
Von der Unmöglichkeit die richtige Entscheidung zu treffen
Hilfe für verfolgte Juden im deutsch besetzen Litauen 1941–1944- Autor:innen:
- Verlag:
- 2018
Zusammenfassung
Als die deutsche Wehrmacht Vilnius erreichte, lebte der vierzigjährige Juozas Rutkauskas allein und unauffällig in der Stadt. Sein Ruf war tadellos, die deutschen Besatzer vertrauten ihm und übertrugen ihm die Leitung eines Büros für Melde- und Passangelegenheiten. Viele hielten ihn für einen Gewinner der neuen politischen Zustände. Er tat nichts, um diesen Eindruck zu zerstreuen. Die Massaker an den Juden wurden in aller Offenheit vor den Augen der Stadtbewohner durchgeführt. Juozas Rutkauskas besaß Zugang zu wichtigen Unterlagen, mit denen er neue Identitäten erschaffen konnte. Bis zu seiner Enttarnung 1944 verhalf er schätzungsweise 150 Menschen zu neuen Identitäten, womit sie eine Chance erhielten, der Vernichtung zu entkommen. Während ein Teil der Landesbevölkerung mit den deutschen Besatzern kollaborierte und ein anderer Teil unbeteiligt blieb, gab es eine Reihe nichtjüdischer Einwohner Litauens, die sich den Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung entgegenstellten und Leben retteten. In diesem Band der Gedenkstätte Stille Helden wird in zwölf Geschichten von Hilfsbereitschaft, Kompromissen und Opferbereitschaft bis zur Selbstaufgabe berichtet. Dazu gehören die des japanischen Konsuls Chiune Sugihara, der ohne Zustimmung seiner Regierung Visa für Verfolgte ausstellte, und auch die des deutschen Majors Karl Plagge und des österreichischen Feldwebels Anton Schmidt, die jeweils in ihrem eigenen Rahmen agierten. Doch in den meisten Fällen waren es litauische Frauen und Männer, die Wege, Orte, Kanäle und Informationsmöglichkeiten schufen. Die Gefahr, entdeckt zu werden, war allgegenwärtig und bedeutete den Tod für alle Beteiligten.
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Bibliographische Angaben
- Auflage
- 1/2018
- Copyrightjahr
- 2018
- ISBN-Print
- 978-3-86732-343-7
- ISBN-Online
- 978-3-86732-640-7
- Verlag
- Lukas Verlag, Berlin
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 477
- Produkttyp
- Monographie
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt Kein Zugriff
- Litauen – eine historische Landschaf Kein Zugriff
- Die deutsche Besatzung in Litauen von 1941 bis 1944 Kein Zugriff
- Jüdisches Leben in Litauen Kein Zugriff
- Widerstand gegen die Verfolgung und Dimensionen der Rettung Kein Zugriff
- „Hier, genau hier endete meine Kindheit“. Shalom Kaplans langer Weg aus dem Ghetto Kaunas ins Überleben Kein Zugriff Seiten 75 - 112
- „Sie hatten alles verloren. Jemand musste ihnen helfen, die Angst vor dem Tod zu überwinden.“ Ona Šimaitė und das Ghetto in Wilna Kein Zugriff Seiten 113 - 138
- „Wie könnten wir das je vergessen?“ Die Rettung von Icchokas und Yonina Meras Kein Zugriff Seiten 139 - 156
- „Ihre Freundschaft in einer solch schrecklichen, irrsinnigen Zeit“. Maria Fedecka und ihre Familie Kein Zugriff Seiten 157 - 176
- Von einem Tag zum nächsten: Die Wege der Familie Volpert-Gurvitch Kein Zugriff Seiten 177 - 216
- Im Herzen der Stadt verborgen: Das Benediktinerkloster von Vilnius Kein Zugriff Seiten 217 - 248
- Unerwartete Retter in deutscher Uniform: Karl Plagge und Anton Schmid Kein Zugriff Seiten 249 - 282
- Ein Akteur der Zwischenwelten: Juozas Rutkauskas Kein Zugriff Seiten 283 - 312
- „Er stempelte meinen Pass, sah mir direkt in die Augen und lächelte mich an.“ Chiune Sugihara Kein Zugriff Seiten 313 - 340
- „Wir Frauen, wir werden schon irgendwie überleben.“ Kreise des Rettungswiderstandes von Kaunas Kein Zugriff Seiten 341 - 390
- Das „Jüdische Hotel“ von Kaunas: Sofija Bienkienė und ihre Familie Kein Zugriff Seiten 391 - 416
- Der Ghettowiderstand, eine Familie, ein Kloster und zwei Kinderheime in Kaunas Kein Zugriff Seiten 417 - 444
- Überlebenswege. Von der Unmöglichkeit, die richtige Entscheidung zu treffen Kein Zugriff Seiten 445 - 465
- Dank Kein Zugriff Seiten 466 - 467
- Literatur Kein Zugriff Seiten 468 - 470
- Abbildungen Kein Zugriff Seiten 471 - 471
- Personenregister Kein Zugriff Seiten 472 - 476





