersucht er die Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Eröffnung der »Blindenwerkstatt Otto Weidt«. Der Autor behandelt hier neben Weidts Militärdienst, Ehen und Scheidungen auch dessen Erblindung um 1924 und den daraus resultierenden Weg zum Bürstenmacher. Die umfangreichsten Kapitel widmen sich natürlich detailliert dem aufopferungsvollen Einsatz von Otto Weidt für jüdische Mit­menschen und wie er sich dabei in einem weit verzweigten Hilfsnetzwerk für NS-Verfolgte bewegte. Abschließend befasst sich die fundamentale Arbeit mit der Rolle der Blindenwerkstatt in der Nachkriegszeit, Otto Weidts Engagement für die Instandsetzung eines Alten- und Kinderheims der Jüdischen Gemeinde in Nieder­schönhausen und der Wahrnehmung und Würdigung seiner Person nach 1945. Ein biographischer Anhang gibt Auskunft über viele in der »Blindenwerkstatt Otto Weidt« einst Beschäftigte.

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Bibliographische Angaben

Auflage
1/2016
Copyrightjahr
2016
ISBN-Print
978-3-86732-271-3
ISBN-Online
978-3-86732-694-0
Verlag
Lukas Verlag, Berlin
Reihe
Studien und Dokumente zu Alltag, Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Band
10
Sprache
Deutsch
Seiten
657
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
    1. Inhalt Kein Zugriff
  1. Einleitung Kein Zugriff Seiten 11 - 33
    1. Die jungen Jahre. Kindheit, Jugend und Familie Kein Zugriff
      1. Einführend. Anarchismus und Staatliche (Anti-)Anarchistenpolitik Kein Zugriff
      2. Erste Kontakte. Der Hamburger Anarchistenklub »Simplicissimus« Kein Zugriff
      3. Weidt und die Berliner Anarchisten Kein Zugriff
      4. Otto Weidt und die Berliner Gruppierung »Anarchist« Kein Zugriff
      1. »Der Anarchist« unter der Leitung Weidts Kein Zugriff
      2. »Revolutionsstürme«. Ein Prozess wegen Pressvergehens gegen Otto Weidt Kein Zugriff
      1. Die Spaltung der »Ostgruppe« Kein Zugriff
      2. Die »Vereinigung der Anarchisten Berlins und Umgegend« Kein Zugriff
      3. Der »Anarchistische Agitationsverein für Berlin und Umgegend« Kein Zugriff
      4. Der »Verein der Föderierten Anarchisten Berlins und Umgegend« Kein Zugriff
    2. Verhandlungen über eine »Einigung« unter den Berliner Anarchisten Kein Zugriff
      1. »Katz-und-Maus«-Spiel mit der Polizei Kein Zugriff
      2. Die inhaltlichen Beratungen der Konferenz Kein Zugriff
      3. Nachspiel. Polizei-Willkür und ein Massenprozess in Mannheim Kein Zugriff
      1. Die »Russische Föderation der revolutionären Anarchisten« und russländische Studierende in Berlin Kein Zugriff
      2. »Geheimbündelei«. Ein Prozess gegen Otto Weidt und Werner Karfunkelstein Kein Zugriff
      3. Der Bruch der Gruppierung »Anarchist« mit Otto Weidt Kein Zugriff
      1. Das »Internationale Anarchistische Büro« und die Berliner Genossen Kein Zugriff
      2. Die Affäre »Boinville« Kein Zugriff
      3. Zentralisierung? Die anarchistischen Gruppierungen im Jahr 1908 Kein Zugriff
      1. Otto Weidts Begegnung mit Pierre Ramus Kein Zugriff
      2. Pläne für eine neue »Freie Generation« Kein Zugriff
      3. Selbstreflexion und -erkenntnis Kein Zugriff
      4. Bruch mit den »schwachen blöden Scharen«. Weidts Rückzug aus dem organisierten Anarchismus Kein Zugriff
      1. Familiengründung Kein Zugriff
      2. Militärdienst im Ersten Weltkrieg Kein Zugriff
      3. Die Nachkriegsjahre Kein Zugriff
      1. Weidts »praktische Erblindung« Kein Zugriff
      2. Ausbildung im Blindenhandwerk Kein Zugriff
      1. Das Bürstenmacherhandwerk im Wirtschaftsgefüge des NS-Staats Kein Zugriff
      2. Das Blindenhandwerk in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre Kein Zugriff
      3. Gewerbliche Selbständigkeit Otto Weidts Kein Zugriff
      1. Werkstattgründer: Otto Weidt und Gustav Kremmert Kein Zugriff
      2. Das Blindenhandwerk zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Kein Zugriff
      3. Die Blindenwerkstatt Weidt zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Kein Zugriff
      1. Die Verfolgung der Juden in Berlin. Ein Überblick Kein Zugriff
      2. Blinde Juden im Nationalsozialismus Kein Zugriff
      1. Die Voraussetzungen für die Zwangsarbeiterzuweisung Kein Zugriff
      2. Weidts erste jüdische Zwangsarbeiter Kein Zugriff
      3. Die »Zentrale Dienststelle für Juden« der Arbeitsverwaltung Kein Zugriff
      1. Die Blindenwerkstatt Weidt vor dem Beginn der Deportationen Kein Zugriff
      2. Erste Deportationen jüdischer Angestellter Otto Weidts Kein Zugriff
      3. Robert Gerö. Ein jüdischer Wiener »Sonderordner« als Hinweisgeber Otto Weidts Kein Zugriff
      4. Die »Fabrik-Aktion« und die Blindenwerkstatt Kein Zugriff
      1. Untergetaucht: Lucie Ballhorn Kein Zugriff
      2. Untergetaucht: Inge und Ella Deutschkron Kein Zugriff
      3. Untergetaucht: Die Familie Chaim Horn Kein Zugriff
      4. Untergetaucht: Erich und Elsbeth Frey Kein Zugriff
      1. Untergetaucht: Annelies und Marianne Bernstein Kein Zugriff
      2. Untergetaucht: Gusti und Helene Jassy Kein Zugriff
      3. Untergetaucht: Grete Seelig und Lucie Ballhorn Kein Zugriff
      4. Die Gestapo und das Versteck »Alexanderstraße 5« Kein Zugriff
      5. Hilfe für Inge Deutschkron Kein Zugriff
      6. Hedwig Porschütz vor dem Berliner Sondergericht III Kein Zugriff
      1. Helfer: Karl Wilhelm Deibel Kein Zugriff
      2. Die Gruppe »Freisingerstraße 2« Kein Zugriff
      3. Karl Deibels Dienstverpflichtung beim Luftgaukommando III Kein Zugriff
      4. Verfolgt: Eva Dimenstein Kein Zugriff
      5. Der Beginn der Kooperation zwischen Otto Weidt und Karl Deibel Kein Zugriff
      6. Helfer: Emma Trostler und Paul Bodenstein Kein Zugriff
      7. Untergetaucht: Leo Seelig Kein Zugriff
      8. Untergetaucht: Rudi Rosenow, Rachil und Henny Haar Kein Zugriff
      9. Untergetaucht: Hermann Deutsch und Hans Blach Kein Zugriff
      10. Untergetaucht: Alfred Leyser Kein Zugriff
      11. Untergetaucht: Edith Oppenheim und das Ehepaar Margarete und Hermann Rachmann Kein Zugriff
      12. Der Verrat des Verstecks »Großbeerenstraße 92« Kein Zugriff
      13. Nach dem Verrat. Das Versteck, seine Helfer und deren weiteres Schicksal Kein Zugriff
      1. Untergetaucht: Käthe, Gustav und Alice Licht Kein Zugriff
      2. Helfer: Dr. Gustav und Irma Held Kein Zugriff
      3. Helfer: Dr. Max Dietrich Kein Zugriff
      1. Die »Widerstandsgruppe Stadtbibliothek« Kein Zugriff
      2. Die »Arbeitsgemeinschaft für notleidende Juden« Kein Zugriff
      3. Helfer: Karl Gustav August Urbain Kein Zugriff
      4. Helfer: Paul Happach Kein Zugriff
      5. Verfolgt: Das Ehepaar Erna und Gottfried Haney Kein Zugriff
      6. Helfer: Erik Perwe und Erik Myrgren Kein Zugriff
      1. Helfer und Verfolgte: Werner und Gertrud Scharff Kein Zugriff
      2. Verfolgt: Alexander, Sophia, Hermann und Dorothea Rothholz Kein Zugriff
      3. Die »Gemeinschaft für Frieden und Aufbau« Kein Zugriff
    1. Karl Gustav Kielmeyer und das Versteck »Rungiusstraße« Kein Zugriff
      1. Helferin: Clara Nathansohn Kein Zugriff
      2. Helfer: Beamte des Polizeireviers 16 Kein Zugriff
      1. Die Festnahme von Lucie Ballhorn Kein Zugriff
      2. Der Verrat der Blindenwerkstatt Kein Zugriff
      3. Festnahmen in der Blindenwerkstatt Kein Zugriff
      4. Die in der Blindenwerkstatt operierenden Gestapo-Angehörigen Kein Zugriff
      5. Das Datum der Gestapo-Razzia Kein Zugriff
      6. Otto Weidts Einsatz für Alice Licht Kein Zugriff
      7. Repressalien gegen Otto Weidt Kein Zugriff
      1. Folgen der Gestapo-Razzia Kein Zugriff
      2. Neue Zwangsarbeiter in der Blindenwerkstatt Kein Zugriff
      1. Paketsendungen nach Theresienstadt Kein Zugriff
      2. Weidts Suche nach Alice Licht Kein Zugriff
      3. Flucht aus Christianstadt Kein Zugriff
    1. Die Blindenwerkstatt in den Jahren 1945 bis 1947 Kein Zugriff
    2. Weidts Engagement für NS-Verfolgte in den Nachkriegsjahren Kein Zugriff
      1. »Ich habe mein Leben so gelebt, wie ich es wollte …« Kein Zugriff
      2. Der Niedergang der Blindenwerkstatt nach dem Tod Otto Weidts Kein Zugriff
  2. Die Wahrnehmung der Blindenwerkstatt Otto Weidt und ihres Besitzers in Ost und West (1945 bis heute) Kein Zugriff Seiten 493 - 501
  3. Der Judenretter Otto Weidt. Ein Plädoyer gegen eine individualistische Rettungswiderstandstheorie Kein Zugriff Seiten 502 - 528
    1. Biographische Notizen zu Mitarbeitern Otto Weidts (1939–1945) Kein Zugriff
    2. Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff
    3. Quellen- und Literaturverzeichnis Kein Zugriff
    4. Abbildungsnachweis Kein Zugriff
    5. Danksagung Kein Zugriff
    6. Personenregister Kein Zugriff

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