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Überdehnung des Möglichen

Dimensionen des Akrobatischen in der Literatur der europäischen Moderne
Autor:innen:
Verlag:
 22.03.2023

Zusammenfassung

Figuren des Akrobatischen sind in der Literatur der Moderne omnipräsent. Zwischen 1850 und 1925 werden sie zum Träger poetischer, philosophischer und politischer Visionen der Zeit. Um die lange Jahrhundertwende bricht sich in Europa eine überwältigende Faszination für Zirkus und Varieté Bahn: Das Artistenmilieu wird motivischer Stichwortgeber der Künste, Projektionsfläche antibürgerlicher Imaginationen und gesellschaftsutopischer Gegenerzählungen. Im Kontext dieses Popularitätshochs gerät das akrobatische Vermögen den literarischen Taktgebern der Zeit zum Träger einer vielgestaltigen Semantik der Überschreitung: Flaubert erklärt sich zum Artisten, Kafka zum Kunstreiter, Baudelaire fordert akrobatische Disziplin, Nietzsche seiltänzerische Kühnheit. Als Grenzgänger, der scheinbar mühelos die Schwerkraft überwindet und unter Einsatz des Lebens über dem Abgrund balanciert, gilt der Akrobat noch den Avantgarden als programmatisches Symbol für ein neues Subjektverständnis im Spannungsfeld von spielerischer Leichtigkeit und tödlichem Ernst, von Disziplin und Überwältigung, von Möglichkeit und Unmöglichkeit. Anna Luhn untersucht die Konzeptualisierungen des Akrobatischen im literarischen Diskursraum der Moderne erstmals in ihren historischen Voraussetzungen, ästhetischen Effekten und utopischen Fluchtpunkten.

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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2023
Erscheinungsdatum
22.03.2023
ISBN-Print
978-3-8353-5253-7
ISBN-Online
978-3-8353-4919-3
Verlag
Wallstein, Göttingen
Sprache
Deutsch
Seiten
462
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 8
    1. 1 Voraussetzungen und Forschungskontext Kein Zugriff
    2. 2 Methodische Bemerkungen Kein Zugriff
    1. I.1 Akrobatik ›avant la lettre‹: zur Diskursivierung spektakulärer Bewegungspraxen im 16.-18. Jh. Kein Zugriff
    2. I.2 Die akrobatischen Künste im ›Textraum‹ des 19. Jahrhunderts: Schlaglichte Kein Zugriff
    3. I.3 Akrobat, Artist, ›saltimbanque‹: Notizen zum Vokabular Kein Zugriff
    1. II.1 Scheinbar leere Spielereien: das Akrobatische im Virtuosendiskurs des frühen 19. Jahrhunderts Kein Zugriff
      1. II.2.1 Oberflächenflitter: Flauberts ›poète-saltimbanque‹ Kein Zugriff
      2. II.2.2 Tausendfacher Knochenbruch: Baudelaires »saltimbanque apprenti« Kein Zugriff
      1. II.3.1 Leibliche Sprache und schöpferische Sprachmacht Kein Zugriff
      2. II.3.2 Der Gang der Feder über das Seil: ›Schöne Sprache‹ (1921) Kein Zugriff
      1. II.4.1 Akrobatische Parameter: Konditionen des Schreibens Kein Zugriff
      2. II.4.2 Perspektivenwechsel: verkennende Blicke, Täuschung durch Vorsprung Kein Zugriff
    2. II.5 Das Wesen des Akrobatischen: riskante ›performance‹ vor Publikum Kein Zugriff
      1. III.1.1 Der Seiltänzer im ›Zarathustra‹ Kein Zugriff
      2. III.1.2 Der Seiltanzende als Figur des ›freien Geists‹ Kein Zugriff
    1. III.2 Labiales und stabiles Gleichgewicht. Frank Wedekinds ›Zirkusgedanken‹ (1887) Kein Zugriff
    2. III.3 Instrumentarium der Zukunft: Hermann Bahrs ›Akrobat‹ Kein Zugriff
    3. III.4 Die Positionierung des Akrobatischen: Distanzierung und Eigengesetzlichkeit Kein Zugriff
    4. III.5 Exkurs zu den Rändern des Akrobatischen: George Grosz’ ›Kautschukmann‹ Kein Zugriff
      1. IV.1.1 Akrobatische Göttlichkeit in Franz Werfels ›Der Held‹ (1914/15) Kein Zugriff
      2. IV.1.2 Verschwinden und Betrachten: zwei Balladen Walter Mehrings (1918) Kein Zugriff
      3. IV.1.3 Verschieben und Verwandeln: Louis Aragons ›Acrobate‹ (1918) Kein Zugriff
      1. IV.2.1 Cocteaus Libretto, Picassos Bühne: der akrobatische als kosmischer Raum Kein Zugriff
      2. IV.2.2 Entgrenzung und Entleerung: Cocteaus Akrobaten-Skizzen Kein Zugriff
      1. IV.3.1 Wunder - Dichtung - Akrobatik Kein Zugriff
      2. IV.3.2 Dichtung als Verwandlung: Euphemia, akrobatische Sprachfigur Kein Zugriff
    1. IV.4 Umschläge: Akrobatik als künstlerische Transzendenzpraxis (Herwarth Walden und Vítezslav Nezval) Kein Zugriff
    2. IV.5 Das Versprechen des Akrobatischen: Überschreitung, Entgrenzung, Transzendenz Kein Zugriff
  2. AUFSTEIGEN. Schlussbetrachtungen Kein Zugriff Seiten 411 - 424
    1. 1 Primärliteratur und Quellen Kein Zugriff
    2. 2 Verwendete und kommentierte Forschungsliteratur Kein Zugriff
    3. 3 Wörterbücher, Enzyklopädien, Lexika Kein Zugriff
    4. 4 Zitierte Websites Kein Zugriff
  3. Abbildungen Kein Zugriff Seiten 457 - 458
  4. Dank Kein Zugriff Seiten 459 - 460
  5. Personenregister Kein Zugriff Seiten 461 - 462

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