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Leeres Land

Niemandsländer in der Literatur
Autor:innen:
Verlag:
 2021

Zusammenfassung

Wem gehören Niemandsländer? Bei der Debatte um individuelles, gemeinschaftliches oder staatliches Eigentum an Grund und Boden konkurrieren seit der Antike theologische, philosophische, juristische und soziologische Argumente. Auch in der Literatur sind Niemandsländer ein Modell, Machtverhältnisse, Legitimation von Besitz, Autonomie und Zugehörigkeit zu reflektieren.

Niemandsländer sind Räume begrenzter Staatlichkeit und damit nur schwach oder gar nicht reguliert. Sie gelten den einen als gefährliche Landstriche, den anderen als Gebiete, die man ungestraft erobern darf. Verlassene Gegenden, Stadtbrachen, verwilderte Gärten und aufgelassene Industriegelände werden als Niemandsland bezeichnet und damit zu faszinierenden Orten. Sie bergen ein Risiko, wecken aber auch

Neugierde und Kreativität, ziehen Flaneure, spielende Kinder, Verliebte, Dealer, Diebe, Künstler und Phantasten an und erlauben probeweise das Aussetzen der Regeln des Alltags.

Im ersten Teil ihres neuen Buches steckt Dorothee Kimmich das kulturtheoretische Feld ab, in dem über Eigentumstheorien, Kolonialgeschichte, Pufferzonen, Bannmeilen, Kontaktzonen und Freiräume verhandelt wird.

In einem zweiten Teil zeigen die Analysen literarischer Texte – u. a. von Johann Wolfgang von Goethe, Adalbert Stifter, Robert Musil, Franz Kafka, Walter Benjamin, Oskar Loerke, Michel Leiris und Chinua Achebe –, wie Erzählungen die komplexen Verhältnisse um Grund und Boden in Narrative von Heimat und Auswanderung, Zugehörigkeit und Fremde, Imagination und Spiel, Grenzübertritt und Gefangenschaft übersetzen. Sie gestalten den prekären Status, den oft widersprüchlichen Charakter, die diffusen Eigenschaften und widerstrebenden Gefühle, die zum Niemandsland gehören.


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Bibliographische Angaben

Copyrightjahr
2021
ISBN-Print
978-3-8353-9134-5
ISBN-Online
978-3-8353-9735-4
Verlag
Konstanz University Press, Konstanz
Sprache
Deutsch
Seiten
221
Produkttyp
Monographie

Inhaltsverzeichnis

KapitelSeiten
  1. Titelei/Inhaltsverzeichnis Kein Zugriff Seiten 1 - 6
  2. Vorwort Kein Zugriff Seiten 7 - 8
    1. 1 »Drawing a line« Kein Zugriff
    2. 2 Wem gehört die Erde? Zur Geschichte des Eigentums an Grund und Boden Kein Zugriff
    3. 3 Grenzwüsten, Spielplätze und Möglichkeitsräume Kein Zugriff
      1. 1 Christoph Martin Wielands Helden »im Neglischee«: Niemande im Elysium Kein Zugriff
      2. 2 Goethes Faust im Niemandsland Kein Zugriff
      3. 3 Niemande in der Höhle: Odysseus, Herakles und Tannhäuser Kein Zugriff
      1. 1 Gottfried Kellers Äcker Kein Zugriff
      2. 2 Adalbert Stifters öde Landschaften Kein Zugriff
      3. 3 Theodor Storms Niemandsland auf dem Deich Kein Zugriff
      1. 1 Franz Kafkas Grenzwüsten Kein Zugriff
      2. 2 Siegfried Kracauer und die Passagen der Gestorbenen Kein Zugriff
      3. 3 Robert Musils Bergstollen im Grenzland zwischen Leben und Tod Kein Zugriff
      1. 1 Michel Leiris und das Geheimnis des Elternschlafzimmers Kein Zugriff
      2. 2 Chinua Achebe: Bad bush – ajo ofia Kein Zugriff
      3. 3 Giorgio Agamben: Zone und Lager Kein Zugriff
      4. 4 Ruderalflächen: Spielplätze für Kinder – und Erwachsene Kein Zugriff
      5. 5 Cowboys lost in no man’s land Kein Zugriff
  3. Schluss Kein Zugriff Seiten 217 - 221

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