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Wer war Oda Schottmüller?

Zwei Versionen ihrer Biographie und deren Rezeption in der alten Bundesrepublik und in der DDR
Autor:innen:
Verlag:
 2024

Zusammenfassung

Die Bildhauerin und Ausdruckstänzerin Oda Schottmüller verkehrte im Freundeskreis um Harro Schulze-Boysen und wurde 1942 von der Gestapo im Rahmen des Fahndungskomplexes 'Rote Kapelle' festgenommen. Man unterstellte ihr, sich an Funkversuchen nach Moskau beteiligt zu haben. Obwohl ihr das nicht nachgewiesen werden konnte, wurde sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Basierend auf der Gestapo-Lüge, der Kreis um Harro Schulze-Boysen sei Teil der sowjetischen Auslandsspionage gewesen, wurde er in der Bundesrepublik bis Mitte der 1980er Jahre aus dem offiziellen Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime ausgegrenzt; Oda Schottmüller galt als 'Agentenflittchen'. In der DDR hingegen deutete das MfS die 'Rote Kapelle' systematisch zur 'Kundschafterorganisation für die Sowjetunion' um und popularisierte dieses ebenfalls entstellende Geschichtsbild. Geheimdienstmitarbeiter versuchten gar, eine dazu passende Biographie Oda Schottmüllers zu erfinden. Absurder Höhepunkt war die 1983 erschienene Monographie von Norbert Molkenbur und Klaus Hörhold, in der sie Oda Schottmüller zur 'Kundschafterin' und 'sozialistisch-realistischen' Tänzerin verzerrten. Geertje Andresen, die 2005 die erste fundierte Biographie der Künstlerin und Nazigegnerin vorgelegt hat, dekonstruiert in ihrem neuen Buch zahllose Lügen über die 'Rote Kapelle' sowie die Phantasien über Oda Schottmüller. Damit leistet sie zugleich einen wichtigen Beitrag, die politische Mentalitätsgeschichte sowohl der alten Bundesrepublik als auch der DDR zu beschreiben.

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Bibliographische Angaben

Auflage
1/2024
Copyrightjahr
2024
ISBN-Print
978-3-86732-125-9
ISBN-Online
978-3-86732-830-2
Verlag
Lukas Verlag, Berlin
Reihe
Studien und Dokumente zu Alltag, Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus
Band
3
Sprache
Deutsch
Seiten
249
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
    1. Inhalt Kein Zugriff
  1. Wer war Oda Schottmüller? Kein Zugriff Seiten 7 - 13
  2. Aktueller Forschungsstand zur »Roten Kapelle« Kein Zugriff Seiten 14 - 16
  3. Rezeption der »Roten Kapelle« im Nachkriegsdeutschland Kein Zugriff Seiten 17 - 18
  4. Das Ermittlungsverfahren gegen Manfred Roeder, Chefankläger der »Roten Kapelle« vorm Reichskriegsgericht Kein Zugriff Seiten 19 - 23
  5. Die Rezeption der »Roten Kapelle« in der Bundesrepublik Deutschland Kein Zugriff Seiten 24 - 30
  6. Die Rezeption von Oda Schottmüller zwischen 1945 und 1949 in gesamtdeutschen Publikationen Kein Zugriff Seiten 31 - 48
  7. Exkurs: Die Entwicklung des Modernen Tanzes in der Bundesrepublik Deutschland Kein Zugriff Seiten 49 - 58
  8. Rezeption von Oda Schottmüller in der Bundesrepublik Kein Zugriff Seiten 59 - 64
  9. Rezeption der »Roten Kapelle« in der DDR Kein Zugriff Seiten 65 - 67
  10. Maßnahmeplan des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und des KGB zur Umdeutung der »Roten Kapelle« Kein Zugriff Seiten 68 - 80
  11. Exkurs: Die Formalismus-Realismus-Debatte und der unerwünschte Ausdruckstanz in der DDR Kein Zugriff Seiten 81 - 83
  12. Die Popularisierung Oda Schottmüllers in der DDR Kein Zugriff Seiten 84 - 118
  13. Norbert Molkenbur Kein Zugriff Seiten 119 - 123
  14. Analyse der Dokumentation »Oda Schottmüller – Tänzerin – Bildhauerin – Antifaschistin« von Norbert Molkenbur und Klaus Hörhold Kein Zugriff Seiten 124 - 196
  15. Zusammenfassung der Darstellung von Oda Schottmüller nach Molkenbur/Hörhold Kein Zugriff Seiten 197 - 200
  16. Das MfS und das Manuskript über Oda Schottmüller von Molkenbur/Hörhold Kein Zugriff Seiten 201 - 211
  17. Nachwort Kein Zugriff Seiten 212 - 215
    1. Literatur, Aufsätze, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel Kein Zugriff
    2. Archivalien Kein Zugriff
    3. Abkürzungsverzeichnis Kein Zugriff
    4. Dank Kein Zugriff
    5. Namensregister Kein Zugriff

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